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Rückkehr der Horrorspiele: Die neue Lust an der Angst

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Horrorspiel "Among the Sleep": Zwei Stunden Grauen, gesehen durch die Augen eines Kindes Zur Großansicht
Krillbite Studio

Horrorspiel "Among the Sleep": Zwei Stunden Grauen, gesehen durch die Augen eines Kindes

Indie-Videospiele wie "Amnesia" oder "Slender" sind Überraschungshits. Plötzlich gibt es eine Flut von neuen Titeln rund ums Grauen. Wir haben sie uns näher angesehen - und ein paar Perlen gefunden.

Der Gang ist schmal und lang, an den Wänden krabbeln Küchenschaben. Steigt man die Kellertreppe herunter und öffnet die Tür, steht man wieder genau dort, wo man anfangs losgegangen ist. Immer wieder. Aber irgendetwas verändert sich. Hinter einer angelehnten Tür sind seltsame Geräusche zu hören - ein wimmerndes Baby, ein verletztes Tier? Plötzlich steht eine Frauengestalt im Schatten, reglos. Dann geht das Licht aus.

"P.T." war eine der wenigen großen Überraschungen der Gamescom. Die kurze Demoversion sollte Erwartungen wecken für "Silent Hills", ein für 2016 geplantes Horrorspiel. Stardesigner Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") und Regisseur Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") sorgten mit der kurzen spielbaren Szene wie aus einem Albtraum für Furore: Viele YouTube-Stars probierten sie aus und stellten ihre eigenen, entsetzten Reaktionen als Clip ins Netz.

Vom Indie-Hit zum Hochglanz-Entsetzen: Die wichtigsten aktuellen Horrortitel zum Durchklicken

Frictional Games

"Amnesia: The Dark Descent"

Frictional Games, die Macher von "Amnesia: The Dark Descent" (2010, PC, Macintosh und Linux), zitieren als Inspiration die Survival-Horrorspiele der Neunzigerjahre, aber auch Autoren wie Edgar Allan Poe, Stephen King und jede Menge Horrorfilme. Im 19. Jahrhundert muss Protagonist Daniel eine Burg in Ostpreußen erkunden und herausfinden, warum er mittels einer Chemikalie absichtlich Teile seines eigenen Gedächtnisses gelöscht hat.

Frictional Games

"Amnesia: The Dark Descent"

Das Horror-Adventure wird durchgehend in Ich-Perspektive gespielt. Im Vordergrund stehen das Lösen von physikbasierten Rätseln, das Innenleben der psychisch zerrütteten Hauptfigur und der Überlebenskampf. Besonderheit: Man muss das gesamte Spiel über auf den Einsatz von Waffen verzichten und an den albtraumhaften Kreaturen vorbeischleichen. 2011 folgte das kostenlose Zusatzkapitel "Justine", zudem existieren im Netz etliche "Amnesia"-Mods von Hobby-Programmierern.

Red Barrels

"Outlast"

"Outlast" vom kanadischen Indie-Entwickler Red Barrels wurde 2013 auf dem PC zum Hit auf dem Download-Portal Steam, dieses Jahr folgten Konsolen-Umsetzungen für Playstation 4 und Xbox One sowie das Zusatzkapitel "Whistleblower". In der Rolle des Journalisten Miles Upshur gilt es, eine scheinbar verlassene Psychiatrie zu erkunden. Wie sich aber nur allzu schnell herausstellt, ist sie nicht wirklich leer. Der Plot vermengt Glauben ans Übernatürliche mit dem realen Grauen einer unethischen Wissenschaft.

Red Barrels

"Outlast"

Horror-Exkurs: "Outlast" orientiert sich stilistisch stark an Found-Footage-Streifen wie "Rec", "The Tunnel" oder "Blair Witch Project". Der Blick durch die Kamera engt das Sichtfeld ein und verstärkt so das Gefühl der Unterlegenheit. Wie auch in "Amnesia" ist der Spielcharakter gegen die bösartigen und verstörend aussehenden Angreifer wehr-, da waffenlos.

Blue Isle Studios

"Slender: The Arrival"

Internetphänomen: Mit dem unheimlichen Slender Man hat Eric Knudsen einen modernen Horror-Mythos geschaffen, der sich mittlerweile in etlichen Spielen wiederfindet. Vor allem "Slender: The Arrival" von 2013 war ein Download-Erfolg und schaffte es von PC und Macintosh jüngst auch auf die Konsolen Playstation 3 und Xbox 360. Die Wackelkamera ist hier ebenfalls ein wichtiges Stilelement.

Blue Isle Studios

"Slender: The Arrival"

"Slender: The Arrival" ist der Nachfolger zum kostenlosen "The Eight Pages", das nicht zuletzt dank zahlreicher YouTube-Videos schnell Kultstatus erlangte. Der zweite Teil ist technisch besser, umfangreicher und noch gruseliger, kostet dafür aber knapp zehn Euro. Die gut investiert sind: Die allgegenwärtige Bedrohung durch den Slender Man mutiert zum spielbaren Psychoterror; die Entwickler schicken den Spieler durch dunkle Gänge und Gassen, strapazieren sein Nervenkostüm mit plötzlichen Bildverzerrungen und subtilen Soundeffekten. Das Spiel unterstützt die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift.

Zombie Studios

"Daylight"

Immerhin innovativ: Das im April 2014 für PC und Playstation 4 erschienene Indie-Horrorspiel "Daylight" hätte zwar spielerisch besser geraten können, vereinigt aber einige interessante Ideen. So generiert der Download-Titel zufällig verschachtelte Labyrinthumgebungen und integriert das Smartphone als Multifunktionsgerät.

Zombie Studios

"Daylight"

"Daylight" hat einige gelungene Schockeffekte zu bieten, und die zufälligen Level-Variationen sind eine gute Idee. Die schwache Technik und die ziemlich dürftig von den "Slender"-Spielen kopierte Mechanik machen die guten Ansätze aber zunichte.

Benjamin Rivers

"Home"

Horror im Retro-Stil: Das iOS- und PC-Experiment "Home" aus dem Jahr 2012 verfrachtet Grusel und Rätselei in eine charmant-pixelige 2D-Welt. Der Kanadier Benjamin Rivers hat es im Alleingang entwickelt, noch dieses Jahr sollen Umsetzungen für Playstation 4 und PS Vita kommen.

Black Curtain Studio

"One Late Night"

Gratis-Spätschicht: In "One Late Night" wacht ein namenloser Programmierer nach einem Nickerchen allein in einem menschenleeren Büro auf. Das PC-Spiel ist kurz, aber nervenaufreibend: Bei der Suche nach einem Kaffee findet man erst Hinweise auf das Verschwinden eines Kollegen, später wird man gar von der eigenen Mutter verfolgt, die plötzlich zur Ur-Ur-Großmutter mutiert ist.

Black Curtain Studio

"One Late Night"

"One Late Night" sieht für eine kostenloses Spiel recht gut aus und bietet trotz seiner simplen Point-and-Click-Mechanik tiefgründigen Grusel. In Indie-Verzeichnissen wie Indie DB (www.indiedb.com) finden sich etliche solcher kostenlosen und interessanten Horror-Titel für den PC.

Joonas Rikkonen

"SCP Containment Breach"

Ein weiterer kostenloser und äußerst ungewöhnlicher PC-Horror-Trip ist "SCP Containment Breach" (www.scpcbgame.com). Der Spieler versucht, aus einer Forschungseinrichtung zu entkommen, die von gefährlichen Wesen heimgesucht wird. Dies bewerkstelligt man, indem man unter anderem Schlüssel für verschlossene Türen findet oder zeitgesteuerte Mechanismen mit dem richtigen Timing bedient. Dabei muss man stets vor den lauernden Kreaturen auf der Hut sein, die einen nur angreifen, wenn man sie nicht direkt anblickt. Problem: Der eigene Charakter blinzelt regelmäßig. Das sorgt für ständige Angst.

Krillbite Studio

"Among the Sleep"

Die neue Welle der Horrorspiele scheut sich nicht vor mutigen Experimenten. Im via Kickstarter finanzierten und von einem Elf-Mann-Team programmierten "Among the Sleep", das Ende Mai 2014 für PC und Playstation 4 als Downloadspiel erschienen ist, erlebt der Spieler die Welt aus den Augen eines zweijährigen Kindes. Mama ist weg, ein Teddybär spricht mit einem und das heimelige Zuhause hat sich in eine unheimliche Parallelwelt verwandelt.

Krillbite Studio

"Among the Sleep"

Man bekommt die körperlichen Beschränkungen eines Kleinkindes regelrecht zu spüren, ist der Umgebung schutzlos ausgeliefert. Es gilt immer wieder, kleinere Rätsel zu lösen. Das ist spielerisch ziemlich anspruchslos, trotzdem bietet das Spiel einen gut zweistündigen, intensiven Horrortrip.

Endnight Games

"The Forest"

Das Indie-Projekt "The Forest" für den PC verfrachtet seine Spieler auf eine von nachtaktiven Mutantenkannibalen bewohnte Insel. In deren offener Welt muss dann durchs Sammeln von Ressourcen, den Bau von Waffen, das Aufstellen von Fallen und die Konstruktion eines Lagers überlebt werden.

Endnight Games

"The Forest"

Gerade mal vier Mitarbeiter werkeln an dem Survival-Spiel, das Ende Mai 2014 in einer Alpha-Version als "Early Access"-Titel auf Steam veröffentlicht wurde. So können die Macher bereits Geld mit ihrer Arbeit verdienen und anhand von Spieler-Feedback gezielt Verbesserungen vornehmen.

The Astronauts

"The Vanishing of Ethan Carter"

Keinen typischen Horror, sondern eher drückenden Grusel und eine paranormal-schaurige Atmosphäre bietet der seit dem 26. September 2014 für knapp 20 Euro auf Steam und Gog.com erhältlich PC-Mystery-Thriller "The Vanishing of Ethan Carter". Im Spiel einiger ehemaliger "Bulletstorm"-Entwickler wird ein übersinnlich begabter Detektiv von einem Jungen ins beschauliche Wisconsin gerufen, wo offensichtlich schreckliche Mächte am Werk sind und blutige Morde auf ihre Aufklärung warten.

The Astronauts

"The Vanishing of Ethan Carter"

Doch bei der Ankunft des Ermittlers ist der minderjährige Auftraggeber selbst verschwunden. Das weitläufige Open-World-Abenteuer kommt ohne Kämpfe aus, bietet dafür umso mehr Rätsel – und brutal verstümmelte Leichen, pittoresk-finstere Kulissen und jede Menge Melancholie und Gänsehaut. Die Indie-Entwickler von The Astronauts empfehlen: "Es ist ein Spiel, das man nachts spielen sollte, allein, und mit Kopfhörern." Künftige Konsolen-Portierungen für PS4 und Xbox One schließt das Studio nicht aus.

Sega/ Koch

"Alien: Isolation"

Klassischer Horror in einer Triple-A-Produktion: Mit "Alien: Isolation" wollen die Entwickler von Creative Assembly den Geist des Filmklassikers "Alien" von 1979 aufgreifen. Ersten Eindrücken zufolge könnte das durchaus gelingen. In der limitierten Erstauflage hat US-Schauspielerin Sigourney Weaver im Rahmen zweier Bonusmissionen als Ellen Ripley – Protagonistin des Film-Franchise – einige Auftritte.

Sega/ Koch

"Alien: Isolation"

In Gestalt von Amanda Ripley, der Tochter von Ellen Ripley, macht man sich 15 Jahre nach dem ersten "Alien"-Film auf, um die verlassene Weltraumstation Sevastopol zu erforschen. Jederzeit hinter dem Spieler her: ein übel gelauntes Xenomorph. Wie im Filmvorbild sind es vor allem die bedrohliche Atmosphäre und der wohldosierte Einsatz von Schockeffekten, die für Nervenkitzel sorgen.

Bethesda

"The Evil Within"

Hoffnungsvolles Comeback: "Resident Evil"-Erfinder Shinji Mikami macht keinen Hehl daraus, dass Gewalt, Blut und Schmerz bei seinem Neuwerk "The Evil Within" eine große Rolle spielen. Er will nicht nur ängstigen, sondern schockieren und Entsetzen auslösen. Das Spiel erscheint im Oktober 2014 für Playstation- und Xbox-Konsolen sowie den PC.

Bethesda

"The Evil Within"

Für "The Evil Within" hat sich Mikami von den stilisierten und überzeichneten Horrorfilmen der 2000-er Jahre inspirieren lassen, die überwiegend in den USA und Japan entstanden. Stacheldraht, Schnitte in der Haut und vor allem verkrustetes Blut sind hier zentrale Stilelemente. Hauptfigur des Spiels ist Detective Sebastian Castellanos, der am Tatort eines Massenmordes ermittelt – und sich schnell in einer albtraumhaften Zwischenwelt voller Ekel-Kreaturen wiederfindet.

Frictional Games

"Soma"

Mit "Amnesia" hat das kleine Studio Frictional eine neue Flut an Horrorspielen losgetreten. Aktuell arbeiten die Schweden an "Soma", einem Spiele-Experiment für PC und Playstation 4, das nicht nur zum Gruseln, sondern auch zum Philosophieren anstacheln soll. Es konfrontiert den Spieler mit der Frage, was den Mensch von der Maschine unterscheidet.

Frictional Games

"Soma"

Schauplatz ist die Tiefsee; in einer Unterwasser-Forschungsstation mit finsteren Labors soll auf den Spieler das Grauen warten. Kreativdirektor Thomas Grip verspricht "verstörende Ideen bezüglich des Selbst, der Gedanken und des Bewusstseins." Anfang 2015 soll das Spiel erscheinen.

Lunar Software

"Routine"

Eine Mondbasis ohne jedes Zeichen von menschlichem Leben – das ist der Ausgangspunkt von "Routine" für PC und Macintosh, das sich große Action, Explosionen und Inszenierung spart. Das Ziel des Spielers: als ankommender Astronaut herauszufinden, was auf der lunaren Kolonie passiert ist. Wo sind all die Menschen hin? Wer ist dafür verantwortlich? Die Handlung soll sich dabei nahezu komplett durch die aus der Ich-Perspektive erlebbaren Kulissen im Sechziger- und Siebzigerjahre-Science-Fiction-Look, an Computern lesbaren E-Mails und Audiologbücher erschließen.

Lunar Software

"Routine"

Kämpfe? Wird es geben. Aber Flucht und Verstecken sind stets die bessere Alternative, versprechen die Macher des britischen Indie-Studios Lunar Software. Denn wer stirbt, beginnt von vorne. Das Horrorabenteuer sollte ursprünglich Virtual-Reality-Unterstützung bieten, den Entwicklern wurde bei der Benutzung von Oculus-Rift-Devkits aber schlecht, sodass man sich dagegen entschied. Der Erscheinungstermin von "Routine" ist noch offen, aktuelle Informationen findet man unter www.lunar-software.com.

Red Thread Games

"Draugen"

Mystery, Horror oder Horror-Mystery? Bei "Draugen" für PC, Macintosh, Linux und Next-Gen-Konsolen ist noch nicht ganz klar, was die Schöpfer der Adventure-Reihe "The Longest Journey" hier zusammenbrauen. Eine Art "Amnesia" trifft "Gone Home" träfe es jedoch wohl ganz gut. In aller Ruhe und von bedeutungsschwerer Atmosphäre umwabert soll der Spieler hier norwegische Fjorde und Berge durchwandern, wobei er mit der düsteren Mythenwelt Skandinaviens konfrontiert wird.

Red Thread Games

"Draugen"

Wie Ragnar Tørnquist, Designer beim norwegischen Studio Red Thred Games, schon verrät, spiele das Ganze in den Zwanzigerjahren und sei vor allem durch die düsteren Geschichten H. P. Lovecrafts und die Sagen und Legenden seiner eigenen Kindheit inspiriert. Ein Veröffentlichungstermin steht noch aus, vor 2015 sollte man nicht mit dem ambitionierten Projekt rechnen.

HK Fifty One Games

"Quadrant"

Der Held des kommenden PC-Titels "Quadrant" ist ein Experte zur Beseitigung von chemischem und biologischem Gefahrenmaterial, denn genau solches soll im Jahre 1979 in einem Forschungslabor der NASA ausgetreten sein, nachdem dort Proben einer Mond-Mission untersucht wurden. Doch ganz wahr ist das offensichtlich nicht. Denn dass einfaches Gefahrenmaterial mit Krallen und Zähnen Menschen zerfetzt und Labors verwüstet, das wäre ziemlich neu.

HK Fifty One Games

"Quadrant"

Jäger und Gejagter – das Szenario ist altbekannt. Die Entwickler vom Studio HK Fifty One wollen jedoch auch eine starke Story erzählen und versprechen dabei, dass Entscheidungen des Spielers diese in verschiedene Bahnen lenken werden. Ob das gelingt, muss sich im Februar 2015 zeigen, dann soll das Spiel auf dem Download-Portal Steam veröffentlicht werden.

Sony

"Until Dawn"

Sony kündigte auf der Gamescom 2014 das einst für Playstation 3, nun exklusiv für die Nachfolgekonsole PS4 entwickelte Horrorspiel "Until Dawn" an, das 2015 erscheinen soll. Die Geschichte erinnert an Filme wie "The Cabin in the Woods" – das lässt auf gehobenen Teenie-Terror mit einer charmanten Dosis Trash hoffen.

Sony

"Until Dawn"

Acht Freunde, eine Hütte in den Bergen, ein grausamer Todesfall – und jeder der Jugendlichen kann sterben. Das Spiel soll in neun Stunden beendet sein, aber durch mindestens zwei Handlungsmöglichkeiten in entscheidenden Situationen und laut den Entwicklern Hunderten Enden zum wiederholten Durchspielen motivieren.

Capcom

"Resident Evil"

"Resident Evil" im Doppelpack: 2015 erscheinen sowohl die "Remastered"-Version des ersten Serienteils von 1996 mit HD-Grafik und verbesserter Soundkulisse...

Capcom

"Resident Evil"

...als auch der neue Ableger "Resident Evil: Revelations 2". Beide Titel kommen für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und PC. Subtiler Horror trifft hier auf klassischen Zombie-Splatter. Interessant bei "Revelations 2" ist das moderne Episodenformat: Das Spiel wird in vier kurzen, mit dramatischen Cliffhangern endenden Einzelfolgen zum Download angeboten.

Warner Bros.

"Dying Light"

Das Multiplattform-Projekt "Dying Light" (PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC) ist ein Zombiespiel, das vor allem auf kompromisslose Action in einer offenen Spielwelt setzt. Rollenspielelemente sollen dem Untoten-Geschnetzel Tiefe verleihen. Veröffentlichungstermin: Februar 2015.

Deep Silver

"Dead Island"

Das deutsche Entwicklungsstudio Yager ("Spec Ops: The Line") setzt das vom polnischen Entwickler Techland – der jetzt "Dying Light" programmiert – erschaffene Erstlingswerk fort. Nimmt man das bislang vom Spiel Gezeigte als Maßstab, will hier jedoch keine richtige Horror-Stimmung aufkommen, stattdessen setzt der für Frühjahr 2015 geplante Titel auf Zombie-Action mit humoristischen Einlagen.

Imgn.Pro

"Kholat"

Dieses spannende Indie-Projekt eines polnischen Entwicklers konnte im Februar 2014 auf Valves Entwicklerförderungsplattform Steam Greenlight in weniger als einer Woche genügend Nutzer-Stimmen für die Aufnahme ins Steam-Angebot sammeln. "Kholat" soll noch dieses Jahr für PC, Macintosh und Linux erscheinen und greift die wahre Geschichte von neun Wanderern auf, die 1959 unter bis heute ungeklärten Umständen im Ural-Gebirge ums Leben kamen. Der Spieler muss die Ermittlungen aufnehmen – und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Carnivore Studio

"Kodoku"

Bislang existieren zum für 2015 für Playstation Vita und PS4 geplanten Horrorspiel "Kodoku" nur ein paar Bilder und ein Teaser-Trailer, das Spiel verfolgt aber visuell einen interessanten Anime-Stil. Als Journalist erforscht man darin die japanische Insel Kodoku, die von mythologischen Geistern heimgesucht wird. Schleichelemente statt tumber Action sollen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Konami

"Silent Hills"

Das in Gemeinschaftsarbeit von Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") und Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "Pacific Rim") für Playstation 4 und Xbox One entstehende "Silent Hills" erscheint erst 2016. Viel ist zu dem Spiel noch nicht bekannt, Kojima sagte aber im Rahmen der Tokyo Game Show 2014, dass es so gruselig sei, dass "man sich vor Angst in die Hosen machen wird". Der Spieldesigner deutete außerdem an, dass das Spiel unter Umständen in einzelnen Episoden veröffentlicht werden könnte, aber dies würde noch nicht feststehen.

Konami

"Silent Hills"

Auf der Gamescom 2014 in Köln wurde mit "P.T." (Playable Teaser) ein erster Appetithappen zu dem Projekt veröffentlicht, das schon eindrucksvoll zeigt, in welche Richtung "Silent Hills" gehen könnte. Sicher ist bereits, dass Norman Reedus ("The Walking Dead") die Hauptrolle spielen wird.

Kojima und del Toro greifen mit "P.T." einen Trend auf, der an die Glanzzeiten des Videospiel-Horrors anknüpft. In den Neunzigerjahren scheuten sich die Macher von Spielen wie "Alone in the Dark", "Resident Evil" und vor allem "Silent Hill" nicht davor, Spieler zutiefst zu verstören. Nach der Jahrtausendwende setzte die Branche dann stärker auf kommerziell vermeintlich lukrativere Action à la "Call of Duty". Selbst ein "Dead Space", 2008 noch im Stil von Horrorfilmen wie "Event Horizon" gestartet, endete 2013 im dritten Teil als simpler Shooter.

Doch offenbar haben die großen Publisher verstanden, dass viele Spieler sich gern mal wieder richtig fürchten wollen, subtile Schockeffekte und nachhaltiges Grauen der schnellen Ballerei vorziehen. Mit "Alien: Isolation", das die klaustrophobisch-bedrohliche Stimmung des ersten "Alien"-Films von 1979 einfängt, und "The Evil Within" vom "Resident Evil"-Erfinder Shinji Mikami erscheinen diesen Herbst gleich zwei Horrorspiele, in denen man keinen stereotypen Superkrieger verkörpert, sondern ums nackte Überleben kämpft. 2015 sollen weitere Horror-Hoffnungen folgen, darunter Sonys PS4-Exklusiventwicklung "Until Dawn", die an Filme wie "Evil Dead" erinnert. Außerdem sind zwei neue "Resident Evil"-Spiele im klassischen Survival-Horror-Format angekündigt: "Remastered" und "Revelations 2".

Indie-Studios als Vorreiter

Das schwedische Studio Frictional Games war 2007 mit der PC-Trilogie "Penumbra" und dem spirituellen Nachfolger "Amnesia: The Dark Descent" einer der Vorreiter der neuen Horrorwelle. "Wir wollten Spiele von der Art machen, die wir vermissten und die es zu dieser Zeit einfach nicht gab", sagt Kreativdirektor Thomas Grip. Die Entwickler schickten den Spieler zunächst in eine grönländische Mine, später in ein scheinbar verlassenes Schloss. Stets ist man nahezu wehrlos, muss flüchten und wird mit beängstigenden Geräuschen und optischen Effekten aus der Fassung gebracht. Die Unsicherheit des Spielers und die Dunkelheit sind hier die größte Bedrohung - und für viele genau das, was den Reiz von "Amnesia" ausmacht.

Im September 2010 als reines Downloadspiel erschienen, wurde es innerhalb von zwei Jahren über 1,4 Millionen Mal heruntergeladen. Für ein 14-Mann-Team, das hauptsächlich sich selbst verpflichtet ist und lediglich 260.000 Euro investierte, ein Riesenerfolg.

"Der Spieler ist hier nun mal kein Superheld"

"Wir hatten einige Jahre lang versucht, Ubisoft davon zu überzeugen, ein Horror-Game auf die Beine zustellen", so Philippe Morin, früher Designer hinter Serien wie "Assassin's Creed". "Aber sie wollten nicht." Also machte er aus der Not eine Tugend, gründete den kanadischen Entwickler Red Barrels und wurde zum kreativen Kopf hinter dem PC- und PS4-Schocker "Outlast".

Morin glaubt, in einigen Chefetagen werde befürchtet, dass ein Horrorspiel nicht nur unrentabel sei, sondern sich auch schlecht anpreisen und bewerben lasse. "Der Spieler ist hier nun mal kein Superheld. Im Gegenteil, er soll sich machtlos, unterlegen und bedroht fühlen", erläutert der Entwickler seine Vorstellung. "Wir wollen ihm eine solche Angst einjagen, dass er das Spiel am liebsten abschalten will. Für viele macht es scheinbar keinen Sinn, warum jemandem so etwas gefallen sollte."

Die Spieler aber lieben "Outlast". Laut Red Barrels konnte man bis heute über zwei Millionen Downloads verzeichnen. Auf einen klassischen Spieleverlag war das Studio nicht angewiesen, der reine Digitalvertrieb sei unkompliziert und ohne große Kosten gewesen. "Ich denke, das ist ein Grund, warum das Internet für Horrorspiele so toll funktioniert", erklärt der Ex-Ubisoft-Mann. "Entwickler erreichen hier ohne Umwege und bürokratische Hürden diejenigen, die diese Spiele goutieren, aber von den Großen der Industrie seit Jahren vernachlässigt werden."

"Dann bekomme ich als Spieler richtig Angst"

Alex Tintor, Gründer und Kreativdirektor von Blue Isle Studios, ist mitverantwortlich für "Slender: The Arrival". Dessen Vorgänger hat es seit seiner Gratis-Veröffentlichung im Juni 2012 auf der Entwicklerwebseite Parsecproductions auf über sechs Millionen Downloads gebracht. Für "The Arrival" verlangt das Studio rund zehn Euro. Konkrete Zahlen möchte Tintor nicht nennen, er betont aber, dass die "Downloads unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen haben".

Mitteilsamer ist der Spielemacher, wenn man ihn zum Thema Horrorspiele im Allgemeinen befragt. Er findet, dass zahlreiche vermeintliche Triple-A-Horrorspiele der letzten Jahre in Wirklichkeit "große, aufgeblasene Actiontitel" waren. Horror funktioniere vor allem im Rahmen kleinerer, persönlicher Geschichten: "Wenn du mir etwas Vertrautes aus meinem Leben vorsetzt und es dann einfach komplett auf den Kopf stellst, dann löst das ein großes Unbehagen in mir aus aus. Und dann bekomme ich als Spieler richtig Angst."

Frictional Games

"Amnesia: The Dark Descent"

Frictional Games, die Macher von "Amnesia: The Dark Descent" (2010, PC, Macintosh und Linux), zitieren als Inspiration die Survival-Horrorspiele der Neunzigerjahre, aber auch Autoren wie Edgar Allan Poe, Stephen King und jede Menge Horrorfilme. Im 19. Jahrhundert muss Protagonist Daniel eine Burg in Ostpreußen erkunden und herausfinden, warum er mittels einer Chemikalie absichtlich Teile seines eigenen Gedächtnisses gelöscht hat.

Frictional Games

"Amnesia: The Dark Descent"

Das Horror-Adventure wird durchgehend in Ich-Perspektive gespielt. Im Vordergrund stehen das Lösen von physikbasierten Rätseln, das Innenleben der psychisch zerrütteten Hauptfigur und der Überlebenskampf. Besonderheit: Man muss das gesamte Spiel über auf den Einsatz von Waffen verzichten und an den albtraumhaften Kreaturen vorbeischleichen. 2011 folgte das kostenlose Zusatzkapitel "Justine", zudem existieren im Netz etliche "Amnesia"-Mods von Hobby-Programmierern.

Red Barrels

"Outlast"

"Outlast" vom kanadischen Indie-Entwickler Red Barrels wurde 2013 auf dem PC zum Hit auf dem Download-Portal Steam, dieses Jahr folgten Konsolen-Umsetzungen für Playstation 4 und Xbox One sowie das Zusatzkapitel "Whistleblower". In der Rolle des Journalisten Miles Upshur gilt es, eine scheinbar verlassene Psychiatrie zu erkunden. Wie sich aber nur allzu schnell herausstellt, ist sie nicht wirklich leer. Der Plot vermengt Glauben ans Übernatürliche mit dem realen Grauen einer unethischen Wissenschaft.

Red Barrels

"Outlast"

Horror-Exkurs: "Outlast" orientiert sich stilistisch stark an Found-Footage-Streifen wie "Rec", "The Tunnel" oder "Blair Witch Project". Der Blick durch die Kamera engt das Sichtfeld ein und verstärkt so das Gefühl der Unterlegenheit. Wie auch in "Amnesia" ist der Spielcharakter gegen die bösartigen und verstörend aussehenden Angreifer wehr-, da waffenlos.

Blue Isle Studios

"Slender: The Arrival"

Internetphänomen: Mit dem unheimlichen Slender Man hat Eric Knudsen einen modernen Horror-Mythos geschaffen, der sich mittlerweile in etlichen Spielen wiederfindet. Vor allem "Slender: The Arrival" von 2013 war ein Download-Erfolg und schaffte es von PC und Macintosh jüngst auch auf die Konsolen Playstation 3 und Xbox 360. Die Wackelkamera ist hier ebenfalls ein wichtiges Stilelement.

Blue Isle Studios

"Slender: The Arrival"

"Slender: The Arrival" ist der Nachfolger zum kostenlosen "The Eight Pages", das nicht zuletzt dank zahlreicher Youtube-Videos schnell Kultstatus erlangte. Der zweite Teil ist technisch besser, umfangreicher und noch gruseliger, kostet dafür aber knapp zehn Euro. Die gut investiert sind: Die allgegenwärtige Bedrohung durch den Slender Man mutiert zum spielbaren Psychoterror; die Entwickler schicken den Spieler durch dunkle Gänge und Gassen, strapazieren sein Nervenkostüm mit plötzlichen Bildverzerrungen und subtilen Soundeffekten. Das Spiel unterstützt die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift.

Zombie Studios

"Daylight"

Immerhin innovativ: Das im April 2014 für PC und Playstation 4 erschienene Indie-Horrorspiel "Daylight" hätte zwar spielerisch besser geraten können, vereinigt aber einige interessante Ideen. So generiert der Download-Titel zufällig verschachtelte Labyrinthumgebungen und integriert das Smartphone als Multifunktionsgerät.

Zombie Studios

"Daylight"

"Daylight" hat einige gelungene Schockeffekte zu bieten und die zufälligen Level-Variationen sind eine gute Idee. Die schwache Technik und die ziemlich dürftig von den "Slender"-Spielen kopierte Mechanik machen die guten Ansätze aber zunichte.

Benjamin Rivers

"Home"

Horror im Retro-Stil: Das iOS- und PC-Experiment "Home" aus dem Jahr 2012 verfrachtet Grusel und Rätselei in eine charmant-pixelige 2D-Welt. Der Kanadier Benjamin Rivers hat es im Alleingang entwickelt, noch dieses Jahr sollen Umsetzungen für Playstation 4 und PS Vita kommen.

Black Curtain Studio

"One Late Night"

Gratis-Spätschicht: In "One Late Night" wacht ein namenloser Programmierer nach einem Nickerchen allein in einem menschenleeren Büro auf. Das PC-Spiel ist kurz, aber nervenaufreibend: Bei der Suche nach einem Kaffee findet man erst Hinweise auf das Verschwinden eines Kollegen, später wird man gar von der eigenen Mutter verfolgt, die plötzlich zur Ur-Ur-Großmutter mutiert ist.

Black Curtain Studio

"One Late Night"

"One Late Night" sieht für eine kostenloses Spiel recht gut aus und bietet trotz seiner simplen Point-and-Click-Mechanik tiefgründigen Grusel. In Indie-Verzeichnissen wie Indie DB (www.indiedb.com) finden sich etliche solcher kostenlosen und interessanten Horror-Titel für den PC.

Joonas Rikkonen

"SCP Containment Breach"

Ein weiterer kostenloser und äußerst ungewöhnlicher PC-Horror-Trip ist "SCP Containment Breach" (www.scpcbgame.com). Der Spieler versucht, aus einer Forschungseinrichtung zu entkommen, die von gefährlichen Wesen heimgesucht wird. Dies bewerkstelligt man, indem man unter anderem Schlüssel für verschlossene Türen findet oder zeitgesteuerte Mechanismen mit dem richtigen Timing bedient. Dabei muss man stets vor den lauernden Kreaturen auf der Hut sein, die einen nur angreifen, wenn man sie nicht direkt anblickt. Problem: Der eigene Charakter blinzelt regelmäßig. Das sorgt für ständige Angst.

Krillbite Studio

"Among the Sleep"

Die neue Welle der Horrorspiele scheut sich nicht vor mutigen Experimenten. Im via Kickstarter finanzierten und von einem Elf-Mann-Team programmierten "Among the Sleep", das Ende Mai 2014 für PC und Playstation 4 als Downloadspiel erschienen ist, erlebt der Spieler die Welt aus den Augen eines zweijährigen Kindes. Mama ist weg, ein Teddybär spricht mit einem und das heimelige Zuhause hat sich in eine unheimliche Parallelwelt verwandelt.

Krillbite Studio

"Among the Sleep"

Man bekommt die körperlichen Beschränkungen eines Kleinkindes regelrecht zu spüren, ist der Umgebung schutzlos ausgeliefert. Es gilt immer wieder, kleinere Rätsel zu lösen. Das ist spielerisch ziemlich anspruchslos, trotzdem bietet das Spiel einen gut zweistündigen, intensiven Horrortrip.

Endnight Games

"The Forest"

Das Indie-Projekt "The Forest" für den PC verfrachtet seine Spieler auf eine von nachtaktiven Mutantenkannibalen bewohnte Insel. In deren offener Welt muss dann durchs Sammeln von Ressourcen, den Bau von Waffen, das Aufstellen von Fallen und die Konstruktion eines Lagers überlebt werden.

Endnight Games

"The Forest"

Gerade mal vier Mitarbeiter werkeln an dem Survival-Spiel, das Ende Mai 2014 in einer Alpha-Version als "Early Access"-Titel auf Steam veröffentlicht wurde. So können die Macher bereits Geld mit ihrer Arbeit verdienen und anhand von Spieler-Feedback gezielt Verbesserungen vornehmen.

The Astronauts

"The Vanishing of Ethan Carter"

Keinen typischen Horror, sondern eher drückenden Grusel und eine paranormal-schaurige Atmosphäre bietet der seit dem 26. September 2014 für knapp 20 Euro auf Steam und Gog.com erhältlich PC-Mystery-Thriller "The Vanishing of Ethan Carter". Im Spiel einiger ehemaliger "Bulletstorm"-Entwickler wird ein übersinnlich begabter Detektiv von einem Jungen ins beschauliche Wisconsin gerufen, wo offensichtlich schreckliche Mächte am Werk sind und blutige Morde auf ihre Aufklärung warten.

The Astronauts

"The Vanishing of Ethan Carter"

Doch bei der Ankunft des Ermittlers ist der minderjährige Auftraggeber selbst verschwunden. Das weitläufige Open-World-Abenteuer kommt ohne Kämpfe aus, bietet dafür umso mehr Rätsel – und brutal verstümmelte Leichen, pittoresk-finstere Kulissen und jede Menge Melancholie und Gänsehaut. Die Indie-Entwickler von The Astronauts empfehlen: "Es ist ein Spiel, das man nachts spielen sollte, allein, und mit Kopfhörern." Künftige Konsolen-Portierungen für PS4 und Xbox One schließt das Studio nicht aus.

Sega/ Koch

"Alien: Isolation"

Klassischer Horror in einer Triple-A-Produktion: Mit "Alien: Isolation" wollen die Entwickler von Creative Assembly den Geist des Filmklassikers "Alien" von 1979 aufgreifen. Ersten Eindrücken zufolge könnte das durchaus gelingen. In der limitierten Erstauflage hat US-Schauspielerin Sigourney Weaver im Rahmen zweier Bonusmissionen als Ellen Ripley – Protagonistin des Film-Franchise – einige Auftritte.

Sega/ Koch

"Alien: Isolation"

In Gestalt von Amanda Ripley, der Tochter von Ellen Ripley, macht man sich 15 Jahre nach dem ersten "Alien"-Film auf, um die verlassene Weltraumstation Sevastopol zu erforschen. Jederzeit hinter dem Spieler her: ein übel gelauntes Xenomorph. Wie im Filmvorbild sind es vor allem die bedrohliche Atmosphäre und der wohldosierte Einsatz von Schockeffekten, die für Nervenkitzel sorgen.

Bethesda

"The Evil Within"

Hoffnungsvolles Comeback: "Resident Evil"-Erfinder Shinji Mikami macht keinen Hehl daraus, dass Gewalt, Blut und Schmerz bei seinem Neuwerk "The Evil Within" eine große Rolle spielen. Er will nicht nur ängstigen, sondern schockieren und Entsetzen auslösen. Das Spiel erscheint im Oktober 2014 für Playstation- und Xbox-Konsolen sowie den PC.

Bethesda

"The Evil Within"

Für "The Evil Within" hat sich Mikami von den stilisierten und überzeichneten Horrorfilmen der 2000-er Jahre inspirieren lassen, die überwiegend in den USA und Japan entstanden. Stacheldraht, Schnitte in der Haut und vor allem verkrustetes Blut sind hier zentrale Stilelemente. Hauptfigur des Spiels ist Detective Sebastian Castellanos, der am Tatort eines Massenmordes ermittelt – und sich schnell in einer albtraumhaften Zwischenwelt voller Ekel-Kreaturen wiederfindet.

Frictional Games

"Soma"

Mit "Amnesia" hat das kleine Studio Frictional eine neue Flut an Horrorspielen losgetreten. Aktuell arbeiten die Schweden an "Soma", einem Spiele-Experiment für PC und Playstation 4, das nicht nur zum Gruseln, sondern auch zum Philosophieren anstacheln soll. Es konfrontiert den Spieler mit der Frage, was den Mensch von der Maschine unterscheidet.

Frictional Games

"Soma"

Schauplatz ist die Tiefsee; in einer Unterwasser-Forschungsstation mit finsteren Labors soll auf den Spieler das Grauen warten. Kreativdirektor Thomas Grip verspricht "verstörende Ideen bezüglich des Selbst, der Gedanken und des Bewusstseins." Anfang 2015 soll das Spiel erscheinen.

Lunar Software

"Routine"

Eine Mondbasis ohne jedes Zeichen von menschlichem Leben – das ist der Ausgangspunkt von "Routine" für PC und Macintosh, das sich große Action, Explosionen und Inszenierung spart. Das Ziel des Spielers: als ankommender Astronaut herauszufinden, was auf der lunaren Kolonie passiert ist. Wo sind all die Menschen hin? Wer ist dafür verantwortlich? Die Handlung soll sich dabei nahezu komplett durch die aus der Ich-Perspektive erlebbaren Kulissen im Sechziger- und Siebzigerjahre-Science-Fiction-Look, an Computern lesbaren E-Mails und Audiologbücher erschließen.

Lunar Software

"Routine"

Kämpfe? Wird es geben. Aber Flucht und Verstecken sind stets die bessere Alternative, versprechen die Macher des britischen Indie-Studios Lunar Software. Denn wer stirbt, beginnt von vorne. Das Horrorabenteuer sollte ursprünglich Virtual-Reality-Unterstützung bieten, den Entwicklern wurde bei der Benutzung von Oculus-Rift-Devkits aber schlecht, sodass man sich dagegen entschied. Der Erscheinungstermin von "Routine" ist noch offen, aktuelle Informationen findet man unter www.lunar-software.com.

Red Thread Games

"Draugen"

Mystery, Horror oder Horror-Mystery? Bei "Draugen" für PC, Macintosh, Linux und Next-Gen-Konsolen ist noch nicht ganz klar, was die Schöpfer der Adventure-Reihe "The Longest Journey" hier zusammenbrauen. Eine Art "Amnesia" trifft "Gone Home" träfe es jedoch wohl ganz gut. In aller Ruhe und von bedeutungsschwerer Atmosphäre umwabert soll der Spieler hier norwegische Fjorde und Berge durchwandern, wobei er mit der düsteren Mythenwelt Skandinaviens konfrontiert wird.

Red Thread Games

"Draugen"

Wie Ragnar Tørnquist, Designer beim norwegischen Studio Red Thred Games, schon verrät, spiele das Ganze in den Zwanzigerjahren und sei vor allem durch die düsteren Geschichten H. P. Lovecrafts und die Sagen und Legenden seiner eigenen Kindheit inspiriert. Ein Veröffentlichungstermin steht noch aus, vor 2015 sollte man nicht mit dem ambitionierten Projekt rechnen.

HK Fifty One Games

"Quadrant"

Der Held des kommenden PC-Titels "Quadrant" ist ein Experte zur Beseitigung von chemischem und biologischem Gefahrenmaterial, denn genau solches soll im Jahre 1979 in einem Forschungslabor der NASA ausgetreten sein, nachdem dort Proben einer Mond-Mission untersucht wurden. Doch ganz wahr ist das offensichtlich nicht. Denn dass einfaches Gefahrenmaterial mit Krallen und Zähnen Menschen zerfetzt und Labors verwüstet, das wäre ziemlich neu.

HK Fifty One Games

"Quadrant"

Jäger und Gejagter – das Szenario ist altbekannt. Die Entwickler vom Studio HK Fifty One wollen jedoch auch eine starke Story erzählen und versprechen dabei, dass Entscheidungen des Spielers diese in verschiedene Bahnen lenken werden. Ob das gelingt, muss sich im Februar 2015 zeigen, dann soll das Spiel auf dem Download-Portal Steam veröffentlicht werden.

Sony

"Until Dawn"

Sony kündigte auf der Gamescom 2014 das einst für Playstation 3, nun exklusiv für die Nachfolgekonsole PS4 entwickelte Horrorspiel "Until Dawn" an, das 2015 erscheinen soll. Die Geschichte erinnert an Filme wie "The Cabin in the Woods"– das lässt auf gehobenen Teenie-Terror mit einer charmanten Dosis Trash hoffen.

Sony

"Until Dawn"

Acht Freunde, eine Hütte in den Bergen, ein grausamer Todesfall – und jeder der Jugendlichen kann sterben. Das Spiel soll in neun Stunden beendet sein, aber durch mindestens zwei Handlungsmöglichkeiten in entscheidenden Situationen und laut den Entwicklern Hunderten Enden zum wiederholten Durchspielen motivieren.

Capcom

"Resident Evil"

"Resident Evil" im Doppelpack: 2015 erscheinen sowohl die "Remastered"-Version des ersten Serienteils von 1996 mit HD-Grafik und verbesserter Soundkulisse...

Capcom

"Resident Evil"

...als auch der neue Ableger "Resident Evil: Revelations 2". Beide Titel kommen für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und PC. Subtiler Horror trifft hier auf klassischem Zombie-Splatter. Interessant bei "Revelations 2" ist das moderne Episodenformat: Das Spiel wird in vier kurzen, mit dramatischen Cliffhangern endenden Einzelfolgen zum Download angeboten.

Warner Bros.

"Dying Light"

Das Multiplattform-Projekt "Dying Light" (PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC) ist ein Zombiespiel, das vor allem auf kompromisslose Action in einer offenen Spielwelt setzt. Rollenspielelemente sollen dem Untoten-Geschnetzel Tiefe verleihen. Veröffentlichungstermin: Februar 2015.

Deep Silver

"Dead Island"

Das deutsche Entwicklungsstudio Yager ("Spec Ops: The Line") setzt das vom polnischen Entwickler Techland – der jetzt "Dying Light" programmiert – erschaffene Erstlingswerk fort. Nimmt man das bislang vom Spiel Gezeigte als Maßstab, will hier jedoch keine richtige Horror-Stimmung aufkommen, stattdessen setzt der für Frühjahr 2015 geplante Titel auf Zombie-Action mit humoristischen Einlagen.

Imgn.Pro

"Kholat"

Dieses spannende Indie-Projekt eines polnischen Entwicklers konnte im Februar 2014 auf Valves Entwicklerförderungsplattform Steam Greenlight in weniger als einer Woche genügend Nutzer-Stimmen für die Aufnahme ins Steam-Angebot sammeln. "Kholat" soll noch dieses Jahr für PC, Macintosh und Linux erscheinen und greift die wahre Geschichte von neun Wanderern auf, die 1959 unter bis heute ungeklärten Umständen im Ural-Gebirge ums Leben kamen. Der Spieler muss die Ermittlungen aufnehmen – und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Carnivore Studio

"Kodoku"

Bislang existieren zum für 2015 für Playstation Vita und PS4 geplanten Horrorspiel "Kodoku" nur ein paar Bilder und ein Teaser-Trailer, das Spiel verfolgt aber visuell einen interessanten Anime-Stil. Als Journalist erforscht man darin die japanische Insel Kodoku, die von mythologischen Geistern heimgesucht wird. Schleichelemente statt tumber Action sollen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Konami

"Silent Hills"

Das in Gemeinschaftsarbeit von Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") und Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "Pacific Rim") für Playstation 4 und Xbox One entstehende "Silent Hills" erscheint erst 2016. Viel ist zu dem Spiel noch nicht bekannt, Kojima sagte aber im Rahmen der Tokyo Game Show 2014, dass es so gruselig sei, dass "man sich vor Angst in die Hosen machen wird". Der Spieldesigner deutete außerdem an, dass das Spiel unter Umständen in einzelnen Episoden veröffentlicht werden könnte, aber dies würde noch nicht feststehen.

Konami

"Silent Hills"

Auf der Gamescom 2014 in Köln wurde mit "P.T." (Playable Teaser) ein erster Appetithappen zu dem Projekt veröffentlicht, das schon eindrucksvoll zeigt, in welche Richtung "Silent Hills" gehen könnte. Sicher ist bereits, dass Norman Reedus ("The Walking Dead") die Hauptrolle spielen wird.

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1.
Iorek_Byrnison 08.10.2014
Kann ich als Gamer alles so nur unterschreiben. Bis auf Dead Space 1, einer der besten Horrorshooter und eines der härtesten Horrorgames aller Zeiten, sind Triple-A-Titel tatsächlich eine Enttäuschung gewesen. So sehr, dass ich auch erst vorsichtig abwarte, ob "The Evil Within" wirklich der Knaller wird, als den man ihn sich vorstellt. Penumbra und Amnesia waren beide klein und sehr sehr heftig. Mit einfachsten Mitteln wurde hier wirklich schwerster Grusel erzeugt. Und "Outlast" ... kein großes Studio würde so etwas machen. Das Spiel ist einfach extrem in seiner Angst- und Unwohlzustandserzeugung. Es gab mehr als eine Stelle im Spiel, an der ich einfach ausgemacht habe und byebye gesagt habe.
2. Danke für den Artikel...
Moridin 08.10.2014
...auch wenn die Zusammenstellung sehr gemischt ist. The Vanashing of Ethan Carter ist ein richtig tolles Spiel und neben den Action- und Survival-orientierteren Titeln wurden glücklicherweise noch ein paar andere vorgestellt, die mich eher interessieren.
3.
Greyjoy 08.10.2014
Ich muss gestehen, dass ich seit Doom3 (natürlich ohne Duct Tape Mod) bei keinem Spiel mehr so "Angst" gehabt habe wie bei Outlast. Wobei man in Doom alles andere als wehrlos ist. Es könnte daran liegen, dass ich damals dabei deutlich jünger war. The Forest würde ich allerdings nicht wirklich als Horrorspiel einordnen. Eher im Bereich der Survival Games wie DayZ. So wirklich gruselig sind die Kannibalen nicht. Erst recht nicht wenn Sie total verbuggt sind und sich idiotisch verhalten. ;) Der P.T. von Kojima und del Toro ist wieder ein richtiges Highlight. Sehr mysteriös und der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Gleichzeitig ist das "Spiel" nicht so einfach und einfallslos wie die meisten Veröffentlichungen der letzten Jahre.
4.
gott777 08.10.2014
Ich bin seit meiner Jugend ein begeisterter PC und Konsolespieler, doch ich habe noch nie verstanden, was man toll daran finden soll, so ein Horrorspiel zu spielen. Das ist natürlich alles Geschmacksache aber Geld für ein Spiel auszugeben, das in mir Unwohlsein/Angst verursacht und das ich am liebsten ausschalte.... Ich hab nichtmal Slenderman durchgehalten, nachts im dunklen Schlafzimmer im Bett und im Zimmer nebenan röchelt das Baby... das ging keine 5 Minuten :-)
5. The Vanishing of Ethan Carter
spon-facebook-1053354572 08.10.2014
ist allerdings im Genre "Horror" fehl am Platze. Obwohl ich großer Fan dieser Spiele bin hat mich Ethan Carter nicht vom Hocker gerissen. Zwar schön anzuschauen, aber kaum Inhalt und viel zu kurz. Die Rätsel waren auch ziemlich leicht zu lösen.
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