Facebook-Spiele Deutsche Games-Firma überholt Branchenriesen

Berlin schlägt Kalifornien: Bei den kostenlosen Facebook-Spielen führt der US-Riese Zynga mit mehr als 260 Millionen Spielern. Die Überraschung auf Platz zwei: Nach Spielerzahlen liegt nun die Berliner Firma Wooga mit 33 Millionen Nutzern knapp vor dem US-Urgestein Electronic Arts.

"Diamond Dash": Mit süßen Tierchen auf 33 Millionen Spieler im Monat

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Eine Milliarde Dollar - so viel will der Anbieter von Gratisspielen Zynga bei der Aktienplatzierung in den Vereinigten Staaten erlösen. Der Online-Spieleanbieter reichte am Freitag die Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Den Unterlagen zufolge schreibt das Unternehmen bereits seit 2010 schwarze Zahlen: Da verdiente Zynga rund 90,6 Millionen Dollar bei 597,5 Millionen Dollar Umsatz.

Zyngas zunächst nur über Facebook verbreitetes Spiel "Farmville" ist der Prototyp aller Online-Titel für Gelegenheitsgamer. Man muss ab und an klicken, um zu ernten und zu säen - viel komplexer wird es nicht. Man kann bestimmte virtuelle Gegenstände mit echtem Geld kaufen, um schneller voranzukommen oder mit besonders seltener Ausstattung aufzufallen. Diese Beiträge sind die wichtigste Einnahmequelle Zyngas.

Die hohen Umsätze kommen bei Znyga dank der Masse an Spielern zustande: Laut dem Statistikdienstleister AppData führt Zynga weltweit mit großem Abstand. Gut 262 Millionen aktive Spieler hatten die 58 Facebook-Anwendungen Zyngas im vergangenen Monat.

Auf Platz zwei in der aktuellen Anbieter-Rangliste bei AppData gibt es eine Überraschung: Das Berliner Unternehmen Wooga hat es mit sechs Spielen ("Bubble Island", "Diamond Dash") auf 33 Millionen Spieler gebracht. Damit liegt die 2009 gegründete Firma vor dem Branchenriesen Electronic Arts (EA). Die kalifornische Firma EA, ein Gigant im Geschäft mit Konsolen- und PC-Spielen, kommt mit 41 Facebook-Spielen auf gerade mal 32 Millionen Spieler in den vergangenen 30 Tagen, obwohl unter den Gratis-Games bekannte Marken zu finden sind. So bietet EA Gratistitel wie "Madden NFL 08" und "The Simpsons: Minutes To Meltdown" an.

Hinter Wooga und EA kommt auf Platz 4 des Facebook-Spieler-Ranking die Firma Playdom mit 42 Spielen und knapp 29 Millionen Spielern in den vergangenen 30 Tagen. Im Juli 2010 hatte der Unterhaltungsriese Disney Playdom für 563 Millionen Dollar gekauft.

lis/dpa/rtr



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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
Misi 02.07.2011
1. .
"Deutsche Games-Firma". Gibt es eigentlich einen Preis für die dämlichsten Anglizismen? Das hier wäre definitiv ein Favorit.
Silberstern, 02.07.2011
2. Äpfel und Birnen
Zwei Dollar Umsatz pro Spieler und Jahr und 30 Cent Gewinn ... seit wann sind Kundenzahlen in einem Ranking für wirtschaftlichen Erfolg das Hauptkriterium?
xcountzerox 02.07.2011
3. wirtschaftlicher vampirismus
wie perfide das system free2play aufgebaut ist, um den spielern möglichst viel und effektiv das geld aus der taschen zu ziehen, sieht man in dieser präsentation. empfehle jedem, es sich mal anzuschauen. es fallen einem die schuppen von den augen: http://www.slideshare.net/Teut986/f2p-foundations-ii-and-ooc-issues
jprimero 02.07.2011
4. Aber wirklich Äpfel und Birnen...
EA ist ein gigantischer Konzern und Facebook-Online-Spielchen sind bis jetzt nur ein Randsektor in deren Wirtschaftsmodell, während sich Wooga nur auf Facebook konzentriert. Aber da Facebook heutzutage ja quasi die wichtigste Sache der Welt zu sein scheint, sollte Wooga wohl bald in der Liste der einflussreichsten globalen Konzerne zu finden sein... Toll! Herzlichen Glückwunsch, wir deutschen haben mal wieder alle anderen besiegt, bzw. sind zweiter. Egal, Bundesverdienstkreuz kriegste sogar für den dritten Platz bei der WM! Nebenbei sind Facebook-Spiele wirklich grausam und haben nichts mit den anspruchsvollen Titeln zu tun, die EA durch seine Partnerstudios für PC und Konsole produzieren lässt. Denn während die Story, Spannung, Action bieten, haben FB-Minigames nur das erfolgreiche Melken der Gelbörse durch völlig offensichtliche Suchtmechanismen im Sinn.
g0r3 02.07.2011
5. ...
Browsergames: der Penetranz der Werbungen nach zu urteilen, sollen diese wohl die Klingeltöne ersetzen... Auf dass diese Blase schnell platzen möge...
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