Lotto-Betrug Amerikaner soll sich zum Jackpot getrickst haben

Ein IT-Mitarbeiter aus dem US-Bundesstaat Iowa soll einen Lotterie-Computer so manipuliert haben, dass sein Tipp einen Millionen-Jackpot gewann. Jetzt muss sich der Mann vor Gericht verantworten.

Ausfüllen eines Lottoscheins: Der Computer, der die Zahlen für die US-Lotterie generiert, war nicht mit dem Internet verbunden
Corbis

Ausfüllen eines Lottoscheins: Der Computer, der die Zahlen für die US-Lotterie generiert, war nicht mit dem Internet verbunden


14,3 Millionen Dollar - unter anderem um diesen üppigen Lotterie-Jackpot dreht sich ein Gerichtsverfahren gegen den Amerikaner Eddie T.. Der 51-Jährige soll 2010 die IT-Systeme eines Lotterieanbieters manipuliert haben, berichtet die US-Zeitung "The Des Moines Register" aus Iowa.

Die Anklage geht von einem ausgeklügelten Betrugsversuch aus, da T. zur Zeit seines Gewinns als IT-Sicherheits-Manager für die Lottogesellschaft Multi-State Lottery Association arbeitete. Der Prozess sollte eigentlich am Montag beginnen, wurde auf Antrag der Verteidigung aber auf Juli verschoben.

Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es Hinweise darauf, dass T. seine privilegierte Stellung nutzte, um am 20. November 2010 einen stark gesicherten Tresorraum zu betreten. Dort habe er mutmaßlich mithilfe eines per USB-Stick eingeschleusten Programms den Zahlengenerator der Lotterie manipuliert.

Ticketkauf mit Kapuze

Zudem soll es Indizien dafür geben, dass T. die Aufnahmefrequenz der Überwachungskameras verändert hat, um seine Aktion schwerer nachvollziehbar zu machen. Statt kontinuierlich zu laufen, hätten die Kameras nur einmal pro Minute ein Bild aufgenommen.

Ein weiteres Beweismittel der Staatsanwaltschaft sind Videoaufnahmen, die zeigen, wie das Gewinnerticket einen Monat nach diesem Vorfall von jemandem gekauft wurde, der sich unter einer Kapuze zu verbergen versuchte. Von Zeugen wurde dieser Mann später anhand von Stimme und Gebaren als T. identifiziert.

In Iowa ist gesetzlich vorgeschrieben, dass sich Lottogewinner ausweisen müssen. Zudem dürfen Lotterie-Mitarbeiter keine Tickets ihres Arbeitgebers kaufen und einlösen. T. hätte den Gewinn aus der Ziehung also ohnehin nicht selbst einstreichen können. Das erklärt möglicherweise, warum sich in den Monaten nach der Ziehung zunächst kein Gewinner meldete.

Eine Firma aus Belize wollte das Geld

Erst am letzten Tag, wenige Stunden vor Ablauf der Frist, soll sich eine in Belize registrierte Firma über einen New Yorker Anwalt gemeldet haben, um Anspruch auf die Gewinnsumme anzumelden. Die Lotterie-Betreiber verweigerten die Zahlung und schalteten die Staatsanwaltschaft ein.

Dafür, dass T. seinem Glück technisch nachgeholfen haben könnte, sprechen auch Aussagen von Arbeitskollegen: Ihnen zufolge war T. schon lange "besessen" von sogenannten Rootkits, einer Art von Computer-Schadsoftware. Er habe sogar damit geprahlt, ein Rootkit programmiert zu haben, das sich nach seinem Einsatz selbst zerstört.

T.s Verteidigung verweist dagegen unter anderem darauf, dass sich der Zahlengenerator in einem Raum befindet, der von mindestens zwei Personen zugleich betreten werden muss. Es gebe keine Beweise dafür, dass T. den Computer manipuliert habe. T. hat sich bislang zu keinem der Vorwürfe schuldig bekannt.

abr



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Seite 1
Mach999 14.04.2015
1.
"Er habe sogar damit geprahlt, ein Rootkit programmiert zu haben, das sich nach seinem Einsatz selbst zerstört." Kann man damit prahlen? Das Rootkit an sich ist durchaus eine Herausforderung. Aber dass es sich "selbst zerstört" (sprich: den urspünglichen Systemzustand herstellt und sich beendet), ist wirklich nicht schwer.
Thomas C. 14.04.2015
2.
Spannend. Klingt wie aus einem Hollywood-Film entnommen.
Onkel Uwe 14.04.2015
3.
Hat der Jung keine Freunde mit denen er den Gewinn hätte teilen können oder war einfach zu gierig. Dann hätte der den Lottoschein gekauft und einglöst und kein Anfangsverdacht wäre entstanden.
Epaminaidos 14.04.2015
4. Zu gierig
Hätte der gute Mann sich einfach einen mittleren Gewinn von vielleicht $500.000 erschummelt, hätte sich wohl niemand ernsthaft für den Fall interessiert. Aber es musste ja gleich der Jackpot sein. Gab es doch schon beim britischen "Wer wird Millionär?". Der Betrüger hätte mit 125.000€ (bzw dem entsprechenden Gewinn in Pfund) nach hause gehen können. Aber er musste ja bis zur Million spielen und ist deshalb aufgeflogen. Selbst schuld.
Wolfes74 14.04.2015
5. Bei ...
Zitat von Onkel UweHat der Jung keine Freunde mit denen er den Gewinn hätte teilen können oder war einfach zu gierig. Dann hätte der den Lottoschein gekauft und einglöst und kein Anfangsverdacht wäre entstanden.
Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Erst recht wenn es um solche Summen geht. Aber das Risiko hätte er narürlich trotzdem eingehen müssen. Wie werden denn bei diesem Lotto die Gewinnzahlen ermittelt, per Computerausdruck ??? Da scheint der Betrug am Spieler ja eh schon vorprogrammiert zu sein. Von daher - vielleicht wollte er einfach nur ein größeres Stück vom Kuchen, mehr als ihn sein Arbeitgeber zugestand. Das muss ich nicht schlecht finden ...
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