Las Vegas - Das Unternehmen Nvidia ist bislang vor allem bekannt als Hersteller von hochgezüchteten Grafikkarten für PC und in jüngerer Zeit als Produzent von schnellen Chips für Mobilgeräte wie Handys und Tablets. Nun will der Konzern augenscheinlich nicht nur als Zulieferer, sondern als Hersteller eines eigenständigen Hardwareproduktes samt Ökosystem in den Markt einsteigen - und dabei auf die beiden Plattformen mit den größten Nutzerzahlen im Rechner- und im Smartphonemarkt gleichzeitig setzen: Windows und Android. Daten soll das Gerät aus unterschiedlichsten Quellen empfangen können - aus dem Internet, von dedizierten Spieleservern, vom heimischen PC oder aus dem eigenen Speicher. Neben Spielen soll es Internetdienste nutzbar machen und Videos abspielen - Shield ist, glaubt man Nvidia, die eierlegende Wollmilchsau der Spielkonsolen.
Die Shield-Konsole sieht von der Anordnung der Bedienelemente her einem aktuellen Xbox-360-Controller ziemlich ähnlich: Zwei Analogsticks, links ein zusätzliches Steuerkreuz, rechts vier mit den Buchstaben A, B, X und Y markierte Knöpfe. Unter den Zeige- und Mittelfingern des Nutzers liegen je zwei weitere Drucktasten, in der Mitte des Controllers finden sich Knöpfe zum Starten, Aufrufen von Menüs und so weiter. Jeder Nutzer einer aktuellen Spielkonsole würde sich mit diesem Gerät in der Hand wohl sofort zurechtfinden. Der Unterschied zu einem herkömmlichen Controller: Am vorderen Ende des Geräts lässt sich ein Fünf-Zoll-Bildschirm hochklappen, direkt vor dem Scharnier sind zwei Lautsprecher angebracht. Der Controller ist eine mobile Spielkonsole, die sich etwa mit Android-Games aus Googles Play Store füttern lässt. Zugriff aufs Netz soll ein W-Lan-Zugang bieten.
Spielen auf dem Gerät, Streaming vom PC, Streaming aus der Wolke
Als dritte Zuspielmöglichkeit soll die Shield-Konsole sogenanntes Cloud Gaming auf dem TV-Gerät ermöglichen, also den Zugriff auf Spiele erlauben, die auf Nvidia-Servern laufen. Der Spieler gibt dabei mit dem Controller nur die Kommandos, die eigentlichen Berechnungen finden nicht auf der Konsole statt, sondern draußen in der Datenwolke. Auf dem Bildschirm landet dann das fertig berechnete und gerenderte Bild der aktuellen Spielsituation. Im Idealfall so schnell, dass der Spieler gar nicht merkt, dass er in Wirklichkeit auf einem weit entfernten Server spielt und nicht auf dem Gerät in seiner Hand. Das allerdings setzt stabile Downloadgeschwindigkeiten beim Endnutzer und einen gewaltigen Serverpark beim Spieleanbieter voraus - Cloud-Gaming-Anbieter wie OnLive und Gaikai haben den Markt bislang nicht umkrempeln können.
Branchenbeobachter vermuten seit einiger Zeit, dass die neuen Konsolen von Microsoft und Sony keine Nvidia-Grafikkarten enthalten werden. Sie könnten sich stattdessen auf Hardware des Nvidia-Konkurrenten AMD stützen. Das könnte einer der Gründe sein, warum der Konzern, der seit vielen Jahren auf Gaming-Hardware spezialisiert ist, nun selbst zum Plattformbetreiber werden will.
Neben Spielen soll Shield auch Zugriff auf Streaming-Dienste wie Hulu oder Netflix bieten, über die man sich - in den USA - Filme und TV-Serien ansehen kann. Hier dürften europäische Kunden einmal mehr das Nachsehen haben, weil vergleichbare Plattformen mit einem vergleichbaren Angebot aufgrund der komplizierten Rechtelage hier weiterhin auf sich warten lassen.
Angetrieben wird die Shield-Konsole von einem neuen Tegra-4-Grafikprozessor und einem Vierkern-Arm-Chip namens Cortex A-15. Das Display soll eine Auflösung von 1280x720 Bildpunkten liefern und Multitouch-fähig sein. Der Akku soll Nvidia zufolge beim Spielen fünf bis zehn Stunden lang durchhalten, wenn man die Konsole nur als Video-Abspielgerät nutzt, bis zu 24 Stunden.
Auf den Markt kommen soll die Shield-Konsole im zweiten Quartal 2013 - einen Preis jedoch nannte Nvidia noch nicht.
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cis
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