Neue Spiele: Mario und Co. sollen Nintendo 3DS retten
Viel hilft viel. Nach diesem Motto kündigt Nintendo kurz vor der Tokyo Game Show einen Reigen neuer Spiele für die Mobilkonsole 3DS an, darunter einige Top-Titel. Das Überangebot soll die Verkäufe der Konsole ankurbeln.
Spiele, Spiele, Spiele: Zwei Tage vor der wichtigen Branchenmesse Tokyo Game Show hat Nintendo ausgewählten Vertretern der heimischen Presse seine Neuigkeiten vorgeführt. Auf der Veranstaltung, die live ins Internet übertragen wurde, kündigte das Unternehmen massenweise neue Spiele für seinen Handheld 3DS an - darunter gleich fünf mit Firmenmaskottchen Mario.
Die sind auch bitter nötig: Eigentlich wollte Nintendo von seiner neuen 3-D-Konsole im ersten Jahr 16 Millionen Stück verkaufen und an den Erfolg des Vorgängers DS anknüpfen - nach 3,6 Millionen verkauften 3DS sackte der Absatz zwischen April und Juni auf 710.000 Stück ab. Nintendo entschloss sich im August zu einer drastischen Preissenkung. Das um ein Drittel günstigere Gerät soll nun deutlich mehr Absatz finden, heißt es von Nintendo.
Zuvor hatte das Unternehmen den ersten Quartalsverlust der Firmengeschichte vermelden müssen. Der Börsenkurs lag am Montag 46 Prozent unter dem Jahresbeginn. Mit dem DS und der Spielekonsole Wii war Nintendo erfolgreich, doch die Konsolen haben sieben und fünf Jahre auf der Platine. Vom Wii-Nachfolgemodell war bis auf einen kurzen Auftritt auf der E3 in Los Angeles bisher nichts zu sehen - dabei dürfte es in diesem Jahr auch bleiben.
Viel soll viel helfen
Somit hängt das Wohl von Nintendo derzeit vom 3DS ab. Vor allem die Spieleversorgung galt bisher als Problem. Hersteller hielten sich mit Entwicklungen für die einzigartige 3-D-Technik zurück - gleichzeitig gewannen Mobiltelefone mit Apples iOS und Googles Android Marktanteile hinzu. Wozu also noch einen Handheld anschaffen, wenn das Smartphone ebenso für (meist kostengünstigere) Spiele taugt?
Die Hardware lässt Nintendo unverändert, sieht man von einem rosa eingefärbten 3DS ("Misty Pink") und einer batteriebetriebenen Plastik-Prothese ab, die einen zusätzlichen Controller für die rechte Hand ergänzt. Von der im Netz "Frankenstick" geschmähten Erweiterung, die am 10. Dezember für umgerechnet rund 14 Euro in Japan auf den Markt kommen soll, war dann am Dienstag nicht die Rede.
Stattdessen sollen es die Spiele richten. Dutzende wurden am Dienstag angekündigt, erscheinen sollen sie zwischen Ende dieses und Anfang des nächsten Jahres. Nie zuvor in der Videospiel-Geschichte habe es ein so umfangreiches Line-up gegeben, sagte Firmenchef Satoru Iwata am Dienstag. Er kündigte eine neue 3-D-Version des Klassikers "Super Mario" für November an. Insgesamt stehen fünf "Mario"-Games für den 3DS auf dem Programm.
Erst Ankündigung, dann Absturz
Außerdem sollen Actionspiele wie "Metal Gear Solid: Snake Eater", "Tekken 3D", "SD Gundam Generation" und "Resident Evil: Revelations" die Konsole beliebter machen. Ebenfalls vorgestellt wurde "Theatrhythm", ein Ableger der "Final Fantasy"-Reihe, dem offenbar weitere folgen sollen. Die Flugsimulation "Ace Combat", das Strategiespiel "Fire Emblem" und das Tanzspiel "Projekt Mirai" sind weitere Titel. Weibliche Nutzer will Nintendo mit einer App begeistern, mit der Style-Kombinationen getestet werden können.
Noch kein Erscheinungsdatum gibt es für den vierten Teil der extrem populären Serie "Monster Hunter", von dem ein Trailer gezeigt wurde und der für den 3DS erscheinen wird. Die actionlastigen Rollenspiele der Serie gab es zunächst für die Playstation und sehr erfolgreich für die Playstation Portable. Im Dezember erscheint dann zunächst "Monster Hunter Tri G" für den 3DS. Dass nun Nintendo und nicht Sony als erstes "Monster Hunter 4" bekommt, dürfte sich vor allem in Japan bemerkbar machen.
Die Börse gab sich von dem Spiele-Aufgebot - hier gibt es eine Übersicht - alles andere als begeistert. Die Aktie des Unternehmens stürzte nach der Veranstaltung um fünf Prozent ab. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen enttäuschten Investmentbanker: Nintendo habe es einst verstanden, Gelegenheitsspieler für seine Geräte zu begeistern. Diese wären nun aber mit ihrem Smartphone zufrieden, so Mitsuhige Aktion. "Ich glaube nicht, dass die neuen Spiele einen Unterschied machen werden."
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- Dienstag, 13.09.2011 – 15:40 Uhr
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