Angetippt Fällt ein Hai vom Himmel

Ubisoft Entertainment

Gemetzel unter Wasser: "Hungry Shark World" ist derzeit eines der beliebtesten Handyspiele. Es versucht, an den Reiz von Trash-Filmen wie "Sharknado" anzuknüpfen.

Die Großen fressen die Kleinen: Diesem einfachen Spielprinzip folgt "Hungry Shark World", man kennt es schon von anderen Spielen wie "Fishy". Bei dem ausgesprochen simplen Browsergame steuert man einen Fisch, der kleinere Fische frisst. Mit jeder Mahlzeit wächst er, wodurch er immer größere Fische erbeuten kann. Auch das beliebte "Slither.io" funktioniert nach diesem Schema.

Bei "Hungry Shark World", das es für Android und iOS gibt, ist man als Hai im Meer unterwegs und muss Fische, Krabben, Taucher und dicke Touristen auf Luftmatratzen fressen, um nicht zu verhungern. Gleichzeitig muss man aufpassen, nicht von anderen Tieren verschlungen zu werden. Die Großen fressen die Kleinen.

Doch ganz so simpel wie bei den anderen Spielen ist es hier nicht. Die Nahrungskette ist komplizierter. Man kann nicht blind darauf vertrauen, kleinere Tiere verspeisen zu können. Im Meer schwimmen etwa Quallen und große Krebse umher, die dem Hai Schaden zufügen. Um ihnen Herr zu werden, braucht man einen größeren Hai. Den bekommt man jedoch nicht für möglichst viele gefressene Fische. Stattdessen sammelt man Erfahrungspunkte, mit denen man größere Haie freischalten kann.

Ein Hauch von Trash

Man muss schon einige Zeit spielen, um das zu schaffen. Zwischenzeitig kann man im Spiel gesammelte Punkte investieren, um den Hai schneller oder bissiger zu machen. Das lässt sich natürlich alles über bis zu 99,99 Euro teure In-App-Käufe abkürzen. Das Prinzip lautet hier also "Friss oder bezahl" und nervt genauso wie alle anderen Pay-2-Win-Strategien. Doch fairerweise muss man dem Spiel zugutehalten, dass es in der Grundversion gratis ist und zumindest ohne Werbebanner auskommt. Ab und zu muss man sich aber ein Werbevideo anschauen.

Die Steuerung ist einfach, der Hai lässt sich mit einem Finger durch das Wasser manövrieren. Doch das ist schon das einzig wirklich Simple an dem sonst aufwendigen Spiel. Das Gute daran sind die drei großen, verwinkelten Spielewelten. Die Detailreiche überlädt das Spiel jedoch auch.

Blutige Nahrungssuche

Neben der komplizierten Nahrungskette gibt es mehrere Arten, Punkte zu sammeln. Buchstaben, die sich zum Wort "hungry" zusammensetzen, geben Extrapunkte. Außerdem kann der Spieler den Hai mit allerhand Zusätzen ausrüsten, beispielsweise mit einem kleinen Begleit-Hai. Er kann Aufgaben lösen, bei denen etwa die Zahl der gefressenen Touristen vorgegeben ist, er kann einen Schub aktivieren, um den Hai kurzfristig zu beschleunigen. Das alles macht das Spielen unübersichtlich.

Ähnlich opulent ist die Grafik, die auf manche Spieler übertrieben brutal wirken könnte: Hat der Hai ein Opfer erledigt, zieht sich eine lange Blutspur durchs Wasser. Und wenn er Schwimmer angreift, kommt es zu einem detailliert animierten Kampf zwischen Hai und Mensch, der von Schreien untermalt wird. Wohl auch deshalb ist die App erst als 12 Jahren empfohlen.

Das Gemetzel verleiht dem Spiel einen Hauch von Trash. Damit wirkt es schon fast wie ein Spiele-Pendant zu den zum Kult verklärten Hai-Filmen wie "Mega Shark vs. Giant Octopus", "Haialarm auf Mallorca", "Sharktopus" oder der "Sharknado"-Reihe. Letztere handelt von Haien, die durch einen Wirbelsturm an Land geschleudert werden und dort in absurden Szenarien allerlei Unheil anrichten.

Dass sich die Macher von "Hungry Shark World" von diesem Hai-Trash inspiriert haben lassen, zeigt die Anfangssequenz vor jedem Spiel: In ihr fällt der Hai aus heiterem Himmel ins Meer, bevor er sich auf Futtersuche begeben kann.

Fazit

In "Hungry Shark World" wird das klassische Motiv des Fressens und Gefressenwerdens aufwendig umgesetzt. Der Spieler steuert einen Hai, der auf der Suche nach Futter eine Blutspur im Meer hinterlässt - und doch jederzeit selbst Opfer werden kann.



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