Kurioses Videospiel "Minit" Und minütlich stirbt das Schnabeltier

Wer "Minit" spielt, spielt gegen die Uhr: Alle 60 Sekunden stirbt der Held und muss von vorne beginnen. Wir haben das Spiel mit der Game-Boy-Optik ausprobiert.

Devolver Digital

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Alles beginnt mit diesem verfluchten Schwert. Kaum hat der Held - ein Schnabeltier - die Waffe in die Hand genommen, verkürzt sich seine Lebenszeit auf 60 Sekunden. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Das Spiel ist nach einer Minute noch nicht zu Ende, denn der Held wacht nach seinem Tod immer wieder auf. Aber eben nicht an dem Ort, an dem er gestorben ist, sondern am Startpunkt.

Das unter anderem via Steam erhältliche Indie-Spiel "Minit" erinnert grafisch an "Zelda" für den Game Boy. Ähnlich wie der Actionheld in "The Legend of Zelda: Link's Awakening" schwingt das Schnabeltier sein Schwert durch eine farbarme Pixelwelt und muss Monster töten und Aufträge erfüllen. Doch mit dem Umfang des Rollenspiels aus den Neunzigerjahren hat "Minit" nicht viel zu tun.

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Im Gegensatz zum Vorbild handelt es sich bei "Minit" eher um ein Fast-Food-Rollenspiel. Doch dessen Tempo ist angenehm hoch: Bei dem häppchenweise erzählten Spiel zählt jede Minute und der Zeitdruck hat seinen Reiz. Der Spieler wird beim ständigen Sterben zu einem routinierten Dauerschleifen-Profi wie Bill Murray in der Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier".

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Kaffee nach dem Kampf gegen Riesenkrebse

In der Regel müssen Aufträge erfüllt, Gespräche geführt und Gegenstände wie Gießkannen und Taschenlampen gefunden werden, um in neue Gebiete vorzustoßen. Hilft man dem Wirt, die Riesenkrebse zu vernichten, bekommt man dafür beispielsweise einen Kaffee spendiert. Mit dem Koffeinschub schafft es der Held dann, Kisten zu verschieben und an einen Leuchtturmschlüssel zu gelangen.

So muss sich der Spieler durch viele kleine Mini-Abenteuer hangeln, die er aber erst einmal entdecken muss. Und das wird immer schwieriger. Während sich der Start mit dem Schwert simpel spielt, weil die ersten Buschbarrikaden schnell aus dem Weg geräumt sind, wird es bald ziemlich herausfordernd, sich unter Zeitdruck in der Ödnis zurechtzufinden.

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Dann kann der Countdown ziemlich frustrierend werden, da man immer wieder denselben Weg laufen muss. Dennoch sind die Aufgaben recht fair auf der Karte verteilt, alle wichtigen Orte sind gut zu erreichen. Praktisch ist vor allem, dass sich der Startpunkt im Verlauf des Spiels verschiebt, etwa, indem der Held in einen Wohnwagen in der Wüste umzieht. Von dort aus lassen sich dann neue Aufgaben ansteuern.

Wer ohne viel Dialoge und komplexe Handlung durch Schwarzweiß-Level rennen, ein paar Rätsel lösen und Geheimgänge entdecken will, dem dürfte "Minit" gefallen. Mit Charme und Geschwindigkeit fesselt das Spiel für eine kurze Zeit an den Bildschirm und erinnert dabei an die Game-Boy-Glanzzeiten von "Zelda".


"Minit" von Devolver Digital, für Windows-PC, Mac und Linux, Playstation 4 und Xbox One, ca. 10 Euro

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
KlausKoe2 09.04.2018
1. Spiele sind nicht günstiger als im Elektromarkt, im Gegenteil.
IdR kosten die Games auf Steam den Vollpreis z.B. 60,-. Im Elektromarkt bekommt man sind von 55,- bis 45,-. Das gilt vor allem für neue Spiele. Steam macht ab und zu Verkaufswochen (Sale) in denen die Spiele dann teilweise sehr günstig sind. Wobei das mittlerweile arg abgenommen hat. Ich glaube Assassins Creed 2 habe ich damals 1/2 Jahre nach Erscheinen im Sale für 5 Euro geschossen.
jhea 09.04.2018
2.
Zitat von KlausKoe2IdR kosten die Games auf Steam den Vollpreis z.B. 60,-. Im Elektromarkt bekommt man sind von 55,- bis 45,-. Das gilt vor allem für neue Spiele. Steam macht ab und zu Verkaufswochen (Sale) in denen die Spiele dann teilweise sehr günstig sind. Wobei das mittlerweile arg abgenommen hat. Ich glaube Assassins Creed 2 habe ich damals 1/2 Jahre nach Erscheinen im Sale für 5 Euro geschossen.
Wenn man natürlich direkt bei Steam guckt... dann darf man sich nicht wundern wenn die Spiele den Vollpreis kosten. Guckt man jedoch vorher bei anderen Seiten nach wie zB Greenmangaming oder so, dann erhält man am Release Day per E-Mail einen lustigen Code, den man bei Steam eingibt und der dann schon mal mit 25 oder 33% rabatt daherkommen kann. Also 45 oder nur 40 Euro statt 59,99. Andererseits... wenn ich mir ein Spiel im Elektromarkt kaufe für 55 Euro kann ich es nicht zurückgeben wenn es mir nicht gefällt. Doof. Der Verkäufer ist nämlich so verstrahlt und sieht nur 'buhuhu da ist die Verpackung auf! das nehmen wir nicht zurück'. BEi Steam hingegen sag ich denen von Steam, sofern ich weniger als 2 Stunden gespielt habe oder das Spiel weniger als 2 Wochen besessen habe, "leute mir gefällt das Spiel nicht, das ist doof/langweilig/whatever" und die fragen dann 'ok, wie hättest du es denn gern erstattet? Steamguthaben oder eine Auszahlung auf dein Konto (Paypal bei mir... und von da aufs Bankkonto) Komfortabler geht Spieleumtauschen nicht.
derjoey 09.04.2018
3.
Zitat von KlausKoe2IdR kosten die Games auf Steam den Vollpreis z.B. 60,-. Im Elektromarkt bekommt man sind von 55,- bis 45,-. Das gilt vor allem für neue Spiele. Steam macht ab und zu Verkaufswochen (Sale) in denen die Spiele dann teilweise sehr günstig sind. Wobei das mittlerweile arg abgenommen hat. Ich glaube Assassins Creed 2 habe ich damals 1/2 Jahre nach Erscheinen im Sale für 5 Euro geschossen.
Die Verkaufswochen sind die großen Veranstaltungen, die nächste Rabattaktion wird der Summer Sale sein, voraussichtlich ab dem 21. Juni. Dazwischen gibt es aber immer wieder "Midweek" und "Weekend" Sales, im deutlich kleineren Rahmen aber dennoch interessant. Spiele kann man auf die persönliche Wunschliste setzen und erhält eine Meldung, wenn diese auf Steam im Angebot sind (auch auf's Smartphone, sofern die Steam-App installiert ist). Viele andere Anbieter geben Rabatte, darunter bspw. Humble Bundle. Manchmal ist das gewünschte Spiel Teil eines Bundles und trotzdem günstiger als das eigenständige im Steam-Shop. Dazu muss das Spiel nichtmal nennenswert alt sein. Wie so oft gilt, dass sich Schnäppchenjäger umschauen müssen, um den besten Deal zu machen. Vom Kauf von Steam-Keys über dubiosere Kanäle sollte man aber Abstand nehmen, manche Schlüssel sind dann halt bereits benutzt bzw. fest an einen Account gebunden (was natürlich auch bei Origin, Uplay usw. passieren kann).
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