Spielemesse E3: Microsoft will 499 Euro für die Xbox One
Stolzer Preis, schöne Grafik: Im November kommt die neue Konsole Xbox One in den Handel - für 499 Euro. Microsoft präsentiert interessante Spiele, doch auf die Sorgen vieler Kunden geht das Unternehmen gar nicht ein.
Auf die kritischen Fragen zur Xbox One ging Microsoft bei der Präsentation nicht ein. Kein Wort über den Onlinezwang, über die Entrechtung der Spieler beim Kauf von Gebrauchtspielen. Die wütenden Reaktionen vieler Fans griff kein Microsoft-Manager auf. Stattdessen wurde das - durchaus beeindruckende - Spieleprogramm abgespult. Zum Start der Xbox One im November werden unter anderem die Exklusivtitel "Ryse", ein Actionspiel im antiken Rom und das Rennspiel "Forza Motorsport 5" erscheinen.
Die neue Konsole wird 499 Dollar kosten, in Europa wird eins zu eins umgerechnet - 499 Euro, das ist ein stolzer Preis. Die Xbox 360 kostete bei der Einführung im Dezember 2005 nur 299 Euro. Sony verkaufte die Playstation 3 anfangs für 599 Euro, musste dann aber schnell den Preis senken, weil die Nachfrage unerwartet niedrig war.
Was kann die Xbox One, was mit der heutigen Konsolengeneration nicht möglich ist?
- Die Grafik war nur bei einigen der gezeigten Titel augenfällig überlegen. Die Spiegelungen und Reflektionen auf dem Lack der Rennwagen in "Forza Motorsport 5" sehen beeindruckend aus, ebenso eine Szene aus "Battlefield 4", bei der man über das Deck eines auseinanderbrechenden Schiffs rennt. Kriegsflugzeuge rutschen die schräg stehende Fläche herunter, die Schatten folgen ihnen, die Gischt spritzt hoch, im Hintergrund wogen die Wellentäler der stürmischen See.
- Viele Titel preisen eine völlig offene Spielwelt an, in der man alles tun kann, selbst entscheidet, in welcher Reihenfolge man spielt, wie man verschiedene Fäden der Geschichte kombiniert und wohin man reist. Die Rechenkraft der Xbox One dürfte die dafür nötige Simulation ermöglichen - das neue Rollenspiel "The Witcher 3" ist ein solcher Open-World-Titel, ebenso der Schleich-Shooter "Metal Gear Solid 5" und "Sunset Overdrive", ein comicartiger Actionshooter der "Spyro"-Macher.
- Spielen mit dem zweiten Schirm: Über die Smartglass-App kann man in "Ryse" Level nachträglich durchgehen und sehen, was man richtig oder falsch gemacht hat. In "Dead Rising 3" steuert man über das Tablet oder Smartphone Artellerieangriffe im Spiel.
- Die Vernetzung der Spiele mit Cloud-Diensten soll den Spielern den Onlinezwang schmackhaft machen. Eine interessante Anwendung der Server-Rechenkraft ist der Fahrer-Avater in "Forza Motorsport 5". Die Software analysiert das Fahrverhalten der Spieler, berechnet aus dessen Aktionen ein Profil, das den eigenen Fahrstil simuliert. Dieser Avatar fährt dann gegen andere, echte Spieler Rennen, wenn man die Konsole ausgeschaltet hat. Die Punkte des individualisierten Bots gehen auf das Konto des Spielers, der ihm als Vorbild diente.
Im November wird sich zeigen, ob diese Fähigkeiten Spieler davon überzeugen können, 500 Euro für eine Konsole auszugeben, die täglich Daten an Microsoft übertragen soll und auf der viele Spiele wohl nicht als Gebrauchtitel erhältlich sein werden.
Auch für Menschen, die gar keine brandneue Konsole wollen, hatte Microsoft allerdings eine Ankündigung dabei: Es wird eine schlanke, neue Version der alten Xbox 360 geben. Der Preis wurde noch nicht genannt.
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