Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Nintendo: Mit Spielfiguren und Smartphones gegen die Krise

Nintendo-Figur Mario: Nintendo sucht einen Weg aus der Krise Zur Großansicht

Nintendo-Figur Mario: Nintendo sucht einen Weg aus der Krise

Spielfiguren im Stil von "Skylanders", ein Smartphone-Dienst, aber keine Handy-Spiele: Vor Investoren hat Nintendo seine Pläne für die Zukunft vorgestellt. Vor allem die schlechten Verkäufe der Wii-U-Konsole setzen den Firmenchef unter Druck.

Tokio - Nintendo steckt in der Krise: Smartphone-Spiele konkurrieren mit Nintendo-DS-Titeln, die Spielkonsole Wii U verkauft sich schlechter als erwartet. Das vergangene Geschäftsjahr wurde mit 164,4 Millionen Euro Verlust abgeschlossen. Doch das Traditionsunternehmen stemmt sich gegen den drohenden Bedeutungsverlust. Am Donnerstag trat Konzernchef Satoru Iwata vor Investoren auf und erläuterte, wie er die Zukunftsfähigkeit seiner Firma sichern will.

Ein Ansatz von Nintendo ist es, stärker auf die Kraft beliebter Figuren wie Super Mario zu setzen. Für seine Konsole Wii U will das Unternehmen nach dem Vorbild anderer Anbieter kleine Figuren mit digitalem Innenleben verkaufen, die in verschiedene Spiele eingebunden werden können. So funktioniert es zum Beispiel in Spielen wie "Skylanders" oder "Disney Infinity" - durch neue Charaktere können die Firmen Spielefans immer wieder anregen, Geld auszugeben.

Neben den Spielfiguren plant Nintendo, die Spieler mit einer Smartphone-Plattform zu begleiten. Dabei geht es jedoch nicht um eigene Handy-Spiele, sondern um die Möglichkeit, Videos etwa aus "Mario Kart 8" auszutauschen. In der Ende Mai erscheinenden neuen Version des Rennspiels wird man Mitschnitte des Geschehens erstellen und teilen können. Diese Videoclips lassen sich dann auch per Smartphone ansehen, so dass man sich zum Beispiel über das Vorankommen seiner Freunde informieren kann.

Bis auf Weiteres keine Handy-Spiele

Der Idee, Nintendo-Klassiker auch auf Smartphones und Tablets statt nur auf hauseigener Hardware anzubieten, erteilte Satoru Iwata erneut eine Absage. Der Konzern glaube nicht, damit nachhaltig Geld verdienen zu können, sagte der Nintendo-Chef der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Branchenbeobachter empfehlen dem Traditionsunternehmen schon länger, Figuren wie Super Mario oder Zelda in Spielen für Plattformen wie Android oder iOS zu vermarkten.

Beim jetzt angekündigten Spielfigurenkonzept will Nintendo davon profitieren, dass die Steuergeräte der Wii U bereits einen Chip für den NFC-Nahfunk integriert haben. Damit soll anders als bei bisherigen Spielen kein zusätzliches Zubehör zum Einbinden der Figuren notwendig sein. Der Spieleanbieter Activision Blizzard meldete jüngst, seine "Skylanders"-Serie habe bisher zwei Milliarden Dollar Umsatz eingebracht. Es seien 175 Millionen Figuren verkauft worden - ein Markt, dessen Größe auch Nintendo reizt.

Um neue Kunden will Nintendo künftig mit neuen Produkten werben. Iwata kündigte an, dass sein Unternehmen erstmals Konsolen speziell für die Wachstumsmärkte der Entwicklungs- und Schwellenländer entwickeln will. Die Geräte sollen voraussichtlich vom kommenden Jahr an verkauft werden, sagte der Konzernchef. Außerdem sehe sich Nintendo derzeit den chinesischen Markt an. Letzteres überrascht kaum, schließlich hatte China vor kurzem das langjährige Verbot von Spielkonsolen vorläufig aufgehoben. Konkurrent Microsoft hat den China-Start seiner Xbox One bereits für September angekündigt.

mbö/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das Problem ist ...
Flying Rain 08.05.2014
... das der Markt mit der Wii übersättigt ist und die Zielkäufergruppe nicht zu derjenigen gehört die sich jede neue Generation der Konsole kaufen wie es bei Playstation und XBox der fall ist...und btw währe es mal eine Idee neue Charactere auf den Markt zu bringen,...irgendwann ist einem selbst Mario und Zelda zu viel ;D
2.
xavier88 08.05.2014
Sie sprechen mir aus der Seele Flying Rain. Nintendo sollte echt mal neue Marken entwickeln, die auch mal richtige Gamer ansprechen. Für jugendliche Spieler sind Mario und Donkeykong nun mal nichts.
3. Hrm...
Varkii 08.05.2014
...ich bin "Nintendo-Kind" seit ich 4 Jahre alt bin. Heute bin ich 30...und verfolge ein wenig was bei Nintendo passiert. Was ich schade finde ist GERADE der Aspekt, dass man nur noch versucht auf due sicjere Bank zu gehen...bei Wii/Wii U ist viel zu sehr Mario und Zelda im Fokus. Bei GameBoy kommt zu den Klassikern noch Pokemon hinzu. Das Problem ist gerade verglichen zu den 80ern, dass nichts wirklich Neues mher kommt. Früher gab es auch noh Battle Of Olympus, Castelvania etc. wo bleibt die Innovation bei den Games selbst? Pokémon war von der Grundidee her irgendwie die letzte wirkliche Neuerung. Und NIE kam für die TV-Konsolen ein Spiel heraus, was er ermöglicht ohne stundenlanges TRaining, einfach durch Eingeben der "theoretisch" möglichen Statuswerte Teams zusammenzustellen. Im Internet gibt es solche Plattformen...NetBattle, früher GSBot...warum setzt man sowas nicht auf Wii/Wii U um. Im Freundeskreis haben wir schon vermutet, dass so ein Spiel "zu erfolgreich" werden könne...
4. Kommt Zeit...
shade 08.05.2014
Ich möchte insofern widersprechen, als dass gerade die Wii ein unglaublich innovatives Erfolgskonzept war, die "Casual Gaming" auf der Konsole in deutschen Wohnzimmern etabliert hat (und nicht nur bei den Kiddies im Kinderzimmer). Die Krux des Nachfolgers ist, dass sich das Konzept durch Spielspaß ohne grafisches High-Tech definiert. Soll heißen die Vorteile der Wii U sind für die Zielgruppe wenig relevant. Aber warten wir mal bis die Nintendo-Ikone Mario Kart für die Wii U kommt Ende Mai. Vielleicht befeuert das die Verkäufe wie damals Pornos die Blu-Ray/PS3. ;)
5. Innovation
tashsunrider 08.05.2014
Das Problem ist nur: Wenn Nintendo innoviert dann kaufen die Nintendo Fans die Spiele halt nicht. Wonderful 101 ist ein geniales spiel, spielbar fuer Anfaenger und Fortgeschritten gleichermasen und verkauft sich ueberhaupt nicht weil kein Mario auf der Schachtel ist. Der 0815 Nintendo Besitzer will halt keine Neuen Ideen
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: