Games Week in Berlin Hier können Sie rumspielen

Vorträge, Spielestationen, Jobangebote: Am Dienstag beginnt in Berlin die Games Week, ein programmreiches Treffen der Spielebranche. Was bietet die Woche für normale Spielefans? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Jugendliche auf einer Spielemesse: Die Games Week dauert sechs Tage
Corbis

Jugendliche auf einer Spielemesse: Die Games Week dauert sechs Tage


1) Was ist die Games Week?

Unter dem Label der International Games Week finden in Berlin von Dienstag bis Sonntag zahlreiche Veranstaltungen rund um Computer-, Video- und Mobilspiele statt. Hauptziel der Veranstaltung ist es, Branchenangehörige zusammenzubringen - etwa Entwickler, Vermarkter, Rezensenten, Forscher und Investoren.

Anders als die Kölner Spielemesse Gamescom zielt die Games Week vor allem aufs Fachpublikum, weniger auf Spielefans. Die Eintrittspreise für die Dreitageskonferenz Quo vadis sind dreistellig, Experten diskutieren dort über Themen wie "Nischenmärkte im AppStore" und "Die zehn größten Monetarisierungssünden in Free-to-play-Games".

Am Donnerstag findet unter dem Schlagwort "Womenize!" ein Aktionstag statt, der sich mit Vorträgen und Workshops dem Thema Frauen in der Tech-Branche widmet.

2) Welche Veranstaltungen sind für Spielefans interessant?

Für Menschen, die sich nur privat mit Spielen auseinandersetzen, lohnt zum Beispiel ein Besuch des Gamefests am Berliner Computerspielemuseum.

Das Fest wird am Donnerstagabend eröffnet. Im Kino International in der Karl-Marx-Allee kann zu diesem Anlass dem bekannten YouTuber Peters Smits von PietSmiet beim Testen des Rollenspiels "The Witcher 3" zugesehen werden. Außerdem treten mehrere Musiker auf, darunter der deutsche Rapper Rockstah. Der Eintritt für den Abend beträgt elf Euro.

Dass es nicht nur die große Blockbuster wie "Fifa" und "Call of Duty" gibt, zeigt derweil die Ausstellung AMAZE. Auf dem Urban-Spree-Gelände nahe der Bahnstation Warschauer Straße werden originelle Spiele unabhängiger Entwickler vorgestellt, etwa "Among the Sleep", ein Horrorspiel aus der Sicht eines Kleinkinds. Insgesamt werden rund 60 mehr oder weniger ausgearbeitete Spielprojekte präsentiert.

Auf der AMAZE lassen sich ungewöhnliche Controller wie Virtual-Reality-Brillen ausprobieren, ebenso kann man sich in Mehrspieler-Spielen duellieren. Ausstellungstickets für Donnerstag, Freitag oder Samstag kosten vier Euro, im Paket mit einem Konzertticket zehn. Die Ausstellung eröffnet am Mittwochabend in Kombination mit einer Party, der Eintritt ist dann kostenlos.

Wer sich für einen Job in der Spielebranche interessiert, sollte sich die Veranstaltung Making Games Talents vormerken. Am Samstag präsentieren sich in der Mediadesign Hochschule in Kreuzberg Unternehmen wie Daedalic und InnoGames. Insgesamt sollen die Spielefirmen derzeit rund 300 Stellen ausgeschrieben haben. Tickets für die Talentbörse kosten 29 Euro.

3) Wie steht es um die Spielebranche?

Die jüngsten Zahlen des Branchenverbands BIU legen nahe, dass es der Branche gut geht, trotz Verlusten und Einsparungen bei einzelnen Studios. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz mit Computer- und Videospielen in Deutschland 2014 um vier Prozent, auf nun 1,89 Milliarden Euro. Der Gesamtmarkt, zu dem auch die verkauften Spielekonsolen zählen, kam auf ein Plus von elf Prozent.

Dem BIU zufolge spielen in Deutschland derzeit rund 34,3 Millionen Menschen zumindest gelegentlich digitale Spiele; auf einem Smartphone, einem Tablet, einem PC oder einer Konsole.

4) Was sind die größten Trends?

Ein wichtiges Thema der Games Week ist das Geldverdienen mit Spiele-Apps. Praktisch scheint es den Herstellern immer besser zu gelingen, mit Handy- und Tablet-Spielen signifikante Umsätze zu generieren. 263 Millionen Euro kamen im letzten Jahr durch Spiele-Apps zusammen. Der Großteil davon, 217 Millionen, stammt aus Mikrotransaktionen, also aus freiwilligen Zusatzkäufen für eigentlich kostenlose Apps. 2013 betrug der Gesamtumsatz mit Mikrotransaktionen noch 65 Millionen Euro.

In Sachen Spielvertrieb geht der Trend weiter zum Digitalen. Bei den PC und Konsolenspielen wurde 2014 ein Drittel des Umsatzes mit Download-Spielen gemacht. Im Vorjahr waren nur 20 Prozent der Umsätze auf Internetkäufe entfallen, vier von fünf Spielen wurden damals noch in physischer Form gekauft.

Mit Blick aufs Spieldesign sind vermutlich Virtual-Reality-Spiele das Spannendeste, was die Games Week zu bieten hat. Datenbrillen wie Samsungs Gear VR und die Oculus Rift machen sogar Spielkonzepte attraktiv, die auf dem Papier belanglos wirken. Auf der AMAZE wird zum Beispiel "Pixel Rift" ausgestellt, ein Spiel, das es ermöglicht, in der virtuellen Realität in Form eines Klassenzimmers Gameboy zu spielen. Was unspektakulär klingt, wird durch die Datenbrillen zum Erlebnis.

5) Wo erfahre ich mehr zum Programm der Games Week?

Das vollständige Programm finden Sie auf der Website der Games Week. Beachten Sie, dass man sich für manche Events anmelden muss und dass diese möglicherweise schon ausverkauft sind. Letzteres gilt etwa für den CGC BarTalk am Dienstagabend, eine Veranstaltung, die Einblicke in die professionelle E-Sport-Szene verspricht.

mbö/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Greyjoy 21.04.2015
1.
"Was sind die größten Trends? Ein wichtiges Thema der Games Week ist das Geldverdienen mit Spiele-Apps. Praktisch scheint es den Herstellern immer besser zu gelingen, mit Handy- und Tablet-Spielen signifikante Umsätze zu generieren." Das ist eher die größte Krankheit der Gaming Branche. Es ist einfach nur noch ätzend wie man versucht auf allen Plattformen abzuzocken. Da werden komplette Spiele zerstückelt und in DLCs vertickt. Von extra Content, den man selbstverständlich bezahlen sollte, kann da keine Rede sein. Ebenso nervig ist das System von free to play and pay to win. Ich habe schon vor langer Zeit beschlossen keine Spiele mehr zu saugen, zu brennen oder mir sonst wie zu besorgen. Nur mittlerweile versucht man nur noch abzuzocken und gängelt ehrlicher Zocker mit abenteuerlichen DRM Methoden. Ich überlege mir daher mittlerweile ganz genau was ich kaufe. Eigentlich fast nur noch Titel die ich im Steam Sale fürn Appel und en Ei bekomme. Da habe ich zwar auch DRM aber bei 5€ ist das noch verschmerzbar. Titel wie BF Hardline, Battlefront oder Evolve kommen für mich definitv nicht in Frage. Ebenso wie sämtliche Ubisoft Produkte.
GrinderFX 21.04.2015
2.
Wenn ich den zahlen glauben schenken soll, und 33% der verkauften Spiele auf den Konsolen und dem PC auf Downloadtitel fallen, was ja durchaus realistisch ist und über 90%, eher 95%, der verkauften Titel am PC auf Downloadtitel fallen und mittlerweile auch ein Teil der Konsolentitel als Download gekauft wird, bleibt beim PC Anteil ja kaum noch was über. Da hat dieser ja zur Konsole vielleicht noch im Bestfall 20% Marktanteil.
fraihait 21.04.2015
3. @greyjoy
genau so sehe ich das auch. ich lade mir alle potentiellen spiele die ich kaufen will grundsaetzlich nur noch als torrent..probier sie und wenns mir gefaellt kauf ich sie (meistens) auf steam oder auf webseiten auf denen man steam keys billiger kaufen kann
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