Spielemesse in Köln Liebe Leserin, lieber Leser,

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man kann es positiv wenden: Wenn in Köln Gamescom ist, scheint die Sonne - zumindest in meinem Gedächtnis. Ich erinnere mich an kein Messejahr, in dem mich beim Interviewen und Fotografieren von Besuchern auf dem Hof nicht die Sonne geblendet hat. Und auch dieses Jahr darf am Einlass und auf dem Gelände gemeinschaftlich geschwitzt werden: 28 Grad sind für den Pressetag am Dienstag sowie für Mittwoch und Donnerstag angesagt, die ersten beiden von vier Besuchertagen.

Auf der Gamescom ist es meistens eng, wie hier 2017
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Auf der Gamescom ist es meistens eng, wie hier 2017

Regnen könnte es dann ab Freitag, was zur Folge hätte, dass es in den Haupthallen noch enger wird, wenn Profi-Gamer und YouTuber auftreten und das Publikum gemeinschaftlich Firmen- und Spielnamen brüllt - in der Hoffnung, ein von der Bühne fliegendes Werbegeschenk zu fangen. Mit ihren wohl erneut mehr als 350.000 Besuchern ist die Gamescom nicht nur die weltgrößte, sondern auch die vollste Spielemesse.

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Entwicklungen beim Gaming: Die Trends der Spielebranche

Dass dieses Jahr erstmals mehr als tausend Aussteller dabei sind, ist für die Messe ein Erfolg. Aber angenehmer wäre die Veranstaltung, würden mal Hunderttausend Besucher weniger kommen. Dann müsste man fürs Blockbuster-Testspielen vielleicht auch nur eine halbe Stunde anstehen, statt zwei oder drei Stunden.

Eine schlaue wie stromsparende Idee für Wartezeiten: ein mitgebrachtes Buch
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Eine schlaue wie stromsparende Idee für Wartezeiten: ein mitgebrachtes Buch

Immerhin weiß ich, dass es auch auf der Gamescom Orte gibt, an denen man sich wie ein Spielefan, statt wie Klatschvieh fühlen darf. Ich empfehle dafür einen Besuch in der Indie Arena Booth in Halle 10.1 (wo das ist, verrät dieser Plan von "Gameswirtschaft"), in der unabhängige Entwickler ihre Werke ausstellen. Wer hier probespielen will, muss meist nur wenige Minuten warten und darf oft auch gleich mit einem Entwickler quatschen.

Auszuprobieren gibt es etwa "Through the Darkest of Times", ein Strategiespiel über den Widerstand gegen die Nazis. Die gezeigte Demoversion ist die erste in der Gamescom-Geschichte, die mit dem Segen der USK in Form einer Altersfreigabe ab 12 Jahren Hakenkreuze und den Hitlergruß zeigen darf.

Im Video: Profi-Gamen in China - Zocken als Beruf

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Halbwegs entspannt geht es meist auch in Halle 10.2 zu, wo sich Arbeitgeber aus der Gamesbranche neben Cosplayern in ihren Verkleidungen präsentieren. Hier kann man in Ruhe aus seiner (Plastik-)Wasserflasche trinken, die wie Softdrinks und Butterbrote mitgebracht werden darf. Nicht vergessen sollte man auch die Powerbank fürs Smartphone, vor allem als Vielfotografierer und als Ablenkung beim Schlangestehen. Und zum Schluss noch ein Geheimtipp für Eltern, die Kinder begleiten: In Halle 10.2 findet sich ein Retro-Gaming-Bereich, in dem viele alte Konsolen stehen, an denen man teilweise direkt losspielen kann - und das oft zu zweit gegeneinander.

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Seltsame Digitalwelt: Schlimmer geht immer

Sky Ticket und ich werden keine Freunde mehr. Ich abonniere den Streamingdienst zugegebenermaßen immer nur kurzzeitig, wenn ich günstig und legal HBO-Serien schauen will. Dann jedoch rege ich mich dauernd auf, vor allem über die schlechte Bedienbarkeit der Playstation-4-App. Diesen Sommer, Sky köderte mich ständig mit Werbemails und Angeboten, wurde ich wieder schwach. Die zweite Staffel "Westworld" lockte - und eine Überarbeitung der furchtbaren App. "MARKUS, das neue Sky Ticket für deine PlayStation 4 ist da", versprach mir so eine Mail.

Beispiele für Werbe-Mails: Sky Ticket dachte diesen Sommer oft an mich

Ich mache es kurz: D ie Sommer-Affäre von Sky Ticket und mir nimmt wohl kein gutes Ende, was sich schon an Tag eins abzeichnete, als mir das Angebot an einem Sonntagabend prompt den Dienst verweigerte. Wartungsarbeiten, na klar. Dann bemerkte ich noch, dass die zweite " Westworld"-Staffel, im Frühjahr in gefühlt jeder Werbemail erwähnt und erst Ende Juni in den USA geendet, schon seit fast vier Wochen gar nicht mehr auf Sky Ticket verfügbar ist. Und die neue App, die ein "intuitives Design" verspricht, sieht weder gut aus, noch lässt sie sich auf der Playstation intuitiv bedienen. Dafür ist sie jetzt schon mehrfach mitten in Videos abgestürzt.

Nicht alles war also früher schlechter, beim alten Sky Ticket für die Playstation 4. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das mal schreibe.


App der Woche: "Shorty"
getestet von Tobias Kirchner

Michal Mrocek

Wer auf seinem Smartphone häufig schnell auf Links, Fotos oder Textdokumente zugreifen muss, sollte sich die App shorty genauer anschauen. Damit kann fast alles, was auf dem Gerät hinterlegt ist, einen eigenen Verweis bekommen. Dieser taucht dann zwischen den Apps im Startmenü des Smartphones auf.

Shorty bietet dabei eine übersichtliche Möglichkeit, die ausgewählten Inhalte zu verwalten. Mit Farben und einer näheren Beschreibung, die man selbst verfassen kann, behält man den Überblick zwischen den verschiedenen Dateien.

Gratis von Michal Mrocek, ohne In-App-Käufe: Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Darum sollten Sie RSS nutzen" (fünf Leseminuten)
    Sagen Ihnen die drei Buchstaben RSS etwas? Falls ja, können Sie diesen Artikel von "Süddeutsche"-Autor Simon Hurtz wohl überspringen. Wenn nicht, könnte er Ihren Nachrichtenkonsum im Netz radikal verändern.
  • "Die künstliche Intelligenz findet: Menschen verhalten sich seltsam" (zehn Leseminuten)
    Für "Zeit Online" hat Dirk Peitz den Computerwissenschaftler Greg Brockman interviewt: Sein Team und er haben eine KI im komplexen Online-Spiel "Dota 2" trainiert und gegen menschliche Gegner antreten lassen.
  • "John Green is a Fortnite Pacifist" (Video-Serie, 15 bis 24 Minuten je Folge)
    Ich schieße nicht zuerst: Nach diesem Motto spielt der Bestseller-Autor John Green ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") neuerdings auf YouTube das Actionspiel "Fortnite". Let's-Play mal anders.

Ich wünsche Ihnen eine verspielte Woche, Ihr

Markus Böhm

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schlauchschelle 20.08.2018
1. nur 28°C?
Ist ja fast wie Winter xD. Ich war schon auf der GC, da waren es im Schatten 38°C, müsste, IIRC, 2012 gewesen sein. Ich selbst gehe nicht mehr zur GC, weil es viel zu überlaufen ist. An den Hauptattraktionen steht man locker bis zu 4 Stunden, in den angesagten Hallen wird man nur noch geschoben. Wem es gefällt, viel Spaß und viel abgreifen ("Tiiiiiiiii-Shööööörts") ^_^.
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