Crowdfunding Filmemacher stoppt sein "Minecraft"-Projekt

440.000 Euro wollte ein Amerikaner für einen Film zum Spiel "Minecraft" sammeln. Doch dann schaltete sich Spieleerfinder Markus Persson persönlich ein.

Computerspiel "Minecraft": "Mit einem einzigen Tweet dem Film den Garaus gemacht"

Computerspiel "Minecraft": "Mit einem einzigen Tweet dem Film den Garaus gemacht"


Sogar der Trailer ist weg: Brandon Laatsch wollte eigentliche einen Film über das und mit dem Spiel "Minecraft" drehen, auf Kickstarter sollten umgerechnet 440.000 Euro zusammenkommen. Doch jetzt hat Laatsch sein Projekt vorerst gestoppt. Und zwar offenbar wegen eines einzigen Tweets.

"Minecraft"-Erfinder Markus "notch" Persson hatte auf Twitter verlauten lassen: "Ohne vorhandene Absprachen erlauben wir keine Halbe-Million-Kickstarters, die auf unserem geistigem Eigentum basieren." Fans des Spiels ahnten gleich, dass damit der Filmemacher gemeint war.

Minecraft ist ein Spiel, in dem es zwar einige klar definierte Aufgaben gibt - Kohle abbauen zum Beispiel (mine), Dinge herstellen (craft) und sich gegen böse Skelette zur Wehr setzen. Vor allem aber kann man darin Bauwerke errichten, und zwar teils sehr spektakuläre.

Das Crowdfunding für den Film "Birth of Man - A Minecraft Feature Film" war gerade erst angelaufen. In einem aufwendigen Projektvideo erläuterte Brandon Laatsch seine Vision eines Films von Fans für Fans. Mit den oft miesen Hollywoodadaptionen erfolgreicher Videospiele jedenfalls sollte der Mix aus Realaufnahmen und Spielgrafik wenig gemein haben. Dass "Minecraft" weder eine Hauptfigur noch eine Handlung im engeren Sinn hat, sei ein Vorteil: "Wir können uns unsere eigene Geschichte ausdenken, unsere eigenen Ideen entwickeln."

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Doch so interessant Laatschs Ansatz klang, bei rund 63.000 Dollar fand das Projekt am Freitag ein abruptes Ende: Vermutlich als Reaktion auf Perssons Äußerung stoppte der Initiator seine Spendensammlung. "Mit einem einzigen Tweet hat Persson dem Film den Garaus gemacht", schreibt "The Register".

Was Perssons Nachricht wirklich für die Zukunft des Filmprojekts bedeutet, ist auch Dienstagmittag noch offen. Laatsch hat sich bislang nicht geäußert. Fans des Projekts hoffen nun, der Amerikaner könnte sich in Verhandlungen mit Perssons Firma Mojang befinden - Persson könne der Idee ja immer noch seinen Segen geben.

Dass mit Produkten, die sich des "Minecraft"-Universums bedienen, Geld verdient wird, ist nicht ungewöhnlich. Letzten Sommer beispielsweise erschien unter dem Titel "Würfelwelt" ein Roman, von dem gerade ein neuer Teil in den Handel gekommen ist. Vermarktet wird das Buch mit der Unterzeile "Ein Minecraft Roman".

mbö



insgesamt 12 Beiträge
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Gert29 11.02.2014
1. Nachfrage
Darf Hr. Laatsch für seine Idee nun 63.000 $ einfach behalten?
Derix 11.02.2014
2.
Zitat von Gert29Darf Hr. Laatsch für seine Idee nun 63.000 $ einfach behalten?
Wenn das Spendenziel nicht erreicht ist gibt es 0$.
martinangerer08 11.02.2014
3. Nein darf er meines Wissens nicht..
Da das Geld 1.) zweckgebunden ist für die Erstellung des Filmes und 2.) auch nur dann "ausbezahlt" wird wenn der komplette "funding-Betrag" auch tatsächlich eingetrieben wurde...
brinkmoment 12.02.2014
4. Antwort
Nein. Scheitert ein Crowdfunding Projekt, verliert niemand sein Geld. Ich weiss aber nicht ob man nur bei Erfolg zahlt oder das eingesetzte Geld erstattet wird.
ano 12.02.2014
5. Nein
Dass geld geht an die "spender" zurück.
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