Videospiel-WM in London "Warum 'Fifa' schauen, wenn es echten Fußball gibt?"

Drei Tage waren unsere Reporter bei der eSport-WM der Fifa. Hier diskutieren sie über halbleere Tribünen, zu viele Tore und das größte Problem der "Fifa"-Entwickler.

Halbfinale beim eWorld Cup: "Kurt" gegen "Msdossary"
FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Halbfinale beim eWorld Cup: "Kurt" gegen "Msdossary"

Aus London berichten und


Ein Profi-Gamer aus Saudi-Arabien ist der beste "Fifa 18"-Spieler der Welt - und um 250.000 Dollar Preisgeld reicher. In London erkämpfte sich "Msdossary" Samstagabend den Sieg beim Fifa eWorld Cup, der Weltmeisterschaft zur Sportsimulation "Fifa" von Electronic Arts (EA), ausgerichtet vom Fußballweltverband Fifa.

Markus Böhm und Danial Montazeri waren drei Tage in der O2-Arena, wo das Event optisch aufwendig inszeniert wurde, vor allem für die Übertragung per Livestream. Sie haben Dutzende "Fifa"-Partien gesehen und hinter den Kulissen mit E-Sportlern sowie Verantwortlichen von EA und der Fifa gesprochen.

Hier diskutieren sie, wie viel Potenzial "Fifa" als E-Sport hat - und was für EA und den Weltfußballverband Fifa die größten Probleme sind.

Böhm:Das war sie also, die WM in "Fifa 18". Was war dein Highlight, was ging dir auf die Nerven?

Montazeri: Sportlich wurde es ab den K.-o.-Runden teilweise richtig gut, die Offensive von "Kurt" an der Abwehr von "Msdossary" abprallen zu sehen, war spannend. Die Gruppenphase dagegen hat mich nicht wirklich gepackt.

Böhm: Die wirkte teilweise megachaotisch. Acht Spiele gleichzeitig, die Website mit den Ergebnissen zeitweise offline, uralte Tabellenstände auf den Monitoren in der Arena. Manchmal wussten die Spieler selbst nicht, wer aktuell weiterkommen würde.

Montazeri: Nirgends war man so richtig emotional involviert. Ständig fielen Tore, dauernd riefen die Kommentatoren "Neymaarrrr!!". Aber wenn da nur noch Höhepunkte sind, sticht nichts mehr heraus.

Böhm: Man könnte das natürlich auch andersherum sehen: Besser als 90 Minuten Langeweile, wie manchmal im echten Fußball. Mir hat Brandon Smith, einer der "Fifa"-E-Sport-Kommentatoren, vorgeschwärmt, wie toll es doch sei, dass man in "Fifa" 0:4 zurückliegen und trotzdem noch 5:4 gewinnen könne.

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Montazeri: Das geht doch nur deshalb, weil es in "Fifa" viel zu einfach ist, Tore zu schießen.

Böhm: Für mich war oft schwer nachvollziehbar, wie sehr ein Tor eigenes Können war und welche Rolle zum Beispiel der Computer gespielt hat. Bei anderen E-Sport-Spielen ist klarer, warum jemandem etwas gelingt.

Montazeri: Ich kam bei den Taktiken, die die Profis einstellen, nur schwer mit. Die Umstellungen in den Menüs gehen so schnell, dass der Zuschauer kaum folgen kann.

Böhm: Dass "Fifa" Fußball simuliert, ist Fluch und Segen: Jeder versteht, wie das Spiel funktioniert, dadurch ist es viel zugänglicher als andere E-Sport-Titel. Aber selbst "Fifa"-Fans stehen vor der Frage "Warum 'Fifa' schauen, wenn es echten Fußball gibt?". Das Problem hat zum Beispiel "League of Legends" nicht, es gibt kein Offline-Pendant.

Montazeri: Im Fußball geht es immer auch um die Fußballer selbst, um Menschen, die Höchstleistungen erbringen, die scheitern, mit ihren Mitspielern auskommen müssen, emotional sind. Da ist mir der echte Ronaldo näher als der virtuelle. Die "Fifa"-WM wäre viel spannender, wenn es weniger um die Figuren ginge und mehr um die Profis am Gamepad.

Böhm: Ich fände es aufregender, wenn im Team gespielt würde, zwei gegen zwei etwa oder drei gegen drei. Dann hat man mehr Dynamik im Spiel - und mehr Emotionen.

Montazeri: Und interessantere Narrative, zum Beispiel den Profi, der seinem Mitspieler Fehler vorhält.

Böhm: Vielleicht kommt das ja noch? Ein Verantwortlicher von EA betonte in London aber, dass die meisten Gamer "Fifa" allein spielen, dem trage die WM Rechnung. Ich bezweifele auch, dass die "Fifa"-Profis unbedingt im Team spielen wollen.

Montazeri: Die beschweren sich gern darüber, dass "Fifa 18" zu leicht zu meistern sei. Es wäre aber absurd, wenn EA ein Spiel vor allem für die Profis entwickeln würde. Immerhin gibt es zwei Millionen Käufer allein in Deutschland, viele von ihnen spielen "Fifa" ohne große Ambitionen.

Böhm: Ja, nicht jeder "Fifa"-Fan interessiert sich für E-Sport oder dafür, sich fremde Spiele anschauen - es gibt ja genug Möglichkeiten, selbst zu spielen. Dafür spricht auch, dass das Event zwar in der O2-Arena stattfindet, geschätzt aber nicht einmal 2000 Menschen vor Ort waren - in einer Stadt wie London. Und im Stream schauen mittlerweile mehr Menschen "Fifa" als noch vor einem Jahr, von einem "League of Legends" - übrigens ein Team-Spiel - sind die Zuschauerzahlen aber weit entfernt.

Montazeri: Diese Dimension wird "Fifa" wohl kaum jemals erreichen.

Böhm: Aber, Potenzial ist da: Wenn irgendwann neben Werder Bremen und Schalke vielleicht auch der FC Bayern im Konsolenfußball mitmischt, wenn vielleicht auch mal Fußballstars bei so einem Event in Show-Matches gegeneinander antreten, könnte es auch "Fifa" schaffen, Hallen zu füllen.

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mimas101 05.08.2018
1. tststs
Das bißchen Daddeln soll ähem was sein? Sport?!? Aber die fifa sucht wohl für ihre Entertainmentprodukt "Volksbespaßung zu Lasten der Allgemeinheit" neue Absatzmärkte um nicht nur die Bespaßung im Fokus zu halten sondern die Weglaufenden durch andere zahlungskräftige Kundenschichten zu ersetzen. Und wen hätten wir da? Einen völlig überschätzten Türken der in London seit 10 Jahren lebt, lediglich an seinen Globalen Marktwert denkt und völlig unverständlich von hiesigen SPD-Politikern über den grünen Klee gelobt wird. Der will jetzt mit einem Team so richtig in den eSport einsteigen und drappierte sich schon mal werbewirksam in einem londoner Apartment daddelgerecht vor 3 Monitoren und einer Daddelfernbedienung in der Hand (Bildsource: heise.de).
whitewisent 05.08.2018
2.
Schade, wenn man davon ausgeht, dass Böhm und Montazeri zu den wenigen Fachjournalisten gehören, die ein wenig Ahnung vom Thema haben, ist dieser "Artikel" vergeudeter Platz und Raum. Leuten mit Vorurteilen werden sich bestätigt sehen, Leuten ohne Bezug zum Thema dieses nicht wirklich näher bringen. Denn dafür setzt man zuviele Fakten voraus. eSport ist ein wichtiges Element der Gegenwartskultur. Das ist nicht wirklich mit einem Spiel zu vergleichen. Aber man ist ja auch so fair, und vergleicht nicht ein Spiel der E-Jugend Buxtehude mit einem Ligaspiel von Bayern München. Das Event zeigte auf für mich beeindruckende Art und Weise die Möglichkeiten, welche solche Spiele für den Individualspieler bieten. Das die "Klasse" bei einer WM sich stark unterscheidet, lag wohl eher an der Form der Qualifikation dazu. Weshalb in der Championsleague ja auch nicht 10 spanische Mannschaften spielen, sondern man sich mit den Meistern aus Moldavien und Luxemburg als vermeintlich ebenbürtige Gegner durch die Vorrunden quälen muss. Sowohl als Sportler, als auch als Zuschauer. eSport hat dazu noch das Problem, daß man nicht nur ein Spiel kennen muss, sondern auch noch die Version, mit der gespielt wird. Das ist nötig, um schnelle Menüänderungen zu verstehen, wenn man es denn will. Wie eher am Rande erwähnt, ist es aber eher ein Webevent, die Zuschauer vor Ort sind willkommen, deren Reaktionen wie Anzahl aber für den Sport an sich unwichtig.
Lmeter 05.08.2018
3. Fifa ist kein eSports
Fifa ist kein eSports für eSports Fans. Es die reine Kommerzialisierung von eSports die nur existiert weil man etwas medientaugliches gebraucht hat, nach den total verfehlten Killerspieldebatten. Keiner der sich für eSports interessiert schaut Fifa. Bei dem ESL Cologne Event letzten Monat war die Halle voll und ein Deutsches Teamist wegen dem Publikum ins Finale gekommen. Das war bei CSGO was alte Menschen wohl immernoch als Killerspiel verstehen, weil sie keine Ahnung haben. Letztes Jahr beim The International (24 Millionen Preisgeld) bekommt man Gänsehaut nach dem Finale. Die Halle ausverkauft und alle rufen den Namen des Teams und den Namen eines Spielers. Das ist eSports, weil Millionen von Menschen dahinter stehen. Bei Fifa stehen nur Leute dahinter die es als Marketing Gag bezeichnen. Natürlich spielen viele auch Fifa, aber das sind selten die klassische Klientel der eSports Fans. Deswegen können die so viel Geld reinstecken wie sie wollen, ändert nichts daran.
slideaway 05.08.2018
4.
Jimmy Kimmel: Watching people play video games isn't like watching people play football. It's like watching people play fantasy football. It is one more step removed from human activity. 'nuff said.
butter_milch 05.08.2018
5. Warum Fußball schauen?
Wenn man Fußball spielen kann?
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