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Serverabschaltung: Hunderte Spiele verlieren Multiplayer-Modus

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Spiel "Red Dead Redemption": Auf Rockstar-Liste, jedoch weiter online spielbar Zur Großansicht

Spiel "Red Dead Redemption": Auf Rockstar-Liste, jedoch weiter online spielbar

Mit Freunden "Battlefield 2" im Internet spielen? Das geht bald nicht mehr, weil das Spielenetzwerk GameSpy seine Server abschaltet. Betroffen sind Hunderte Titel, darunter "Command & Conquer: Generäle" und "Crysis".

Das Spielenetzwerk GameSpy wird in zwei Wochen die Server abschalten - und damit die Mehrspieler-Funktion von Hunderten Computerspielen blockieren. Betroffen sind Titel der größten Spieleverlage und alle Multiplayer-Spiele für Nintendo Wii und DS.

Ältere Spiele, die nur auf GameSpy als Vermittler zwischen mehreren übers Internet zusammengeschalteten Spielern setzen, brauchen ein Update, um auch weiterhin Multiplayer-Partien anbieten zu können. Die Chancen dafür sind allerdings bei sehr alten Titeln gering.

Der Spieleverlag Electronic Arts, der bei vielen Spielen GameSpy einsetzte, hat jetzt angekündigt, ältere Spiele nicht mehr umzurüsten. "Wir haben leider aufgrund der technischen Herausforderungen und Sorgen um das Spielerlebnis keine Lösung. Die Online-Funktion von EA-Spielen auf der GameSpy-Plattform werden Ende Juni eingestellt."

Zu den betroffenen Spielen gehören viele Titel mit großem Namen - eine Liste samt Abschaltdaten veröffentlicht EA hier. Zu den vielen betroffenen Titeln gehören unter anderem

  • "Battlefield 2", "Need for Speed: Hot Pursuit 2", "Command & Conquer: Generäle", "Crysis" und "Crysis 2".

Eine vollständige Liste aller betroffenen Spiele aller Hersteller versuchten einige Reddit-Mitglieder zusammenzutragen. Mit wenig Erfolg: GameSpy steckt in zu vielen Spielen, und es ist noch unklar, welche Firmen sich um ihre alten Spiele und treuen Spieler kümmern werden. Nur nach und nach veröffentlichen nun die Verlage Listen ihrer GameSpy-Spiele:

  • bei Rockstar sind es unter anderem "Max Payne 3", "Red Dead Redemption" und eingeschränkt auch "Grand Theft Auto IV" (der Multiplayer-Modus soll allerdings jeweils verfügbar bleiben, mit Ausnahme der Mac-Version von "Max Payne 3")
  • bei Bohemia Interactive "Arma: Resistance" bis "Arma 2" (man arbeitet aber an Alternativen für "Arma 2: Operation Arrowhead"; da "Arma 3" auf Steam läuft, funktioniert es auch weiterhin)
  • bei 2K Games "Civilization III" bis "Civilization IV, "Borderlands" (für PS3), "Close Combat", "Stronghold 2" und mehr (man plane aber Umsetzungen für die "Civ"-Reihe und "Borderlands" für PC).

Entsprechend frustriert sind viele Spieler. Dass sie zunehmend auf das Wohlwollen der Spielefirmen und Server-Betreiber angewiesen sind, ist schon länger ein Kritikpunkt. Mit dem GameSpy-Ende bekommen sie wieder einmal vorgeführt, dass man moderne Computerspiele oft nur auf Zeit kauft - und die Hersteller irgendwann entscheiden können, ob ein Spiel noch spielbar bleibt.

GameSpy selbst will nicht verantwortlich sein. Schon im Dezember wiesen die Verantwortlichen im Blog jede Schuld von sich: Man verstehe die Frustration der Spieler, schuld seien aber die Spieleverlage, die irgendwann nicht mehr zahlten. GameSpy habe aber, auch nachdem Spieleverlage teilweise jahrelang kein Geld für die GameSpy-Dienstleistungen überwiesen hatten, noch immer Multiplayer-Funktionen bereitgestellt.

Profiteur dieser Entwicklung dürfte derzeit nur der GameSpy-Konkurrent GameRanger sein, der mehrere GameSpy-Spiele unterstützt. Dass GameSpy die Server abschaltet, war noch nicht sehr lange bekannt. Erst im Januar 2013 verkündete das Unternehmen, künftig die Multiplayer-Technik nicht mehr an Spielefirmen zu lizenzieren.

fko

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1. So ist das eben...
Jazztar 12.05.2014
Zitat von sysopMit Freunden "Battlefield 2" im Internet spielen? Das geht bald nicht mehr, weil das Spielenetzwerk GameSpy seine Server abschaltet. Betroffen sind Hunderte Titel, darunter "Fifa 11" und "Crysis". http://www.spiegel.de/netzwelt/games/gamespy-schaltet-multiplayer-modus-bei-hunderten-spielen-ab-a-968864.html
Mit nachhaltigen Produkten ist der Turbokapitalismus nunmal nicht kompatibel.
2. Huh ?
trevorcolby 12.05.2014
BF 2 ohne Gamespy nicht mehr Spielbar ? Also ich dachte, als ich damals BF2 immer zocke, dass die Ranked-Server von sonstwem waren (konnte man sogar mieten gegen Geld) und von EA etc. Oder war GameSpy nur eine Alternative für MM-Partien bei BF2 ? Wenn ja, verstehe ich die Aufzählung nicht und das Klagelied. dazu
3.
themistokles 12.05.2014
Und gleich der erste Beitrag wieder Häme, Spott und Beschimpfungen. Deutschland, deine Menschen....
4.
plumplori1975 12.05.2014
Das ist einer meiner sehr alten Kritikpunkte. Spiele neueren Datums sind in der Regel "geliehen" trotz des Vollpreises den der Kunde zahlt. Sollten Sie mal auf den Gedanken kommen, Spiele z.B. auf ihrem Multimedia-Laptop auf Reisen mitzunehmen und diese z.B. auf einem Kreuzfahrtschiff, im Flugzeug oder in einem Land mit unterentwickeltem Internet zu spielen, werden Sie feststellen das Sie das nicht können. Viele Spiele benötigen einen ständigen Online-Anschluss, was keinen wirklichen Sinn ergibt, weil oftmals hier nur Daten gesammelt werden, aber selten Spielerelevante Daten geliefert und in Wirklichkeit nur ein vorgeschobener Kopierschutz ist. Trotz dieser Gängelei der Kunden, werden Spiele mit Onlinefunktion gecrackt und auf speziellen Seiten zum Download angeboten. Der ehrliche Kunde wird verar...t und hat null Besitzansprüche für sein gekauftes Medium, aber der unehrliche Spieler wird dadurch trotzdem nicht aufgehalten und besorgt seinen Nachschub weiterhin illegal. Spiele mit Onlinezwang umgehe ich, auch wenn viele Titel einfach Super sind. Diese leihe ich mir dann eben in der Videothek. Spiele die ich auch nach dem Zusammenbruchs des Internets weiter spielen kann, werden von mir gekauft.
5. P2p
quark@mailinator.com 12.05.2014
Wir müssen weg von den zentralen Servern, hin zu Peer2Peer ... nicht nur für Spiele, auch für Suche und soziale Netzwerke. Bei Peep2Peer würde die Überwachung deutlich schwerer, ebenso Zensur oder Blockade und man wäre unabhängig von einzelnen Firmen, weil jeder Rechner im Netz einen Teil der Gesamtresource darstellt.
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