"Halo 5: Guardians" im Test Mit der Schubdüse übers Schlachtfeld

"Halo 5: Guardians" ist Microsofts große Hoffnung für das Weihnachtsgeschäft. Doch kann der neue Shooter die Erwartungen der Spielefans erfüllen? Der Test.

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Ein tiefer Riss zieht sich über das goldene Visier des Master Chiefs, der Hauptfigur der "Halo"-Serie. Der Riss ist das Resultat der Auseinandersetzung mit seinem Gegenspieler Jameson Locke, Anführer des Feuerteams Osiris.

Das Bild des angeschlagenen Supersoldaten ist symbolträchtig, es passt zur Situation von Microsofts Xbox One. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass auf jede verkaufte Xbox One bislang rund zwei Playstation-4-Verkäufe kamen. Daran soll sich nun etwas ändern: dank "Halo 5: Guardians", Microsoft größter Hoffnung fürs Weihnachtsgeschäft, die seit Dienstag im Laden steht.

Das Entwicklerstudo 343 Industries hat den Fokus diesmal eindeutig auf den Mehrspielerbetrieb gelegt. Selbst in der Einzelspielerkampagne dominiert das Wir-Gefühl. Dort ist man stets mit einem Viererteam unterwegs und darf sich aussuchen, ob man computergesteuerte oder echte Onlinemitspieler an seiner Seite haben möchte. "Halo 5" ist als Gemeinschaftserlebnis konzipiert - auch wenn der Splitscreen-Modus für das kooperative Spiel an einer Konsole diesmal fehlt.

Darum geht es in "Halo 5"

Die Story des Spiels im Schnelldurchlauf: Den Master Chief plagen nach den Geschehnissen in "Halo 4" Visionen seiner Computerbegleiterin Cortana. Deshalb geht er mit seinen Kameraden des blauen Teams auf die Suche nach ihr. Das wiederum ruft Jameson Locke, einem im "Halo"-Kosmos bekannten Charakter, und dessen Feuerteam Osiris auf den Plan. Der Master Chief gilt nun als Deserteur und soll zurück zum Oberkommando des United Nations Space Command gebracht werden.

So gut ist die Kampagne

Das Katz-und-Maus-Spiel wird rasant erzählt, "Halo 5" ist schneller als seine Vorgänger. Neuerdings katapultieren sich sich die Hightech-Krieger mit Schubdüsen über das Schlachtfeld, zertrümmern Außerirdische mit Attacken aus der Luft und schießen durch futuristische Hologramm-Visiere.

Spielt man die Kampagne ohne menschliche Begleiter, lassen sich die Computerhelfer mithilfe eines simplen Kommandosystems anweisen. Außerdem helfen sich die Kämpfer gegenseitig wieder auf die Beine, falls einer im Kugelhagel mal zu Boden geht.

"Halo 5" ist schick: Für Einzelspieler bietet der Shooter aber wenig
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"Halo 5" ist schick: Für Einzelspieler bietet der Shooter aber wenig

Viel Neues erleben Shooter-Fans in der Kampagne von "Halo 5" leider nicht. Die Protagonisten kämpfen sich im Wechselspiel durch schlauchige Gänge und größere Arenen. Zwischendurch gibt es Fahrzeugsequenzen mit Gleitern, Buggys oder Kampfläufern, und in einigen Abschnitten darf man frei herumlaufen und mit Computerfiguren plaudern. Nach sechs bis acht Stunden ist der Spaß vorbei.

Die Levels sind sehenswert gestaltet, die Schusswechsel strotzen vor Effekten und Explosionen. Ein Lob verdient sich "Halo 5" für seine filmhaften Zwischensequenzen. Diese erinnern nicht nur an Blockbuster wie "Guardians of the Galaxy", sondern wurden auch äußerst professionell synchronisiert.

Das bietet der Mehrspielermodus

Die größte Stärke von "Halo 5" ist jedoch der Mehrspielermodus. Erst im Wettstreit mit anderen Spielern kommen die vielen kleinen Neuerungen des Shooters wirklich zum Tragen. Besonders der sogenannte Arena-Modus mit zwei Viererteams dürfte sich bestens für E-Sport-Turniere eignen. Auf vergleichsweise kleinen Karten kommt es in Wildwestmanier zu Mensch-gegen-Mensch-Duellen. Zieht man hier seine Waffe zu spät oder überlegt zu lange, hat man meist schon verloren.

Ungleich langsamer, dafür chaotischer läuft der "Kriegsgebiet"-Modus ab. Hier streiten zwei Teams mit jeweils zwölf Mitgliedern um die Vorherrschaft. Doch die Parteien erhalten nicht nur Punkte für Abschuss und Eroberung der drei Flaggenpunkte, zusätzlich tauchen auch immer wieder Alien-Endgegner auf. Durch diese eingestreuten Computerfeinde tobt der Onlinekrieg an mehreren Fronten - und die Spieler entscheiden selbst, wo sie gerade mitmischen wollen.

Kampfszene aus "Halo 5": Immer wieder tauchen im "Kriegsgebiet"-Modus Computer-Bossgegner wie dieser Prometheaner-Krieger auf
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Kampfszene aus "Halo 5": Immer wieder tauchen im "Kriegsgebiet"-Modus Computer-Bossgegner wie dieser Prometheaner-Krieger auf

Die neuen Sammelkarten

Zusätzlich motiviert werden Onlinespieler durch sogenannte REQ-Packs. Diese virtuellen Sammelkarten ermöglichen es, zum Beispiel neue Waffen, Ausrüstungsgegenstände oder Kleidungsstücke freizuschalten. Das für die REQ-Packs notwendige Kleingeld erhalten Spieler durch Partien im Arena- oder "Kriegsgebiet"-Modus. Eine Bezahloption gibt es ebenfalls, der Echtgeldeinsatz ist aber eigentlich überflüssig.

Fazit

Wer "Halo 5" allein der Story wegen spielt, könnte enttäuscht werden. Die Einzelspielerkampagne ist zwar ähnlich unterhaltsam wie die der Vorgänger, bietet aber kaum Innovatives. Vielmehr jagt ein Feuergefecht das nächste, wirklich dramatische Momente sind selten. Online dagegen spielt der Xbox-One-Titel seine ganze Stärke aus. "Halo 5" ist umso besser, je mehr Mitspieler man hat.


"Halo 5: Guardians" von Microsoft, Xbox One; Deutsch; ca. 70 Euro; ab 16 Jahren; der Mehrspielermodus setzt eine Xbox-Live-Mitgliedschaft (ca. 50 Euro für ein Jahr) voraus.

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
feyvel 27.10.2015
1. Zeitverschwendung
Dieses kindische Ballerspiel ist einfach nur Zeitverschwendung. Mit der Maus kleine Männchen töten. Sinnloser gehts nicht. Vielleicht was für Teenies.
Mr Bounz 27.10.2015
2. Ahnunglose schreiben Tests
Wie kann ein Mensch bei Halo, das IMMER schon das beste Beispiel für den besten "Mehrspielerbetrieb" war, nach der totalen Kastration dieses Mehrspielererlebnisses solch eine "Einleitung" schreiben. Der Fokus der Entwickler lag auf so etwas nebensächlichem wie FPS und Auflösung. Es ist für jeden echten Halo Fan unerträglich das der immer für unglaublichen Spielspaß sorgende Splitscreen Modus abgeschafft wurde. Gemeinsam an einer Konsole zu Spielen, seine Freunde zu sehen (in Echt) und trotzdem einen klasse Shooter zu spielen war das besondere an Halo, jetzt ist es weg. Ich habe wirklich alle Teile (auch) mit meiner Frau (Ja ich bin verheiratet und Vater) durchgespielt. Einige nicht nur einmal!! Aber bei Halo5 müssen wir uns jetzt getrennt vor verschiedene Bildschirme setzen und online miteinander spielen .... Das muß wohl dieser Vortschrit sein von dem alle immer reden. Kopfschüttel. P.S. Das erste Halo bei dem ich nicht schon am Vorabend die Disc in Händen hielt und das erste Halo bei dem ich nicht mal sicher bin ob ich es kaufe.
spon-49j-k5ri 27.10.2015
3.
Wir haben seit Halo 1 (habe da etwas später gestartet) seit 2004 alle Halo Teile ob ODST oder welches auch immer entweder im Splitscreen auf einer Konsole oder auch mit 4 Mann an zwei Konsolen auf Legendär gespielt. Das Spiel war grandios und die Story für mich zweifelsfrei das beste was ich bisher in einem Videospiel gesehen habe. 12 Jahre später ist bei uns (mittlerweile teilweise verheiratet und von Stuttgart bis Bremen verteilt) die Enttäuschung riesig das es keinen Splitscreen mehr gibt. Ich hatte mir schweren Herzens wahrscheinlich sogar eine gekauft und die zweite One hätte man auch noch gefunden. Aber so leider für uns/mich wertlos aber vielleicht gibt es ja noch nen Update. Irgendwann mal.
Teddy0 27.10.2015
4.
Zitat von Mr BounzWie kann ein Mensch bei Halo, das IMMER schon das beste Beispiel für den besten "Mehrspielerbetrieb" war, nach der totalen Kastration dieses Mehrspielererlebnisses solch eine "Einleitung" schreiben. Der Fokus der Entwickler lag auf so etwas nebensächlichem wie FPS und Auflösung. Es ist für jeden echten Halo Fan unerträglich das der immer für unglaublichen Spielspaß sorgende Splitscreen Modus abgeschafft wurde. Gemeinsam an einer Konsole zu Spielen, seine Freunde zu sehen (in Echt) und trotzdem einen klasse Shooter zu spielen war das besondere an Halo, jetzt ist es weg. Ich habe wirklich alle Teile (auch) mit meiner Frau (Ja ich bin verheiratet und Vater) durchgespielt. Einige nicht nur einmal!! Aber bei Halo5 müssen wir uns jetzt getrennt vor verschiedene Bildschirme setzen und online miteinander spielen .... Das muß wohl dieser Vortschrit sein von dem alle immer reden. Kopfschüttel. P.S. Das erste Halo bei dem ich nicht schon am Vorabend die Disc in Händen hielt und das erste Halo bei dem ich nicht mal sicher bin ob ich es kaufe.
Splitscreen wurde nicht eingebaut weil die xbox one nicht genug Rechenleistung dafür hat.
al3x4nd3r 27.10.2015
5.
Wer die Vorgänger von Handlung und Gameplay mochte, wird auch dieses Mal Spaß haben.
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