"Puzzlement" 3D-Puzzlespiel zum Durchdrehen

Keine großen Effekte, aber eine clevere Idee: Im Indie-Spiel "Puzzlement" hüpft ein Geist mit Pac-Man-Charme auf 3D-Würfeln herum. Das ist schön. Und verwirrend.

Gamebrain

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Ein sicherer Weg zu einem Knoten im Kopf: Mit "Puzzlement" hat das türkische Entwicklerstudio Gamebrain am Donnerstag ein Rätselspiel bei "Steam" veröffentlicht, das auf Minimalismus setzt und auf große Effekte verzichtet. Das Spiel sieht aus wie Zeichenübungen in karierten Schulheften. Aber die Level sind ähnlich herausfordernd wie Geometrie-Übungen in einer Mathearbeit.

Dabei klingt die Aufgabe zunächst simpel: Der Spieler steuert mit den Pfeiltasten eine rote Figur, die aussieht wie die Geister bei Pac-Man. Das Gespenst bewegt sich seitwärts und kann auf einzelne Blöcke hüpfen. Das Ziel ist es, alle roten Quadrate auf dem Spielfeld einzusammeln. Der Haken: Der Geist schwebt nicht nur über ein zweidimensionales Spielfeld, sondern auch über die Kanten von 3D-Würfeln.

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Fotostrecke: So sieht die Würfelwelt von "Puzzlement" aus

Manchmal sind nur drei Seiten eines Würfels zu sehen, manchmal ist der Würfel auch aufgeklappt oder mit anderen 3D-Objekten verknüpft. Wer sich erfolgreich durch alle 50 Level knobeln will, muss um die Ecke denken. Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dabei. Um alle Steine zu erreichen, muss man geschickt die Schwerkraft ausnutzen und den Geist über mehrere Würfelkanten gleiten lassen, damit er an die richtige Stelle plumpst.

Durch die ersten zwölf Level hüpft man noch recht rasch hindurch. Da kann nichts passieren, was den Spieler zum Neustart zwingt. Es dauert vielleicht ein bisschen länger, bis man alle Steine gesammelt hat. Aber mit ein bisschen Ausprobieren gelangt man schließlich immer ans Ziel.

Kopfüber in der Sackgasse

Doch dann wird es knifflig. Es werden immer wieder Level eingestreut, in denen ein einziger falscher Tastendruck genügt, um in einer Sackgasse zu enden. Dann sind die roten Punkte unerreichbar, und es hilft nur noch ein Klick auf Level-Neustart.

So ein Ausrutscher ist schnell passiert: Denn immer wieder steht das rote Gespenst auf dem Kopf, womit sich auch die Laufrichtung ändert. Ein Druck auf die rechte Pfeiltaste schickt die Spielfigur dann nach links. Das kann so verwirrend sein, dass man den Kopf zur Seite neigen muss, um die richtige Perspektive auf das Spielfeld zu bekommen.

Der Frustfaktor hält sich dennoch in Grenzen: Viel länger als ein bis zwei Minuten braucht man nicht, um einen Level abzuschließen. Allerdings ist der Rätselspaß auch schnell wieder vorbei: Trotz einiger knackiger Rätsel dauert es nicht länger als zwei Stunden, um sich bis ans Ende der Würfelwelt von "Puzzlement" zu knobeln.

Auch die Grafik ist eher mau. Lediglich den roten Wabbel-Geist haben die Entwickler mit ein paar netten Animationen ausgestattet. Viel mehr braucht es auch nicht, um ähnliche Rätselregionen im Gehirn zu aktivieren wie beim Ego-Puzzler "Portal 2". Für ein paar knifflige Runden am Rechner ist "Puzzlement" auf jeden Fall zu empfehlen. Vor allem, weil die beiden Entwickler aus der Türkei für das Spiel nur zwei Euro verlangen und minimale Systemanforderungen wie 100 Megabyte auf der Festplatte und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher voraussetzen.


"Puzzlement" von Gamebrain, erhältlich für Windows und MacOS bei „Steam“; ca. 2 Euro; getestet auf einem MacBook Pro

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