Panne bei Facebook-Tochter Oculus Rift weltweit lahmgelegt

Die Virtual-Reality-Brillen der Facebook-Tochter Oculus sollen Ausflüge in fantastische Welten ermöglichen. Von Mittwoch an sahen Nutzer aber nur eines: eine Fehlermeldung. Ein Patch schafft nun Abhilfe.

Gamer mit Oculus Rift
AFP

Gamer mit Oculus Rift


Update, 11.35 Uhr: Ein neuer Patch soll die Oculus Rift nun wieder ans Laufen bringen. Weil der Fehler auch den üblichen Updateweg für frische Software beeinträchtigt, muss der Patch diesmal - sofern beim Nutzer die Fehlermeldung angezeigt wird - händisch heruntergeladen und installiert werden. Eine englischsprachige Anleitung von Oculus findet sich hier, der Patch steht hier bereit.

Es folgt die Originalmeldung vom Donnerstagmorgen:

Die Facebook-Tochter Oculus hat ihre Virtual-Reality-Brillen Rift vorläufig unbrauchbar gemacht. Da versäumt wurde, ein Sicherheitszertifikat zu verlängern, können sich die Brillen für VR-Spiele und -Anwendungen seit Mittwoch nicht mit den Oculus-Servern verbinden. Die Konsequenz: Sie funktioniert derzeit nicht. Ein ziemliches Ärgernis für Nutzer, die teils mehrere Hundert Euro für die Brille ausgegeben haben - und erst recht zum Beispiel für die Betreiber von VR-Spielhallen, die die Brille beruflich brauchen.

Die aktuelle Fehlermeldung
Markus Böhm

Die aktuelle Fehlermeldung

Von zahlreichen frustrierten Nutzern auf die Panne aufmerksam gemacht, hieß es von Oculus, man arbeite an einer Lösung. Ein Problem sei allerdings, dass durch das abgelaufene Zertifikat der übliche Weg für Software-Updates versperrt sei. "Wir gehen jetzt die Optionen durch", schrieb das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag.

In Foren rund um die Rift gaben sich Nutzer derweil Notfall-Tipps, wie sich das Headset vielleicht doch wieder zum Laufen bekommen lässt, etwa durch ein Zurückstellen der Systemzeit. Oculus selbst empfiehlt solche Methoden aber nicht, das Unternehmen bittet seine Kunden um Geduld, bis das Problem offiziell gelöst wurde.

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Die Rift wird von den meisten Käufern zwar größtenteils für Computerspiele genutzt. Oculus und sein Konkurrent HTC mit seiner Brille Vive haben sich aber das Ziel gesetzt, die Geräte auch für Unternehmen attraktiv zu machen, zum Beispiel zum Zwecke virtueller Immobilien-Besichtigungen oder Auto-Probefahrten.

Bislang liegt Sony vorn

Oculus war 2014 für rund zwei Milliarden Dollar von Facebook gekauft worden. Mark Zuckerberg sieht auch in den Bereich Kommunikation und Bildung großes Potenzial in der VR-Technologie. Bisher blieben die beiden High-End-Brillen Rift und Vive aber trotz bemerkenswerter Preissenkungen ein Nischengeschäft. Die Oculus Rift hatte zum Marktstart 2016 noch rund 700 Euro gekostet, mittlerweile gibt es sie im Paket samt Handcontrollern bereits für 450 Euro.

Das bestverkaufte VR-Headset ist, von Handybrillen abgesehen, bislang Playstation VR von Sony. Ende 2017 teilte der Konzern mit, Playstation VR habe sich mittlerweile zwei Millionen Mal verkauft. Anders als die Oculus Rift und die HTC Vive lässt sich das System mit der weit verbreiteten Playstation 4 benutzen, Rift und Vive setzen einen aufs Gaming optimierten Computer voraus.

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mbö/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
12many 08.03.2018
1.
warum braucht ein alternativer Monitor überhaupt eine Serververbindung?!
arr68 08.03.2018
2. KI oder autonomes Fahren
Und jetzt stellen wir uns vor, das passiert bei einer Börsensoftware oder auf der Autobahn im autonomen Auto. Schöne neue Welt
vitalik 08.03.2018
3.
Der angebliche Vorreiter der angeblich so wichtigen Technologie (Hype) macht mit Artikeln zu Pannen auf sich aufmerksam. Man erinnere sich noch damals an die vollmundigen Versprechen, dass man mehr Entwicklungszeit benötigt, um eine optimale Erfahrung bieten zu können. Jetzt, 10 Jahre später hat man immer noch schlechte Auslösung, kaum (keine) Spiele und ein Always-On Feature. Hype. PS. Es ist nicht die Technikfeindlichkeit, die aus mir spricht, sondern die Hype-Müdigkeit.
Mindbender 08.03.2018
4.
Zitat von 12manywarum braucht ein alternativer Monitor überhaupt eine Serververbindung?!
_Das_ habe ich mich auch direkt gefragt. Die Rift ist letztlich nichts anders als ein zusätzliches Display-Device, per HMDI an die Grafikkarte geflanscht... warum wird hier mit einem ominösen "Oculus Server" kommuniziert? Und warum funktioniert bei einem veralteteten Zertifikat das komplette Headset nicht mehr? Kommunikation zu Servern bzgl. Updates, Upgrades, etc. schön und gut, ist bei einiger Hardware so, aber das dies die Hardware lahm legt ist schon mekrwürdig.
Pneumoniahawk 08.03.2018
5. Herzlich willkommen ...
... in der "Realität". Wenn es nach den Vorstellungen unsere abgehobenen Technik-Jünger so weiter geht, velassen sie ja demnächst ihre Körper und existieren nur noch als Nullen und Einsen im Cyberspace. Ohne die ganzen irdischen Probleme. Dann braucht es auch keinen Server mehr, der von Menschen bedient und gewartet wird. Er wartet sich bestimmt irgendwie selbst. Ihr schafft das schon! Gruselig.
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