Mojang "Minecraft"-Macher setzen 330 Millionen Dollar um

Ein erstaunliches Ergebnis für das einstige Indie-Projekt: Das Unternehmen hinter dem Klötzchenspiel "Minecraft" hat vergangenes Jahr 330 Millionen Dollar umgesetzt. Wirklich verblüffend wird diese Zahl, wenn man sie ins Verhältnis zur Anzahl der Angestellten setzt.

Screenshot aus "Minecraft": Spiele-Hit, der seinen Entwickler reich macht

Screenshot aus "Minecraft": Spiele-Hit, der seinen Entwickler reich macht


Stockholm/New York - Markus "Notch" Persson darf man sich wohl als glücklichen Mann vorstellen. Als der heute 34-Jährige sein Einmannprojekt "Minecraft" 2009 in die Welt entließ, dürfte er kaum damit gerechnet haben, was in den folgenden Jahren geschah: Das Spiel mit der Klötzchenwelt, in der man basteln und bauen kann, entwickelte sich zu einem Dauer-Hit mit begeisterter Fangemeinde. Heute gibt es "Minecraft" für PC, Handys, Tablets und für die Spielkonsole - und es ist ein fantastisches Geschäft. Fast 330 Millionen Dollar hat Perssons Firma Mojang AB allein 2013 umgesetzt, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ).

Das Studio, das im Stockholmer Stadtteil Södermalm beheimatet ist, beschäftigt weniger als 40 Angestellte. Der Umsatz stieg allein im vergangenen Jahr um 38 Prozent - auf nun also etwa 8,1 Millionen Dollar pro Angestelltem für das Jahr 2013.

Der Erfolg von "Minecraft" dürfte nicht zuletzt darauf basieren, dass sich das Spiel auch als eine Art soziales Netzwerk nutzen lässt: Die offene Online-Welt wird gerade von Teenagern als Kommunikationsraum genutzt, in dem man ein bisschen spielen, ein bisschen bauen und ein bisschen plaudern kann. "Let's Play"-Videos aus der "Minecraft"-Welt sind ein weiterer wichtiger Baustein zum überraschenden Erfolg des einstigen Indie-Projektes.

Fotostrecke

12  Bilder
Mittelerde in "Minecraft": Tolkiens Fantasiewelt in Blockform
"Minecraft" dürfte damit an der Spitze der neuen Größen der Spielewelt stehen, was die Pro-Kopf-Profitabilität angeht. "Clash of Clans"-Betreiber Supercell etwa setzte dem "WSJ" zufolge 892 Millionen Dollar mit 130 Angestellten um, King.com ("Candy Crush") 1,88 Milliarden Dollar mit 665 Angestellten.

Ein nicht unwesentlicher Teil der Erlöse aus "Minecraft" fließt Persson persönlich zu, der nach wie vor die Rechte an dem Spiel hält. Die Lizenzgebühren, die Mojang AB an Perssons eigens zu diesem Zweck gegründete Firma weiterleitet, beliefen sich dem Bericht zufolge 2013 auf 129 Millionen Dollar.

cis



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
agtrier 18.03.2014
1. Verdient!
"Notch" gehört zu den Leuten, denen ich das gerne gönnen mag. Der hat im Alleingang ein absolut geniales Spiel geschaffen, das so ziemlich allem, was gerade so "in" war, widersprach, und das hat er gut gemacht. Weiter so!
dentoid 18.03.2014
2. Ich frage mich, ist dass die
digitale Ölförderung des 21 Jahrhunderts? Was passiert wenn sehr wenig Menschen übermäßig Viel verdienen?
Alexx Jacobson 19.03.2014
3. alexxjacobson@gmail.com
Notch ließ seinen Nutzern die Entscheidung, ob sie sein Spielprojekt interessant finden und per Crowdfunding vorfinanzieren. Minecraft war zunächst weitgehend eine Einzelleistung, die keine Chance im herkömmlichen Publisher-Modell hatte. Heute erhält Notch ein paar Dollar pro verkauftem Spiel von seinen zig Millionen zufriedenen Kunden. Oh, und als Schwede zahlt er sogar Steuern. Viel besser wird Marktwirtschaft nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.