Xbox One Microsoft verzichtet nun doch auf Online-Zwang

Microsoft verabschiedet sich von geplanten Restriktionen für seine neue Spielkonsole. Die Xbox One muss nun doch nicht täglich mit Microsoft-Servern Kontakt aufnehmen. Der US-Konzern folgt der kundenfreundlichen Politik bei Sonys Playstation 4.

Vorstellung der Xbox One in Los Angeles: Nach Beschwerden verzichtet Microsoft nun auf den geplanten Online-Zwang für die neue Spielekonsole.
AFP

Vorstellung der Xbox One in Los Angeles: Nach Beschwerden verzichtet Microsoft nun auf den geplanten Online-Zwang für die neue Spielekonsole.


Microsoft macht bei der Xbox One einen Rückzieher. Es soll nun doch keine ständige Internetverbindung nötig sein, um mit dem Gerät spielen zu können. Auch Spiele auf einer Disc sollen nach Belieben getauscht und weiterverkauft werden können. Es funktioniere also wie beim bisherigen Modell Xbox 360, erklärte Spartenchef Don Mattrick unter der Überschrift "Ihr Feedback zählt" am Mittwoch im Xbox-Blog.

Die anfangs angekündigten Einschränkungen hatten viele Nutzer verärgert und für Oberwasser beim Rivalen Sony gesorgt, der parallel seine neue Playstation 4 herausbringt. Die PS4 ist etwa hundert Dollar günstiger als die Xbox One, außerdem war bei der Sony-Konsole nie von einem Online-Zwang die Rede. Auf der E3 hatte Sony außerdem versprochen, Kunden könnten gebraucht gekaufte Spiele jederzeit auf der Playstation 4 nutzen.

Nun folgt Microsoft Sonys Beispiel. Microsoft-Manager Mattrick erklärte, die Kommentare der Nutzer hätten für den Sinneswandel gesorgt: "Wir haben zugehört." Er glaube aber nach wie vor, die Mehrheit der Gamer spiele lieber online und nutze dabei auch gern Cloud-Angebote.

Fotostrecke

30  Bilder
Xbox One, Playstation 4: Die neuen Spielkonsolen im Überblick

Allerdings fällt der Online-Zwang nicht komplett. Zwar ist nun nicht mehr einmal am Tag eine Verbindung zum Internet erforderlich. Doch damit die neugekaufte Xbox funktioniert, muss einmalig ein Online-Update für das Gerät heruntergeladen werden. Dieses Tag-eins-Update sei von Anfang an für die neue Konsole vorgesehen gewesen, so Produktmanager Marc Whitten. Da habe sich nichts geändert. Wie groß das Update-Paket sein und welche Daten und Details es enthalten werde, verriet er jedoch nicht.

Mit dem Verzicht auf die bislang geplanten DRM-Maßnahmen verabschiedet sich Microsoft auch von einem ursprünglich vorgesehenen Cloud-Angebot. Eigentlich war angekündigt, dass Gamer ihre Spielesammlung in Verbindung mit ihrem Xbox-Live-Account auch in der Datenwolke auf entfernten Servern ablegen können. Diese Cloud-Option entfällt. Auf Discs erworbene Spiele könnten nur von Discs aus gespielt werden, erklärte Microsoft. Was bedeutet, Spielefans müssen ihre Scheiben auch weiterhin sorgfältig vor Kratzern schützen und gut verstaut aufbewahren.

Gleichzeitig soll es auch keine Möglichkeit mehr geben, Games in der Cloud mit mehreren Nutzern zu teilen. Dieser "Familienplan" hatte für Anwender eigentlich die Möglichkeit vorgesehen, die komplette Spielebibliothek digital mit bis zu zehn weiteren Nutzern zu teilen. Stets nur ein Anwender hätte aber die entsprechende Spielausgabe nutzen können.

Unterm Strich bleibe es beim Alten, so Microsoft. Gamesharing werde wie bei der Xbox 360 funktionieren, indem die Disc weitergegeben werde. Aber heruntergeladene Titel könnten nicht geteilt werden.

Fotostrecke

14  Bilder
Neuheiten: Die interessantesten E3-Spiele

meu



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 94 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dunkelmerkel 20.06.2013
1. Na MS...
...geht euch nun doch die Muffe? Eventuell haben auch die Spieleprogrammierer schon ein wenig Druck gemacht. Die kriegen natürlich Panik. Wenn die XBox niemand kauft, kauft auch keiner die Spiele. Nunja...ich kaufe sie mir dennoch nicht denn MS wird sich die Schnüffeldaten in jedem Fall holen. Hinter diese Box steckt ein knallhartes Schnüffelkonzept und das werden sie sicher nicht aufgeben. Mir kommt keine Konsole mehr von MS ins Haus.
der M 20.06.2013
2.
Zitat von dunkelmerkel...geht euch nun doch die Muffe? Eventuell haben auch die Spieleprogrammierer schon ein wenig Druck gemacht. Die kriegen natürlich Panik. Wenn die XBox niemand kauft, kauft auch keiner die Spiele. Nunja...ich kaufe sie mir dennoch nicht denn MS wird sich die Schnüffeldaten in jedem Fall holen. Hinter diese Box steckt ein knallhartes Schnüffelkonzept und das werden sie sicher nicht aufgeben. Mir kommt keine Konsole mehr von MS ins Haus.
Dann mal husch husch aus dem Internet, Smartphone abgeben und Facebookaccount löschen. Dazu noch auf EC und Kreditkarten verzichten und bei der Kommunikation bitte nur noch per Snail-Mail zurückgreifen!
watislos 20.06.2013
3. Unglaubwürdig
Zitat von sysopAFPMicrosoft verabschiedet sich von geplanten Restriktionen für seine neue Spielkonsole. Die Xbox One muss nun doch nicht täglich mit Microsoft-Servern Kontakt aufnehmen. Der US-Konzern folgt der kundenfreundlichen Politik bei Sonys Playstation 4. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/microsoft-verzichtet-nun-doch-auf-online-zwang-bei-der-neuen-xbox-one-a-906826.html
Einmal drin kann es jederzeit wieder aktiviert werden. Wenn MS genug Konsolen verkauft ist das "Feature" ruck zuck wieder mit an Board.
flipmoelabil 20.06.2013
4. einknicken...
...mit vorhersage. ich glaube nicht das sie auf die kunden gehört hätten, wenn der protest nicht so stark gewesen wäre. wahrscheinlich haben sie auch eher auf die prognostizierten vorverkaufszahlen geschaut und gemerkt das sony weitaus besser wegkommt. wenn sie jetzt auch noch bei der ganzen kinect sache zurück rudern könnte man fast sagen: fortschritt durch rückschritt.
aufd1 20.06.2013
5.
von wegen ihre Meinung zählt.. ihr Geld zählt währe wohl passender! da Is Microsoft wohl ordentlich die muffe gegangen als Sie von den ps4 Vorbestellungen gehört haben
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.