Spieleentwickler Mojang Microsoft will "Minecraft"-Firma kaufen

Microsoft-Chef Nadella steht offenbar kurz vor seiner ersten großen Übernahme. Der Softwarekonzern will einem Zeitungsbericht zufolge Mojang kaufen. Die schwedische "Minecraft"-Firma soll mehr als zwei Milliarden Dollar wert sein.

Mojang-Programmierer in Stockholm (2013): 8,1 Millionen Dollar Umsatz pro Kopf
REUTERS

Mojang-Programmierer in Stockholm (2013): 8,1 Millionen Dollar Umsatz pro Kopf


New York - Der US-Softwareriese Microsoft steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor dem Kauf von Mojang AB, der Firma hinter dem beliebten Videospiel "Minecraft". Das schwedische Unternehmen solle bei dem Geschäft mit mehr als zwei Milliarden Dollar bewertet werden, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen Insider. Der Deal könne bereits in dieser Woche besiegelt werden.

Die Übernahme käme überraschend, da sich Mojang-Gründer Markus Persson bislang stets gegen große Investoren gesträubt habe, berichtet die Zeitung. Beide Unternehmen wollten sich demnach nicht zu der möglichen Übernahme äußern.

Für Microsoft-Chef Satya Nadella wäre es der erste große Einkauf, seit er den Posten im Februar von Steve Ballmer übernommen hat. Nadella hatte bereits angekündigt, Videospiele seien ein guter Weg für den Konzern, ins mobile Geschäft mit Smartphones zu expandieren.

Seit "Minecraft" 2009 auf den Markt kam, wurde es mehr als 50 Millionen Mal verkauft. Das Spiel ist für seine einfache Grafik bekannt, die an Legosteine erinnert. Mit dem dänischen Spielzeughersteller gibt es auch eine Merchandise-Partnerschaft. "Minecraft" läuft sowohl auf PC als auch auf Android- und Apple-Geräten. In beiden App-Stores zählt es zu den Top-5-Verkaufsschlagern. Für das mit Microsoft-System betriebene Windows Phone ist das Spiel nicht erhältlich. Allerdings gibt es Versionen für die ebenfalls zum Konzern gehörende Spielkonsole Xbox. Auch für Sonys Playstation 4 ist das Spiel gerade erschienen.

Erfinder Persson soll Hunderte Millionen Dollar mit dem Spiel verdient haben, obwohl er sich nicht als Geschäftsmann sieht. "Ich habe nie zuvor eine Firma betrieben und will mich nicht als Boss fühlen", sagte er dem Magazin "The New Yorker" im Jahr 2013. Der "Minecraft"-Macher mit dem Spitznamen "Notch" hörte bereits Ende 2011 auf, an dem Spiel zu arbeiten und widmete sich anderen Projekten. Geführt wird seine etwa 40 Mitarbeiter zählende Stockholmer Firma seither von Carl Manneh. Im vergangenen Jahr setzte Mojang fast 330 Millionen Dollar um - also etwa 8,1 Millionen Dollar pro Angestelltem.

fdi/dpa/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zardoz.hedon 10.09.2014
1. Was verdienen denn...
die Angestellten? Wenn jeder einzelne dem Unternehmen 8 mio Umsatz beschert. Das würde mich jetzt echt interessieren.
sebastian.teichert 10.09.2014
2. Ich raff es nicht!
Wieso spielen Leute das? Eine erbärmliche Grafik. Jedes mal wenn ich das Spiel sehe, erkenne ich kein Spielsystem. Und auch kein Gefühl was zu verpassen wenn ich es nicht habe. Das der schon seid 2011 mit dem Schund nichts mehr zu tun haben will kann ich mir vorstellen. Aber die Leute fressen es ja wie ein Esel sein Getreide -.-
charlie.allnut 10.09.2014
3. Das ist das Ende von Minecraft
wenn Microsoft etwas kauft, ist es hinterher nichtmal halb so gut oder verschwindet ganz in dem Moloch (siehe Lookout).
SirWolfALot 10.09.2014
4.
Das wäre meiner Meinung, das Ende von Minecraft und der Firma. Ich hoffe, das die Firma nicht verkauft wird.
ruelan 10.09.2014
5.
Na prost Mahlzeit, da hat jemand wohl noch nicht genug Spiele ruiniert. Das war's dann wohl mit Minecraft. Schade
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.