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"Donut County" im Test

So lebt es sich als Loch

Sie wollten schon immer mal ein gefräßiges Loch sein? Dann ist "Donut County" das ideale Spiel für Sie. Unterhaltsam ist es aber auch sonst.

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Montag, 10.09.2018   10:23 Uhr

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In Games wird mittlerweile so ziemlich alles simuliert, unter anderem Katzen, Toastbrot und Ziegen. Jetzt gibt es mit "Donut County" auch ein Spiel, das die Erlebnisse eines Lochs dokumentiert. Der Spieler kontrolliert es und sorgt dafür, das es Autos, Kakteen oder auch ganze Häuser verschluckt. Der eigentliche Übeltäter ist aber ein Waschbär: Er schickt das Loch durch die Stadt, um alles zu verschlingen.

In jedem Level fängt man klein an: Erst ein paar kleine Grasbüschel aufsaugen, dann Steinplatten in die Tiefe reißen und schließlich ganze Bauernhöfe einstürzen lassen. Je mehr ins Loch plumpst, desto größer wird es.

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Diese Aufgabe klingt simpel und sie ist es auch. Nur manchmal muss der Spieler kurz überlegen, wie er am besten an Kleinteile kommt, um sie zu verschlucken. Dann hilft ein Feuer, um Riesenpopcorn aus der Öffnung zu spucken und eine Rakete, um Möwen von einer Stromleitung zu katapultieren.

Obwohl das Spiel nie richtig schwierig wird, macht es Spaß, sich durch die bunt gestalteten Wüstenlandschaften in klobiger Comic-Grafik zu klicken. Kleine Überraschungen wie ein Lochkatapult und Waschbärdrohnen lockern den doch recht monotonen Spielfluss auf. Gegen Ende seiner gut zwei Stunden nimmt das Spiel sogar noch einmal ordentlich an Fahrt auf und wird beinahe zu einem richtigen Adventure.

Eine Entwicklung mit Rückschlägen

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Hinter dem Spiel steckt der Entwickler Ben Esposito, der am preisgekrönten und eher erzählungslastigen "What remains of Edith Finch" mitgearbeitet hat. Mit "Donut County" hat er nun sein eigenes Werk erschaffen.

Im Interview mit "The Verge" erzählt Esposito, dass er in einer früheren Version des Spiels die Traditionen amerikanischer Ureinwohner verarbeitet hatte. Von dieser Idee verabschiedete er sich nach Kritik von Vertretern des Stammes der Hopi aber wieder: Angeblich fing er sogar noch mal komplett von vorne an.

Im Juni dieses Jahres folgte ein weiterer Rückschlag. Kurz vor der Veröffentlichung seines Werks tauchte online ein Spiel mit der gleichen Idee auf: Auch bei "hole.io" steuert der Spieler ein Loch. Auf Twitter zeigte sich Esposito enttäuscht darüber: "Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber mein bevorstehendes Spiel 'Donut County' hat nun einen billigen Abklatsch ganz oben im App Store", schrieb er. Das sei schmerzhaft, wenn man fünf Jahre versuche, die Leute zu überzeugen, dass ein Spiel über ein Loch im Boden eine gute Idee sei.

Sein Spiel ist nun dennoch erfolgreich gestartet. Die große Mehrheit der Käufer der PC-Version bewertet sein Spiel positiv und im App Store steht die Anwendung auf Platz zwei in den Puzzlespiele-Charts. Zudem wird sie offiziell von Apple empfohlen.


"Donut County" von Ben Esposito, für PC, Mac, Playstation 4 und iOS, ab 5,49 Euro

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