Mediennutzung "Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat"

Digitale Medien sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Überwiegen dabei Gefahren oder Chancen? Für die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" sprach Christian Stöcker mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Medienpädagogen Stefan Aufenanger.

"Counterstrike"-Spiel: "Amokläufe entstehen primär im familiären und sozialen Kontext"
DPA

"Counterstrike"-Spiel: "Amokläufe entstehen primär im familiären und sozialen Kontext"


Frage: Herr Pfeiffer, wann waren Sie zum letzten Mal online?

Pfeiffer: Ich bin kein aktiver Nutzer von Online-Spielen, aber ich stehe häufig hinter Menschen, die solche Spiele testen, weil wir gerade ein aktuelles Forschungsprojekt zu diesem Thema durchführen. Da begebe ich mich gelegentlich in die Beobachterrolle, bei Spielen wie "World of Warcraft" oder "Metin 2", das wir gerade systematisch analysiert haben. Ansonsten nutze ich Computer nur für den Alltag, E-Mails versenden …

Frage: Haben Sie denn ein Smartphone?

Pfeiffer: Natürlich, ich habe eben erst eine Mail bekommen. In dieser Form bin ich jeden Tag online.

Frage: Und Sie, Herr Aufenanger?

Aufenanger: Ich bin intensiver Internetnutzer. Ich lese jeden morgen ab sieben oder acht Uhr SPIEGEL ONLINE und viele andere Internet-Seiten. Ein Computerspieler bin ich allerdings auch nicht. Ich habe zwei Enkel, mit denen ich "Wii" spiele. Ich kenne die Spiele, spiele manchmal ein bisschen mit, aber ich bin kein Durchspieler, ich beobachte auch eher Studenten beim Spielen.

Frage: Würden Sie beide sagen, digitale Medien sind aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken?

Pfeiffer: Ganz sicher. Das revolutioniert die Kommunikation.

Aufenanger: Wenn wir in den Urlaub fahren, bekomme ich schnell Ärger mit meiner Frau, wenn ich doch wieder zu lang davorsitze.

Frage: Gilt das auch für den Alltag von Kindern und Jugendlichen in diesem Land?

Aufenanger: Ich mache gerne einen Test: Wenn man mit Kollegen zusammen ist, haben die Älteren alle eine Armbanduhr. Die Jüngeren sehen die Uhrzeit auf ihrem Handy nach.

Pfeiffer: Wir sind da rückständig. Mein Sohn war in Neuseeland auf der Schule, da schickten alle Schüler ab 16 Jahren ihre Hausaufgaben per E-Mail an die Lehrer, die alle einen Account und einen Laptop auf Staatskosten haben. Das ist die normale Alltagskommunikation dort.

Frage: Finden Sie das problematisch?

Pfeiffer: Nein, richtig. Das läuft an der Universität heute ja nicht anders, das ist die richtige Vorbereitung.



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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
Lupi, 16.01.2011
1. Wer hat denn da
Zitat von sysopDigitale Medien sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Überwiegen dabei Gefahren oder Chancen? Für die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" sprach Christian Stöcker mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Medienpädagogen Stefan Aufenanger. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,739509,00.html
den Herrn Pfeiffer geläutert ? Der war doch noch bis vor Jahresfrist dafür, die Gamer auf dem virtuellen Scheiterhaufen zu verbrennen ? Ansonsten bitte nicht wieder ein Diskussion mit 1000 Beiträgen. Das Pferd ist schon totgeritten.
der_durden 16.01.2011
2. Ist er nicht.
Zitat von Lupiden Herrn Pfeiffer geläutert ? Der war doch noch bis vor Jahresfrist dafür, die Gamer auf dem virtuellen Scheiterhaufen zu verbrennen ? Ansonsten bitte nicht wieder ein Diskussion mit 1000 Beiträgen. Das Pferd ist schon totgeritten.
Er ist nicht geläutert. Er sieht noch immer den Grund für schlechtes schuliches Abschneiden im Medienkonsum alleine begründet und lässt keine Studie und Erfahrungen zu, die besagen, dass diese Menschen eben auch andere pathologische Auffälligkeiten haben. Zudem gibt es mittlerweile Tendenzen in der Forschung, die benennen, dass der Aufbau des Unterrichts immer weniger auf die Belange junger männlicher Schüler zugeschnitten sind. Pfeiffer macht es sich leider noch immer zu einfach.
Peter Werner 16.01.2011
3. ...
Zitat von Lupiden Herrn Pfeiffer geläutert ? Der war doch noch bis vor Jahresfrist dafür, die Gamer auf dem virtuellen Scheiterhaufen zu verbrennen ? Ansonsten bitte nicht wieder ein Diskussion mit 1000 Beiträgen. Das Pferd ist schon totgeritten.
Jedeer wird halt mal vernünftig... ... bis auf das bayrische Sozialministerium: dieses hat kürlich noch versucht, die Veröffentlichung eines eh nur für Erwachsene erlaubten Computerspiels auch für eben diese Erwachsenen zu verhindern. (siehe auch http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2488). Eine Lektüre des Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt") sei Frau Haderthauer angeraten - und all jenen die immer noch nach Verboten und Zensur auch für Erwachsene schreien.
vantast64 16.01.2011
4. Gefahren oder Chancen?
Welche Chancen? Ich sehe keine. Dagegen sehe ich eine zunehmende Verrohung und Abstumpfung unter Jugendlichen, die AUCH durch diese Spiele gefördert werden, weil die Hemmschwelle sinkt, da wir ständig automatisch dazulernen, es nicht zu verhindern ist, auch das Abknallen zu lernen, gerade bei jungen Menschen, die noch im Prozeß des stetigen Lernens stecken. Wir lernen als Kinder aus unserer Umwelt, was üblich und "normal" ist. Und wenn Abknallen normal wird, ist die Akzeptanz und das Einverständnis mit CIA- und Mossadkillern bald auch nicht mehr weit und die Erkenntnis, daß man zur Verteidigung der eigenen Interessen seine Stärke beweisen muß, auch mit der berühmten "Coolness", die nichts anderes ist als Gefühlsarmut, gepaart mit dem Fehlen jeglicher Emphatie.
venicius 16.01.2011
5. Wissen sie es wirklich nicht?
Man könnte langsam aber sicher den Eindruck gewinnen, Politik und Wissenschaft wüssten tatsächlich nicht, wie ein Mensch zum Amokläufer wird. Die Wahrheit ist natürlich viel simpler: Man weiß es, will aber die Ursachen vertuschen und möglichst nicht zum Gegenstand eines gesellschaftlichen Diskurses machen. Denn die Konsequenzen wären vermutlich verheerend. Es würde das gesamte aktuell gelebte Gesellschaftsmodell explodieren. Einfacher ist es da doch, von geistig verwirrten oder psychisch gestörten zu sprechen. So ist die Gesellschaft und die Politik erstmal aus der Verantwortung und das dumme Volk begnügt sich damit, wenn an ein paar Stellschrauben gedreht und eine Politik der Prohibition betrieben wird. Die Krankheit wird nicht dadurch kuriert, dass die Symptome behandelt werden, und noch weiger wird dadurch ihre Verbreitung eingedämmt. Aber man kann und wird vermutlich wie so häufig die Probleme solange zu ignorieren versuchen, wie es möglich erscheint und hoffen, dass sie sich von selbst regeln und lösen. Wird dabei denn auch einmal bedacht, dass Menschen nicht aus fre3ien STücken den Freitod durch Suizid oder erweiterten Suizid wählen, sondern dass sie durch die Schizophrenie dieser Gesellschaft dazu gedrängt, ja gezwungen werden? - Nein! Niemand glaub doch heute noch die Märchen vom American Dream und vom Schmied, der sein eigenes Schicksal schmiedet. Solche Märchen sind ein Opium des Volkes. Doch ewig kann niemand den Konflikt zwischen Wunsch und Wille und Wirklichkeit aufrecht erhalten. Die Wahrheit wird sich durch die erfahrene Realität unaufhaltsam ihren Weg in die Köpfe der Menschen schließlich bahnen. Und niemand kann siche selbst bis an sein Lebensende belügen, weil die Gesellschaft es so verlangt. Letztlich wird sich erneut bewahrheiten, dass eine Gesellschaft, die nicht in der Lage ist, sich selbst zu reformieren und zum Besseren zu wandeln, schließlich untergehen muss. Das hat uns die Geschichte vielmals gelehrt. Aber gerne kann man sich auch vor der Erkenntnis verschließen und jedem Lernerfolg verweigern. Was man nicht wahrhaben will, kann eben so nicht sein. Bliebe daher natürlich noch die Frage, ob das System Krank ist oder ob das System selbst die Krankheit ist... Kein Mensch ist allein.
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