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25. September 2017, 14:49 Uhr

Hype um Fußballserie

Liebe Leserin, lieber Leser,

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am Freitag ist es bei Hunderttausenden Deutschen wieder an der Zeit für ein alljährliches Ritual: Konsole oder PC an, das neue "Fifa" starten und das vorherige landet - sofern man es überhaupt noch auf einem Datenträger gekauft hat - im Schrank. Mit "Fifa 18" erscheint am 29. September ein neuer Teil der Fußballspiel-Serie, die sich hierzulande extrem gut verkauft, zu Preisen von anfangs 50 bis 60 Euro.

Unsere Besprechung des Spiels erscheint am Mittwoch, verraten kann ich aber schon jetzt: Für eine Revolution halten unsere Tester das neue Spiel trotz des etwas angepassten Gameplay nicht. In der "Fifa"-Geschichte gab es schon Teile mit spannenderen Neuheiten, wie wir in einer Fotostrecke dokumentiert haben, auch jenseits der stetig schicker werdenden Grafik.

Immerhin gibt es "Fifa 18" nun auch für Nintendos mobile Spielkonsole Switch. So kann man das Spiel in einer leicht abgespeckten Version auch unterwegs spielen. Testmuster dieser Variante hat uns der Hersteller allerdings noch nicht zur Verfügung gestellt.

Bemerkenswert finde ich jedes Jahr, wie schnell Fußballspiele an Coolness verlieren, sobald ein Nachfolger da ist: Beim "Fifa"-Konkurrenten "PES" etwa entschied diesen Sommer ein Elektromarkt, "PES 2016" für nur einen Euro zu verramschen, während es "PES 2017" schon für 15 Euro gab. Dabei muss man sagen: So viel anders als die neueste Version "PES 2018" haben sich diese beiden Vorgänger auch nicht gespielt.

Ich, der "PES" vom Spielgefühl her "Fifa" vorzieht, unterwerfe mich zugegebenermaßen aber auch selbst dem Marktzyklus: Ein altes Spiel rühre ich selten noch einmal an, sobald ein neues im Haus ist. Ich mache nur zwei Ausnahmen: "International Superstar Soccer Deluxe" für den Super Nintendo mag ich bis heute, und "Fifa 98" hat spätestens seit einem Retro-Test 2016 wieder einen Platz in meinem Herzen: Dessen simpler, aber actionreicher Hallenmodus wirkt bis heute originell.

Streaming-Geschäft: Telekom schnappt sich "The Handmaid's Tale"

Ein wenig frischen Wind gibt es derzeit im Streaming-Markt: Wie meine Kollegin Hannah Pilarczyk neulich erläutert hat, will die Telekom mit einigen Exklusivangeboten ihre Position verbessern. Unter anderem wird sie die vielgelobte Hulu-Serie "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" in Deutschland vorläufig exklusiv ausstrahlen.

Damit hat Entertain TV bald ein gutes Lockmittel für Dystopie-Fans, die bisher bei Netflix ("Black Mirror"), Amazon Prime Video ("Mr. Robot") und Sky ("Westworld") gut bedient wurden. Bislang lässt sich "The Handmaid's Tale", dessen Romanvorlage von Margaret Atwood stammt, bei deutschen Anbietern überhaupt noch nicht legal streamen, bei Entertain TV geht es am 4. Oktober los.

Internet Security Days 2017: Konferenz mit Karussells

Die meisten Tech-Konferenzen finden in Kongresshotels oder tristen Hallen statt. Im Vergleich dazu können die Internet Security Days also punkten, wenn sie am Donnerstag und Freitag im Phantasialand Brühl über die Bühne gehen. "Außergewöhnliche Events brauchen einen besonderen Rahmen", werben die Veranstalter.

Wer die Veranstaltung besucht, sollte sich aber allen Fahrgeschäften zum Trotz zumindest ein wenig für Vorträge wie "Deanonymisierung - Grenzen und Möglichkeiten" interessieren. Denn in den Freizeitpark kommt man sonst auch günstiger, ein Zweitagesticket für die Security Days kostet regulär 549 Euro.


Seltsame Digitalwelt: Die Spielegeschichte auf zwei Postern

Ein Foto unseres Bildredakteurs mit Welpen auf dem Arm, eine mittelgute Karikatur von Matthias Kremp, eine Fake-Blutkonserve: Im Netzwelt-Ressort hängt jede Menge schräges Zeug an der Wand. Persönlich mag ich ein Poster namens "Die besten Spiele der Geschichte", das früher schon mein Kinderzimmer als Nerdhöhle auswies. Die Übersicht, die 2000 endet, stammt aus dem 2001 eingestellten Magazin "PC Player" und ist auf beeindruckende Weise mit Informationen überladen.

Diesen Montag hat das Poster nun einen Nachbarn bekommen: Das Spielemagazin "Gamestar" ist 20 Jahre alt geworden und hat deshalb die Geschichte der PC-Spiele zusammengefasst. Das Ganze wirkt zwar weniger detailversessen als bei der "PC Player", dafür kann man auf dem "Gamestar"-Poster immerhin die Schrift gut lesen. In diesem Sinne: Happy Birthday, "Gamestar", auf die nächsten 20.

App der Woche: Another Lost Phone
getestet von Sebastian Meineck

Lässt sich die Lebensgeschichte eines Menschen an seinem Smartphone ablesen? Mit dieser Frage spielt die App "Another Lost Phone". Wer das Spiel öffnet, bekommt das Smartphone einer fiktiven Person namens Laura zu sehen, erkundet fremde Fotos und vertrauliche E-Mails. Während der Spieler zum Voyeur wird, entfaltet sich ein Drama. "Another Lost Phone" ist der Nachfolger der App "A Normal Lost Phone".

Von Plug in Digital, 2,99 Euro bis 3,49 Euro: iOS, Android, Windows, macOS, Linux

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Eine gute Woche wünscht Ihnen,

Markus Böhm

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