Sparkurs: Disney schließt legendären Spieleentwickler LucasArts
Das Studio LucasArts ist seit den achtziger Jahren ein Begriff: Nicht nur wegen "Maniac Mansion" und "Monkey Island", sondern auch wegen neuerer Titel wie "The Force Unleashed". Nun macht der Eigentümer Disney LucasArts dicht - ein halbes Jahr nach dem Kauf.
Burbank - Nach mehr als 30 Jahren ist für die legendäre Spieleschmiede LucasArts Schluss: Der Entwickler berühmter Computerspiele-Reihen wie "Monkey Island", "Indiana Jones" oder "Star Wars" wird vom neuen Besitzer Walt Disney dichtgemacht. Zuletzt fehlten erfolgreiche neue Titel. Die Videospielbranche ist derzeit in schweren Gewässern, nicht nur wegen der preiswerten Game-Angebote für Smartphones und Tablets. Die großen Spielkonsolen von Sony und Microsoft sind am Ende ihres Lebenszyklus und Spieler halten sich mit Käufen offenbar zurück.
Nahezu alle der zuletzt noch 200 Mitarbeiter von LucasArts seien entlassen worden, schrieb das "Wall Street Journal" am späten Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf eine informierte Person. Disney selbst äußerte sich dazu nicht.
Walt Disney hatte vor einem halben Jahr die "Star Wars"-Firma Lucasfilm von Produzent George Lucas für vier Milliarden Dollar übernommen. Dadurch kam auch die Spielesparte LucasArts zu dem Medienkonglomerat. George Lucas hatte sie 1982 gegründet. Einige ihrer Titel gelten als bahnbrechend.
Die passenden Computerspiele zu den geplanten drei neuen "Star Wars"-Filmen sollen nun von externen Entwicklern kommen. Disney will entsprechende Lizenzen vergeben, wie es in einer Mitteilung an US-Medien hieß. Unklar ist, ob die Marke LucasArts überlebt. Zuerst hatte die Spiele-Website "Game Informer" über die Schließung berichtet.
Möglicherweise bedeutet das Ende von LucasArts auch das Aus für das vielerorts mit Spannung erwartete "Star Wars"-Spiel namens "1313". Es war im vergangenen Jahr bei ersten Präsentationen auf großes Interesse gestoßen. "Game Informer" zitiert einen LucasArts-Manager mit den Worten, es sei durchaus möglich, dass "1313" noch als Lizenzprodukt erscheint.
cis/dpa
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