"Fallout 4 VR" und "Skyrim VR" ausprobiert Wenn der Endgegner vor dir steht

Spielehits wie "Skyrim", "Fallout 4" oder "Doom" wird man bald mit Virtual-Reality-Brille spielen können. Klappt das? Und was hat es mit einer VR-Version von "Mario Kart" auf sich?

"Fallout 4 VR"
Bethesda

"Fallout 4 VR"

Aus Los Angeles berichtet


Nicht jeder Trip in die virtuelle Realität (VR) ist ein schöner Ausflug. Ich zum Beispiel fürchte mich vor Spinnen, besonders vor großen. In einer Testversion von "Skyrim VR" dauert es aber kaum fünf Minuten, bis mir eine Riesenspinne begegnet.

Das ist mir doch zu viel, und da ich mit Schwert und Bogen schon einige Krieger ausgeschaltet habe, frage ich meinen Vorführer auf der Spielemesse E3 kleinlaut, ob er mir nicht schon das nächste Spiel anschalten kann, "Fallout 4 VR".

Für VR-Interessierte war die E3, die Donnerstag zu Ende ging, durchaus spannend: Jetzt werden nach und nach die Spiele gezeigt, die bestimmen werden, welche Haltung Gamer zu VR haben: Ist das das nächste große Ding oder doch nur ein großer Hype?

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Brillen-Bilanz: So steht es gerade um Virtual Reality

Echte, komplexe Spiele

Dass der Hype auch Substanz hat, versuchte auf der E3 vor allem Sony zu vermitteln. So zeigte der Konzern in seiner Pressekonferenz sogar einige VR-Spiele wie "Moss", obwohl diese ohne Brille betrachtet unspektakulär daherkommen.

Und dann ist da noch Bethesda. Der Spielehersteller will bis zum Jahresende gleich dreien seiner größten Hits VR-Versionen an die Seite stellen. "Skyrim VR" wird wohl zeitweilig Playstation-VR-exklusiv sein, "Fallout 4 VR" wird für die HTC Vive beworben, "Doom VFR" kommt offenbar für die Vive und Playstation VR. Echte, komplexe Spiele nahe an den Originalen sollen die Produktionen werden, heißt es - nicht nur nette, aber kurze "VR-Experiences" wie etwa "Batman: Arkham VR".

Wie ein Trip in ein altes Playstation-Spiel

Als ich in Los Angeles die Chance bekomme, alle drei Titel kurz auszuprobieren, bin ich unter dem Headset hin- und hergerissen: Finde ich das gerade geil? Oder bin ich doch ein wenig enttäuscht? Bei "Skyrim" finde ich es reizvoll, mich mithilfe der Move-Handcontroller durch eine Schneewelt zu teleportieren oder mit ihnen einen Bogen aufzuspannen, wenn ich einen Gegner erblickte.

Szene aus dem "Skyrim VR"-Trailer
Bethesda

Szene aus dem "Skyrim VR"-Trailer

Doch wirklich schön sieht die VR-Welt von "Skyrim" nicht aus. Ich fühle mich, als hätte mich jemand mitten in ein altes Spiel für bestenfalls die Playstation 3 gebeamt.

Den Pip-Boy immer dabei

Insgesamt spannender - und schöner - als "Skyrim" kommt "Fallout 4 VR" daher, wo man sich mit dem Trackpad der Vive-Controller durch die Endzeitwelt voranbewegt. Auf Wunsch geht jedoch auch das meist magenfreundlichere Teleportieren. Hebe ich meine linke Hand, sehe ich den Pip-Boy, meinen Tragecomputer. Und aktiviere ich das V.A.T.S.-Zielsystem, friert die Zeit ein, sodass ich Gegner präzise genau dort treffen kann, wo ich will. So muss das in "Fallout" sein.

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Skeptisch bin ich aber auch hier: Will ich mich wirklich Dutzende Stunden lang mit der Vive-Brille durch die "Fallout"-Welt kämpfen? Einerseits warte ich ja auf längere, richtige VR-Spiele. Anderseits: Ich ahne schon jetzt, dass das Spielen sehr fordernd, sehr anstrengend werden wird. Weil "Fallout" nicht neu für VR entwickelt wurde, sondern eben nur ein wenig darauf angepasst.

Ein E3-Besucher testet eins der VR-Spiele von Bethesda
AFP

Ein E3-Besucher testet eins der VR-Spiele von Bethesda

Weniger wild, als ich es mir vorgestellt hätte, ist "Doom VFR": Der Shooter schaut ordentlich aus, die Gegner sind eklig. Mehr oder weniger geschickt teleportiere ich mich zwischen sie und versuche, einen nach dem anderen auszuschalten. So schnell wie das normale "Doom" ist die Headset-Variante dabei nicht - sonst käme man hier wohl gar nicht klar.

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Was passiert bei Drehungen?

Am Ende ist bei allen drei Spielen bemerkenswert, dass und wie sich Bethesda mit ihnen in Richtung VR voranwagt. Wie gut das Ergebnis wirklich ist, wird man allerdings erst anhand der fertigen Spiele beurteilen können. So ist etwa schwer abzusehen, ob etwa das Inventarsystem von "Skyrim" vernünftig funktioniert.

Ebenso dürfte das Playstation-VR-Spiel Probleme bekommen, wenn man sich um 180 Grad dreht, denn das Sony-System ist nicht dafür ausgelegt, dass der Spieler mit dem Rücken zur Kamera spielt, die seine Bewegungen erfasst. In den Vive-Spielen dürfte das Kämpfen in alle Richtungen besser funktionieren.

"Mario Kart" in VR - aber erst einmal nur in Japan

Screenshot aus einem Werbevideo zur VR-Version von "Mario Kart"
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Screenshot aus einem Werbevideo zur VR-Version von "Mario Kart"

Überhaupt ist die Vive an vielen VR-Spiele-Highlights beteiligt: Zur E3 machte die Nachricht die Runde, dass man in Shinjuku in Tokio bald in einer Spielhalle eine VR-Version des bekannten Rennspiels "Mario Kart" spielen kann. Losgehen soll es angeblich am 14. Juli.

Ein Endgegner macht mich platt

Dass japanische Entwickler wissen, wie man VR und die Vive geschickt in Spielhallen einsetzen kann, hat mir auf der E3 "Circle of Saviors" bewiesen. In diesem Kampfspiel des Studios Fivefor durfte ich mich unter anderem mit einem etwa fünf Meter großen Endgegner messen, dessen Größe mich dank der VR-Illusion beeindruckte.

Eine Idee, wie "Circle of Saviors" funktioniert, gibt diese Fotostrecke:

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"Circle of Saviors": Spielhallen-Virtual-Reality aus Japan

Anders als die Spinnen bei "Skyrim" fand ich die Monster aus "Circle of Saviors" gar nicht eklig. Mein Spiel war jedoch auch hier schneller vorbei als geplant: Der riesige Endgegner hat mich binnen Sekunden besiegt.



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Dark Agenda 18.06.2017
1. Bitte Dark Souls VR ;)
Fallout 4 war ok aber wer kauft sich das für einen gesalzenen Preis nochmal in VR?
metzelkater 18.06.2017
2. Was ist eigentlich mit Laufen?
Auf dem normalen Fernseher oder Monitor kann man mit dem normalen Controller in all diesen Spielen herum laufen, während man ganz bequem auf der Couch sitzt oder lümmelt. Vor allem kann man ganz normal durch die Spielwelt gehen, ohne sich ruckartig zu teleportieren. Am Fernseher macht auch das Umdrehen keine Probleme. Ich kann mich in Skyrim und in Fallout hinstellen und mich endlos um meine eigene Achse drehen. Der Virtual Reality Hype ist längst vorbei, wer hat schon Bock, sich so eine teure und klobige VR Brille aufzusetzen, sowie die ganze Zeit zu stehen und mit den Armen in der Luft herum zu fuchteln. Vor allem aber hat man beide Spiele bereits endlose Stunden gespielt. Bethesda hätte besser neue Spiele oder zumindest neue Erweiterungen von Fallout oder Skyrim gebracht, ohne diesen VR Quatsch.
solveygh 18.06.2017
3. VR ist immer noch ein Hype
Ich habe es ausprobiert im eigenen Heim. Klar die Grafik ist noch nicht gut , der 3D Effekt stellt sich zwar ein, aber die Brille passt nie richtig und andauernd stellt man nach. Es hakt überall. Das schlimmste ist aber die Luft, es ist wie unter einer großen Taucherbrille. Selbst bei kühler Raumtemperatur fange ich darunter an zu schwitzen , im Sommer ? nicht auszuhalten !! Für mich nicht mehr als ein Hype und nicht praktikabel. Es ist unangenehm
dent42 18.06.2017
4.
Diese Technologie hat die üblichen Kinderkrankheiten, Natur der Sache. In ein paar Jahren haben wir VR-Headsets im Sonnenbrillenformat die sich schnurlos mit dem Handy (oder der Playstation in Handygrösse) verbinden. Die Occulus Rift wird uns dann wie heute die ersten Mobiltelefone vorkommen.
Newspeak 18.06.2017
5. ...
Was ist daran denn VR? Der einzige Unterschied zu einem normalen Spiel ist, dass man den Bildschirm jetzt fuenf Centimeter vor den Augen hat. Langweilig. Was ist mit Spielen, bei denen ich mit so einer Brille durch eine x-beliebige Landschaft laufen kann und die Endgegner eingeblendet bekomme? DAS waere mal eine Revolution.
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