Farmville außerhalb Facebooks: Zynga baut ein eigenes Spieleportal

Schloss und Bauernhof außerhalb von Facebook: Farmville-Entwickler Zynga will Spiele auf einer eigenen Plattform anbieten. An den Einnahmen bleibt Facebook zwar beteiligt, doch Zynga will die gesamte Aufmerksamkeit der Nutzer für sich - und Spiele von Drittanbietern.

Gratis-Spiele: Schießen, schlachten und verdienen Fotos

New York - "CastleVille" und "CityVille" lassen sich bald auch abseits von Facebook oder anderen sozialen Netzwerken spielen. Der Entwickler Zynga will eine eigene Plattform für Online-Spiele auf seiner Website zu starten. "Zynga.com macht es einfacher, mit Deinen Freunden zu spielen", wirbt Firmenchef Mark Pincus.

Die neue Plattform soll in 16 Sprachen angeboten worden. Losgehen soll es in den nächsten Tagen mit fünf der populärsten Titel: Neben "CastleVille" und "CityVille" sind das "Words with Friends", "Zynga Poker" und "Hidden Chronicles". Auch externe Entwickler sollen die Plattform später nutzen dürfen.

Mit dem Schritt emanzipiert sich Zynga ein Stück weit von Facebook. Bislang spielen die meisten Kunden Zynga-Spiele direkt bei Facebook. Dank der Partnerschaft hat Zynga mehr als 200 Millionen Nutzer. Umgekehrt steuerte Zynga zuletzt satte zwölf Prozent zum gesamten Facebook-Umsatz bei. Facebook bekommt 30 Prozent des Umsatzes, wenn die Zynga-Kunden etwa bei der Bauernhof-Simulation "FarmVille" virtuelle Güter kaufen.

Auch beim neuen Zynga-Portal werden Spieler sich mit ihrem Facebook-Konto anmelden können. Auch bei Einkäufen über das neue Portal wird Facebook 30 Prozent der Umsätze erhalten. Dennoch mache neue Plattform mache Zynga "ein bisschen unabhängiger" und zu einer Marke außerhalb der Facebook-Welt, urteilte Baird-Research-Analyst Colin Sebastian. "Aber Zynga nabelt sich nicht wirklich von Facebook ab, und der Schritt wird keine dramatischen Auswirkungen auf die Margen haben."

Zynga ist wie etwa auch das junge Berliner Unternehmen Wooga bisher auf den Erfolg Facebooks angewiesen. Zynga macht 93 Prozent seines Umsatzes über Facebook. Doch das Kundenwachstum stottert. Im Schlussvierteljahr legte die Zahl der Nutzer im Vergleich zum Vorquartal kaum zu. Analysten sorgen sich zunehmend, der Börsenneuling Zynga könnte zu wenig Geld pro Nutzer einnehmen, um nachhaltig in der Erfolgsspur bleiben zu können. Auf seiner neuen Plattform will Zynga deshalb auch Spiele anderer Unternehmen anbieten und sich damit eine neue Umsatzquelle erschließen.

lis/dpa/Reuters

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