Kostenlose Browserspiele: Händchenhalten mit der Königin

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Allein im All, verloren in einem einstürzenden Labyrinth, durch einen Abgrund von der großen Liebe getrennt: Beim Wettbewerb "Ludum Dare" haben Entwickler fast 900 Spiele zum Thema Einsamkeit geschaffen - wir empfehlen drei der besten Titel, die kostenlos im Netz spielbar sind.

"Midas": Ein einsamer König (oben rechts) sucht seine Liebe (unten links)

"Midas": Ein einsamer König (oben rechts) sucht seine Liebe (unten links)

Warum nicht mal ein Browserspiel über einen Helden antiker Mythen? "Midas" macht eine der Legenden über König Midas zum Spielprinzip: Die Spielfigur verwandelt alles, was sie berührt, in Gold. Der gerade mal 18 Jahre alte australische Entwickler Harry Lee hat aus dieser Idee beim Entwicklerwettbewerb "Ludum Dare" zum Thema Einsamkeit binnen 72 Stunden ein verblüffendes Denkspiel entwickelt. Das Spielprinzip von "Midas" versteht man sofort, aber über einigen der Rätsel brütet man dann doch sehr lange.

Die Grafik ist minimalistisch: Midas' Reich besteht aus vielen schwarzen Quadraten, über die der König läuft. Sobald er längere Zeit eines dieser Rechtecke berührt, verwandelt es sich zu Gold und fällt herab. Es sei denn, unter dem Goldklumpen liegt ein weiterer schwarzer Stein, dann bleibt alles stabil. Oft verliert Midas buchstäblich den Boden unter den Füßen und stürzt ins Nichts. Zum Glück kann er springen, was aber neue Probleme mit sich bringt: Springt er hoch und berührt einen der schwarzen Steine an der Decke, fällt auch dieser herab. Weicht Midas nicht schnell genug aus, wird er erschlagen.

Das Ziel ist es, in jedem Spielabschnitt Midas zur Königin zu bringen und ihre Hand zu ergreifen. Händchenhalten kann Midas nur, nachdem er zuvor einen irgendwo auf dem Spielfeld platzierten blauen Stein berührt hat - das ist die vereinfachte Spielversion des Flusses Paktolos, in dem König Midas baden sollte, um seine Gold-Gabe zu verlieren.

Aus diesen Elementen konstruiert Harry Lee immer schwieriger zu lösende Rätsel: Einerseits muss man gut planen, wann man wohin springt, wie man aus herabstürzenden Steinen Treppen baut und auf welchem Weg man zur Königin kommt, nachdem die Gabe verschwunden ist. "Midas" ist bisweilen auch ein Geschicklichkeitsspiel, weil man schnell vor herabfallenden Steinen wegspringen muss. Die Steuerung ist da nicht immer präzise genug, zum Glück empfindet man das beim Spielen jedoch nur selten als frustrierend.

Das Konzept ist genial, die Umsetzung gut. In der weiterentwickelten "Midas"-Version, die Lee nun beim Browserspielportal Kongregate veröffentlicht hat, kann man (nach Anmeldung) den Spielstand speichern, um nicht jede Partie wieder von vorn beginnen zu müssen. Speichern empfiehlt sich, wenn man "Midas" im Büro in der Mittagspause spielt. Denn da wird man "Midas" wohl kaum in einem Durchgang schaffen - dafür sind die Rätsel zu schwierig.

Harry Lee, Jarrel Seah: "Midas", Browserspiel (Flash), kostenlos

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