Verfilmte Videospiele Diese Hits importiert Hollywood aus Konsolien

In wenigen Wochen hat Pac-Man seinen ersten Kinoauftritt, als Bösewicht im Adam-Sandler-Film "Pixels". In Hollywood arbeiten viele Filmemacher an Videospiel-Adaptionen - kommen aber nicht recht voran. Ein Überblick.

Szene aus "Pixels": In der Komödie schicken Aliens Pac-Man in den Kampf
Sony Pictures

Szene aus "Pixels": In der Komödie schicken Aliens Pac-Man in den Kampf

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"Terminator: Genisys", "Fast & Furious 7", "Jurassic World", "Ted 2": Beim Blick aufs Kinoprogramm könnte man meinen, in Hollywood werde mehr über Fortsetzungen als über neue Filme nachgedacht. So richtig verwundert das nicht, machen starke Marken und bekannte Helden Erfolge doch zumindest ansatzweise planbar.

Auch beliebte Videospielreihen wie "Resident Evil" und "Tomb Raider" bekamen bereits einen Kino-Ableger - in der Hoffnung, dass die Spielefans ihr Geld genauso gern für Kinotickets und Blu-ray-Boxen ausgeben.

Mit solchen Videospiel-Adaptionen beschäftigt sich von diesem Mittwoch an eine Ausstellung im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt. Unter dem Motto "Film und Games - Ein Wechselspiel" soll die Frage erörtert werden, wie sich Film- und Spielebranche gegenseitig beeinflussen und was das für die Zuschauer und Spieler bedeutet.

Hier stellen wir fünf geplante Hollywoodfilme vor, die sich am Stoff erfolgreicher Computerspiele bedienen.

Pac-Man: Ein Held aus den Achtzigerjahren ist plötzlich böse

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1) "Pixels": Adam Sandler gegen Pac-Man

Ein riesiger Pac-Man frisst sich durch die Straßen und Donkey Kong wirft Pixelfässer vom Dach: In der Hollywoodkomödie "Pixels" hat eine Alien-Attacke dazu geführt, dass Spielehelden der Achtzigerjahre die Erde angreifen. Ein ehemaliger Videospiel-Champion, verkörpert von Adam Sandler, macht sich auf, um die Monster zu besiegen. Er kennt die Schwächen der Angreifer noch aus seiner Jugend.

Die Dreharbeiten sind beendet, vom 30. Juli an soll der Streifen in den Kinos gezeigt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Videospiel-Adaptionen konzentriert sich der Film nicht auf ein Spiel, sondern verarbeitet gleich mehrere Klassiker. Neben Pac-Man und Donkey Kong tauchen die Aliens aus "Space Invaders" auf und auch die Pixelschlange aus "Snake" hat ihren Auftritt.

Joel und Ellie: Das Duo versucht zu überleben
Sony

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2) "The Last of Us": Ein düsteres Vergnügen

Ein Pilz hat sich auf der Erde ausgebreitet und einen Großteil der Bevölkerung ausgelöscht. Mittlerweile streifen vor allem Diebe und Monster durch postapokalyptische Städte in den USA. In dieser grausamen Welt versuchen der Schmuggler Joel und die 14-jährige Ellie zu überleben. Dieses Zusammenspiel klappt zunächst gar nicht gut. Doch aus der Zweckgemeinschaft wird mit der Zeit eine Freundschaft.

Von der Geschichte des Playstation-Spiels waren Spielefans seinerzeit begeistert. Doch lässt sich die Story in einen Film übertragen? Fans schlugen schon vor, dafür einfach die Zwischensequenzen aneinander zu kleben und die Spielszenen zu entfernen.

Zumindest eine Sache gibt bei der geplanten "The Last of Us"-Verfilmung Anlass zum Optimismus: Der Drehbuchautor Neil Druckmann, der sich die Geschichte für das Spiel überlegte, schreibt auch das Spielfilm-Drehbuch. In einem Interview mit dem Portal "Game Informer" kündigte er an, dass es nicht die gleiche Story wie im Spiel sein werde. "Es wird große Veränderungen geben", sagt Druckmann. Doch die Geschichte werde dem Spiel treu bleiben.

Das Ergebnis könnte in diesem Fall ein ziemlich düsteres Vergnügen werden. Die Produktionsfirma Screen Gems ist bekannt für Horrorstreifen wie "Hostel" und finstere Fantasy-Actionfilme wie "Underworld". Sam Raimi übernimmt die Regie. Raimi hat unter anderem Gruselfilme wie "The Grudge" und "30 Days of Night" produziert.

Tetris-Automat: Der Klötzchen-Klassiker unter den Videospielen
SPIEGEL ONLINE

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3) "Tetris": Seit Oktober wenig Neues

Kaum eine Spielverfilmung klingt so schwierig umzusetzen wie die des Gameboy-Klassikers "Tetris". Das Spiel macht Spaß, klar. Aber es gibt keine handelnden Personen und keine Geschichte, auf der der Film aufbauen könnte. Als Grundlage dienen lediglich Klötzchen, die von der Decke fallen und richtig ausgerichtet werden müssen.

Dennoch hat Larry Kasanoff, Chef bei Threshold Entertainment, angekündigt, eine "Tetris"-Science-Fiction-Geschichte ins Kino zu bringen. Offenbar plant Kasanoff sogar, die Nutzer in den Film mit einzubeziehen. Wie genau, das ist bisher unklar. Kasanoff sagte, es werde eine "ortsbasierte Unterhaltung" im Zusammenhang mit dem Film geben.

Seit Oktober 2014 hat man aber nicht mehr viel über die Pläne der Produktionsfirma gehört. Dabei wäre es nicht die erste Spielverfilmung von Threshold Entertainment. Mit "Mortal Kombat" und dem Nachfolger "Mortal Kombat - Annihilation" hat das Unternehmen von Kasanoff bewiesen, dass es Spiel-Adaptionen auf die Leinwand bringen kann - auch wenn die Kritiker vom Ergebnis nicht sonderlich begeistert waren.

"Uncharted"-Held Nathan Drake: Bei der Hollywoodverfilmung läuft es gar nicht rund
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4) "Uncharted": Der Starregisseur geht

Die Chancen stehen immer schlechter für die Hollywoodversion von "Uncharted". Während für das kommende Playstation-4-Spiel "Uncharted 4: A Thief's End" offenbar alles nach Plan verläuft, sind die Filmemacher am Verzweifeln. Der Grund: Nachdem es immer wieder hinter den Kulissen brodelte, hat vergangene Woche der Regisseur aufgegeben. Wie das Kinomagazin "Heroic Hollywood" berichtet, hat Seth Gordon ("Kill the Boss") seinen Posten am Set endgültig verlassen.

Als Grund für seinen Ausstieg werden Kürzungen bei den Produktionskosten und künstlerische Differenzen genannt. So soll Sony mit Seth Gordon abgesprochen haben, dass "Uncharted" als Abenteuerfilm nach dem Vorbild von "Indiana Jones" gedreht werden soll. Der Tristar-Produktionschef Tom Rothman hat aber offenbar andere Ansichten - und will laut dem Bericht eher eine "Resident Evil"-Version von "Uncharted" sehen.

An der Geschichte des Filmes haben mittlerweile mehrere Drehbuchschreiber gefeilt, das Skript wurde mehrfach umgeworfen. Im November stieg Autor Mark Boal ein, der für das Drehbuch zu "Tödliches Kommando" einen Oscar gewonnen hatte. Er sollte die Story noch einmal neu anpassen.

Screenshot aus "World of Warcraft": Bald soll erstes Filmmaterial gezeigt werden

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5) "Warcraft": Die Macher denken schon an Teil zwei

"World of Warcraft" zählt mit weltweit mehr als sieben Millionen Spielern zu den erfolgreichsten Online-Rollenspielen. Bald soll auch ein Film in die Fantasy-Welt des Spieles entführen. Die Chancen stehen gut, dass der Film nächstes Jahr auf der Leinwand zu sehen ist. Bisher ist der Kinostart auf den 10. Juni terminiert.

Duncan Jones führt Regie und kündigte in einem Interview mit der "Wired" im Mai an, dass nur noch 50 Spezialeffekt-Einstellungen gedreht werden müssen. Das sei nicht viel: Zu Drehbeginn seien es mehr als tausend gewesen. Auf die ersten bewegten Bilder müssen Fantasy-Fans nicht mehr lange warten: Laut der Produktionsfirma Legendary Pictures werden im Juli auf der Messe Comic-Con erste Szenen aus dem Film gezeigt.

Regisseur Jones sagt, es sei eine Herausforderung, die Zuschauer ins Kino zu locken. Vor allem müsse man "die Menschen überzeugen, die noch nie Warcraft gespielt haben". Obwohl noch nicht einmal der erste Teil von "Warcraft" im Kino zu sehen ist, spricht Jones schon über einen möglichen Nachfolger: "Wenn ich das Glück haben sollte, wieder mit den gleichen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen, dann würde ich sehr gern machen".

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Windukeit 30.06.2015
1. Da fehlt noch...
... die schon lange angekündigte Excel-Verfilmung von Uwe Boll.
Bueckstueck 30.06.2015
2.
Zitat von Windukeit... die schon lange angekündigte Excel-Verfilmung von Uwe Boll.
The Office Massacre?
agrippa76 30.06.2015
3.
Zitat von Windukeit... die schon lange angekündigte Excel-Verfilmung von Uwe Boll.
Wieso? Stromberg gibts doch schon :D
gummiball2 30.06.2015
4. Optional
Ich dachte immer Pac-Man wäre der Gute und die Geister die Bösen. Nun ja.
natural-born-chiller 30.06.2015
5.
Was in Videospielen problemlos funktioniert und nicht in Frage gestellt wird, klappt im Medium Film nur eingeschränkt. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, bieten die meisten Videospiele Charaktere, Geschichten und Dialoge, die bestenfalls in einem B-Movie Platz finden würden.
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