Berlin - Nun wird nachgerüstet: Spielkonsolen-Hersteller Nintendo hat den 3D-Gameboy 3DS auf den Markt gebracht - und offenbar erst nach dem schleppenden Verkaufsstart bemerkt, dass ein zweiter Joystick für eine bessere räumliche Steuerung fehlt. Ein Nachrüst-Bausatz soll nun den Geburtsfehler beheben, bei Spiele-Nerds sorgt die Prothese allerdings für Häme.
Die japanische Spielezeitschrift "Famitsu" veröffentlichte als erste Bilder des Aufsatzes, der den 3DS um ein zweites, analoges Steuer-Pad ergänzt. Die Kommentare unter den vielen Blog-Einträgen zum Artikel lassen keinen Zweifel: Die Neuerung stößt auf wenig Gegenliebe. Hässlich, klobig, billig wirke der "Circle Pad"-Zusatz.
Zumindest an der Funktionalität aber will niemand zweifeln: Der 3DS kann Spiele in Stereovision darstellen. Wer aber in der dritten Dimension frei navigieren will, kommt um ein zweites (zweidimensionales) Steuer-Kreuz/Pad/Feld kaum herum. Der linke Daumen bewegt die Spielfigur entlang der X- und Y-Achse, der rechte Daumen entlang der Z- und kombinierten X/Y-Achsen. Nur so sind Spiele, die von der 3-D-Darstellung der neuen Spielkonsole Gebrauch machen, wirklich sinnvoll zu bedienen.
Wie konnte Nintendo das übersehen? Die Frage stellen sich mittlerweile wohl nicht nur eingefleischte Nintendo-Fans: Der 3DS verkauft sich wie trocken Brot - im letzten Quartal weltweit nur 710.000 Mal. Selbst eine drastische Preissenkung von bis zu 40 Prozent und kostenlose Spiele-Downloads halfen dem Verkauf kaum. Schlimmer noch: Selbst die Spiele-Entwickler bleiben Nintendo fern. Für eine tragbare Spielkonsole, die sich so schlecht verkauft, will kaum jemand aufwendige Spiele programmieren.
Ohne ein großes Sortiment an zugkräftigen Spielen aber verkauft sich keine Konsole. Und an ein Hardwareverkauf-förderndes Augen-Zudrücken bei der Spiele-Piraterie ist bei Nintendo auch nicht zu denken: Nintendo verdient an jedem verkauften Spiel ordentlich mit.
Nachtrag: Wie Nintendo Deutschland uns mitteilt, haben die Verkaufszahlen des Nintendo 3DS in Deutschland im Zeitraum vom 12. August bis 31. August im Vergleich zum Vormonatszeitraum (12. Juli - 31. Juli 2011) mehr als verdreifacht. Die Zahlen basieren auf den MediaControl Tageszahlen.
fko
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