Präsentation der Switch Das kann Nintendos neue Konsole

Die nächste Nintendo-Konsole soll Anfang März erscheinen. In einem Livestream hat der Konzern nun wesentliche Details zur Switch verraten. Der Überblick.

Nintendo Switch, hier mit andersfarbigen JoyCons
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Nintendo Switch, hier mit andersfarbigen JoyCons

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Eine Konsole, die unterwegs und fürs Wohnzimmer geeignet ist? Mit der Switch will Nintendo zusammenbringen, was bisher weitgehend getrennte Gaming-Welten sind. In einem Livestream am frühen Freitagmorgen hat der Konzern nun Details zur Switch bekannt gegeben. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

Was ist die Switch?

Bislang hat Nintendo einerseits Heimkonsolen wie einst das NES und zuletzt die Wii U produziert, anderseits Mobilkonsolen wie den Game Boy oder den 3DS. Mit der Switch will der Konzern seine Produktlinien verbinden: in Form eines neuen Systems, das verspricht, immer weiterspielen zu können. Ist man nicht am Fernseher, lässt sich die Switch mit wenigen Handgriffen zum Mobilgerät umwandeln. Ist man dann wieder am Fernseher, lässt sich das System einfach wieder anschließen.

Über die genaue Technik der Switch ist auch nach dem Stream wenig bekannt: So bleibt etwa offen, ob und wie sich das mobile Spielen vom Spielen am Fernseher unterscheidet, etwa in Sachen Grafikqualität.

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Wann erscheint die Switch - und zu welchem Preis?

Die Switch wird am 3. März in den Handel kommen - in den USA zu einem Preis von 299 Dollar. Der genaue Preis für Deutschland ist Stand 7 Uhr noch nicht bekannt.

Zur eigentlichen Konsole bekommt man als Käufer zwei sogenannte JoyCon-Controller, Haltebänder für die Controller und ein Mitteilteil zum Zusammenstecken der Controller, dazu eine Docking-Station, ein HDMI-Kabel und ein Netzteil. Geladen wird der Mobilteil der Konsole per USB-Type-C-Anschluss.

Im von Nintendo vom Japanischen ins Englische übersetzten Livestream hieß es, dass der Switch-Akku 2,5 bis 6,5 Stunden mobiles Spielen erlaubt. Man könne zudem auch spielen, während das Gerät lädt. Von Nintendo Deutschland heißt es in einer Pressemitteilung, dass der Akku bei "Zelda" rund drei Stunden durchhält.

Wie steuert man die Spiele?

Die Switch bietet laut Nintendo drei Arten zu spielen. Der sogenannte TV-Modus ist im Prinzip das klassische Konsolenspielen - die Switch wird per Docking-Station mit dem Fernseher verbunden, der Spieler hat einen Controller mit zwei Sticks und allerlei Tasten.

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Dann gibt es den Tabletop-Modus, bei dem der Bildschirm der Konsole ohne Fernseher genutzt wird: Hier können der linke und der rechte Teil der Steuerung, die JoyCons sogar aufgeteilt werden, damit zwei Spieler gleichzeitig spielen können - quasi je mit einem halben Controller, der aber dank dann zusätzlich erreichbarer Schultertasten halbwegs vollwertig daherkommen soll.

Und als Drittes gibt es noch einen Handheld-Modus, für den die JoyCon-Controller an den Bildschirm angesteckt werden: Dann steuert man Spiele ähnlich wie bei Mobilkonsolen wie Sonys Playstation Portable oder Nintendos altem Game Boy Advance. Wer nicht ständig die klein wirkenden JoyCons nutzen will, kann sich auch einen sogenannten Pro Controller dazukaufen, einen größeren Controller.

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Nicht bekannt war bislang, welche Zusatzfunktionen die JoyCons bieten: So haben sie laut Nintendos Ankündigung Sensoren eingebaut, die eine Bewegungssteuerung mancher Spiele, ähnlich der Wii, ermöglichen. Bei einem kommenden Boxspiel namens "Arms" etwa sollen die Controller Schlagbewegungen erkennen.

Einer der beiden JoyCons hat auch eine Infrarot-Bewegungskamera, die etwa unterscheiden können soll, welche Handgeste man bei "Schnick-Schnack-Schnuck" macht. Außerdem lassen sich per JoyCon Vibrationen ausspielen. Nintendo spricht von einer "HD-Rumble"-Funktion und behauptet, sein Controller könne realistisch das haptische Feedback simulieren, das man hat, wenn Eiswürfel in ein Glas geworfen werden, das man in der Hand hält.

Welche Spiele wurden gezeigt?

Nintendo hat erstaunlich, man könnte auch sagen: erschreckend wenige Titel gezeigt, obwohl angeblich mindestens 80 Titel für die Switch in Arbeit sind. Neben dem bereits enthüllten "Zelda: Breath of the Wild" - das den Fans schon für die Wii U versprochen wurde -, gab etwa es Szenen eines kommenden 3D-"Mario"-Spiels zu sehen.

Neues "Zelda"-Spiel
Nintendo

Neues "Zelda"-Spiel

In "Super Mario Odyssey" ist der Klempner wieder in größeren Leveln unterwegs, darunter sogar eine Großstadt samt Verkehr und Fußgängern. Während "Zelda" zum Release der Konsole am 3. März erscheint, soll das "Mario"-Spiel aber erst im Winter 2017 auf den Markt kommen.

Zum Konsolenstart verfügbar sein soll außer "Zelda" ein Partyspiel namens "1, 2, Switch", das etwa Westernduelle simuliert. Das Boxspiel "Arms", das auf die Bewegungssteuerung setzt, erscheint offenbar erst kurz nach dem Launch, "im Frühling". Und auf "Splatoon 2" müssten Shooter-Fans bis zum Sommer warten.

An bekannten Spielen anderer Hersteller erwartet Nintendo-Kunden in den nächsten Monaten unter anderem eine Fassung des Rollenspielklassikers "Skyrim", ein Switch-spezifischer Ableger der Fußballspielserie "Fifa" und eine "Minecraft"-Version. "Minecraft" tauchte nur am Ende der Präsentation in einem Trailer auf, in dem auch "Mario Kart 8 Deluxe" und ein "Street Fighter"-Spiel in Retro-Optik zu sehen waren.

Welche positiven Überraschungen gab es während der Präsentationen?

Punktensammeln kann Nintendo einerseits mit den Fähigkeiten seiner Controller: Sie haben mehr drauf, als viele Fans vermutet haben, und könnten durch ihre Sensoren zum Beispiel auch Wii-Fans ansprechen, die nie in Richtung Wii U gewechselt sind. Ebenso ist die Ankündigung bemerkenswert, dass auch in anderen Ländern gekaufte Switch-Spiele auf der Konsole laufen: Nintendos Software wird "regionsfrei", ein kundenfreundlicher Schritt.

Und unter "Zelda"-Fans dürfte vor allem die Ankündigung, dass "Breath of the Wild" schon in wenigen Wochen im Handel ist, für Freude sorgen. Wenn es von Spieleseite aus einen Kaufgrund für die Konsole gibt, dann ist es wohl dieses Spiel, nach Jahren des Wartens.

Welche Ankündigungen waren enttäuschend?

Blendet man "Zelda" und "1, 2, Switch" mal aus, fragt man sich, womit noch Nintendo in den nächsten Wochen Spielefans zur Vorbestellung bringen will: Mit "Skyrim" beispielsweise wird ein Switch-Titel prominent beworben, den Nutzer anderer Konsolen und PC-Spieler in seiner Urfassung seit 2011 spielen können, nur eben nicht mobil. Es gibt Spannenderes.

Und bei "Super Mario Odyssey" kann man nur sagen: Alles, was von dem Spiel gezeigt wurde, macht Lust aufs mehr - wieso aber sollte man sich dafür schon jetzt eine Switch kaufen, wenn das Spiel erst Ende des Jahres erscheint?

Es bleibt tatsächlich die Frage, ob es zum Switch-Start überhaupt interessante Spiele gibt, bei denen man einem Freund einen JoyCon-Controller in die Hand drücken will - eine Option, die Nintendo schon im ersten Switch-Trailer beworben hat. Denn was bringt ein teilbarer Controller ohne guten Grund zum Teilen? "Mario Kart 8 Deluxe" etwa soll erst am 28. April erscheinen, "Fifa" im Laufe des Jahres.

Wissen sollte man zudem, was Nintendo mit seinem Online-Service für Multiplayer-Partien vorhat. Das Unternehmen will dafür nach einer kostenfreien Testphase ab dem Herbst Geld verlangen - wie es Microsoft und Sony bei ihren Konsolen auch tun. Zugleich wurde immerhin angekündigt, dass etwa das Chatten mit Freunden durch die Einbindung von Mobilgeräten wie Smartphones leichter werden soll.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.

Sie haben noch Fragen zur Switch?

Auf einem Nintendo-Event, das im Anschluss an die Switch-Präsentation in Offenbach stattfindet, wird unser Redakteur Markus Böhm am Freitag die Möglichkeit haben, die Switch auszuprobieren. Wenn Sie noch etwas Konkretes zum Gerät wissen wollen, schicken Sie ihm gern Ihre Frage per Mail via markus.boehm@spiegel.de.

Alternativ können Sie hier einen Kommentar hinterlassen oder Ihre Frage twittern, am besten mit einer Erwähnung von @mk_boehm. In einem eigenen Artikel, der am Nachmittag erscheint, wird Böhm versuchen, einige der Fragen zu beantworten.

mbö

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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
porlox 13.01.2017
1. $299 sagt schon einiges
Ich mochte das Konzept der Wii und der WiiU. Das waren ganz klar andere Spielweisen als bei den anderen Konsolen am Markt. Jetzt machen sie sich mit einer transportablen Konsole selbst noch Konkurrenz. Aber am meisten stört mich der Preis. Für $299 kann man leider nix dolles erwarten.
hansfrans79 13.01.2017
2. Super, Nintendo!
Liest sich gut und mit 299 Dollar bzw. Euro uvp zum Glück nicht nur was für gut betuchte.
erzengel1987 13.01.2017
3. ohje
Also Zelda deswegen werde ich die Konsole holen wegen dem Spiel aber Onlinefunktion? Die sollte nichts kosten... Naja zum Glück muss man bei Nintendo so gut wie nie Online spielen ich hoffe das bleibt so. Ansonsten könnte das ein Todesurteil für die Konsole bedeuten... Denn PC hat wesentlich mehr Spieletitel und da ist die Onlinefunktion durch den Internetanbieter bereits teuer genug. Aber immerhin das mit dem USB Stecker hört sich gut an. Sonst hatte es Nintendo immer geschafft neue Steckernormen zu schaffen die möglichst inkompatibel zum vorherigen System war^^.
Tom H. 13.01.2017
4. Kleine Ergänzung
Ein sehr guter Beitrag, der alles treffend zusammenfasst. Ergänzen möchte ich nur: Wenn man bereits eine Wii U hat, ist die Switch wenig aufregend. Das neue "Zelda" soll auch für die Wii U erscheinen, alle anderen Spiele ("Mario Kart 8", "Splatoon") hat man in ähnlicher Weise bereits. Für Wii-U-Besitzer ist im Moment wenig Anreiz vorhanden, sich jetzt schon eine Switch-Konsole zu holen.
rocketsquirrel 13.01.2017
5. Enttäuschend
In einer Zeit, wo man die Xbox One S samt UHD-BluRay Player und Spiel für 249 Euro bekommt, sind 300 Euro eine ziemliche Ansage. Auch der Pro Controller für 70 Euro ist arg drüber, wie auch Bezahlabo für's Online zocken. Besonders dann, wenn es keine Spiele für's Onlinegaming gibt. Es steht und fällt also alles mit den Spielen, und da heißt es zum Start Zelda und dann lange nichts. Gerade für mein Nutzungsprofil - ich will mit meinen Töchtern gemeinsam spielen - sieht es in der aktuellen Konsolengeneration mau aus. Meine Hoffnung liegt noch auf der Virtual Console, wenn es da auch so mies aussieht wie beim restlichen Line-Up, lass ich meine Vorbestellung verfallen und wünsche Nintendo viel Glück als Third Party Publisher - wenn die Switch floppt, sind sie raus aus dem Business.
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