Game-Kunst Dicke Pixel machen Mario hübscher

Der belgische Künstler und Designer Metin Seven stellt Spielszenen aus Retro-Klassikern im dreidimensionalen Raum nach. Sein Werkzeug sind "Voxel" - die dicken Brüder der Pixel. Sevens Bilder verströmen eine eigenartige, friedlich-melancholische Schönheit.

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Voxel: Dicke Pixel auf Z-Achse
Die Bilder von Metin Seven haben eine eigenartige Tiefe. Alte Freunde wie Pac-Man oder die Space-Invaders sind darauf keine zweidimensionalen, flachen Figuren mehr - sie ragen in den Raum hinein. Seven baut in dem Kunstprojekt "Voxel-Art" seine Lieblingsspiele aus der 8- und 16-Bit-Ära mit dreidimensionalen Bildpunkten nach - aus flachen Pixeln werden "Voxel": kleine Würfel, die Mario und Co. zu einem kantigen Äußeren verhelfen.

"Meine ersten Erfahrungen mit Videospielen habe ich gemacht, als mir meine Mutter in den Siebzigern ein Pong-Telespiel gekauft hat", sagt der 38-Jährige. Heute noch schwärmt er nostalgisch von seinen ersten Spielerlebnissen - deshalb kommen für den Künstler auch nur Retrospiele als Grundlage für seine Würfeleien in Frage. "Ich bin zwar sehr beeindruckt von aktuellen Games ", sagt er, "trotzdem mag ich den charmanten Minimalismus alter Spiele lieber."

Vor einem Jahr hat Seven damit begonnen, an seiner "Voxel-Art" zu arbeiten und sich dabei zuerst an Screenshots aus Klassikern wie "Galaga", "Dig Dug" und "Bubble Bobble" versucht. Diese ersten Projekte wirken im Vergleich zu späteren Arbeiten zu glatt, zu glänzend und zu poliert. Seinen heutigen Stil hat Seven erst nach einigen Anläufen gefunden - als er darauf verzichtete, die Kanten der Würfel abzurunden und sie noch dazu mit grobkörnigen Grafikfiltern bearbeitete. Seitdem entstehen Bilder, die den vergilbten Charme vergangener Tage aus einer neuen Perspektive einfangen.

"Voxel" nutzt Seven übrigens bereits Ende der neunziger Jahre für seine Arbeit als Illustrator. Und seine Beziehung zu Videospielen war sogar schon einmal enger als heute: In den Achtzigern war er als Gamedesigner tätig. Zu seinen Werken zählen die Amiga-Spiele "Venomwing" und "Clockwiser". Heute noch Spielwelten zu entwerfen wäre nichts mehr für ihn - ein aktueller Titel hat ihn jedoch kürzlich ins Zweifeln gebracht: das Voxelspiel "3D Dot Game Heroes" aus Japan.

"Wenn mich jemand fragen würde, ob ich an einem Spiel wie diesem mitarbeiten möchte, würde ich vielleicht schwach werden", sagt er und lacht. Hoffen wir, dass er bald ein Angebot bekommt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
robr 06.02.2010
1. Lego!
Zitat von sysopDer belgische Künstler und Designer Metin Seven stellt Spielszenen aus Retro-Klassikern im dreidimensionalen Raum nach. Sein Werkzeug sind "Voxel" - die dicken Brüder der Pixel. Sevens Bilder verströmen eine eigenartige, friedlich-melancholische Schönheit. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,676209,00.html
Es fehlen nur noch die Noppen, dann wärees noch schöner: so schön wie Legobauten halt eben sind!
Theodorant 07.02.2010
2. Genau, robr !
Zitat von robrEs fehlen nur noch die Noppen, dann wärees noch schöner: so schön wie Legobauten halt eben sind!
Irgendwie eine Reminiszenz an die Zeit, als meine Kinder noch sowohl mit Gameboys als auch den genoppten Teilen aus Billund spielten... Da vermisse ich jetzt nur noch die damals als etwas nervig empfundene Daddel"musik" aus den Kinderzimmern...
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