Playstation 3 Sonys Wii-Controller kommt im Herbst

Bei der Entwicklertagung GDC in San Francisco hat Sony seinen bewegungsempfindlichen Spielcontroller für die Playstation 3 präsentiert. Im Herbst soll der Angriff auf Nintendos Wii unter dem Namen Move auf den Markt kommen. Erste Eindrücke sind ziemlich positiv.


San Francisco - Bei Sony weiß man, wie eine erdrückende Umarmung korrekt ausgeführt wird. Sony-Manager Peter Dille sagte über den neuen, bewegungssensitiven Spielcontroller Playstation Move und die eigene Konkurrenz aus Japan: "Nintendo hat hervorragende Arbeit geleistet und den Massenmarkt für Bewegungsspiele geöffnet. Wir glauben, aus Wii-Haushalten werden auf ganz natürliche Weise PS3-Haushalte werden." Sonys Modell stelle "die nächste Generation des Bewegungsgaming" dar, so Dill bei der Game Developers Conference (GDC).

Sonys Controllersystem, das bereits auf der Videospielmesse E3 in Los Angeles im vergangenen Jahr erstmals präsentiert wurde, basiert auf einer Kombination von Kameratechnik, Lage- und Bewegungssensoren. Spieler werden, um Spiele mit Arm- und Handbewegungen steuern zu können, einen Taschenlampen-ähnlichen Apparat mit einer leuchtenden Kugel am oberen Ende in der Hand halten müssen. Die Playstation-3-Kamera namens Eye soll dann die Lage der Kugel im Raum erfassen - je kleiner die Kugel der Kamera erscheint, desto weiter entfernt ist der Controller.

Der Wunderstab soll ab Herbst im Paket mit einer Kamera für unter hundert Dollar angeboten werden - rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Wer aber mehr als einen Controller braucht, wird natürlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Das gilt auch für einzelne Spiele, die wohl zwei statt eines Controllers erfordern werden - pro Spieler.

"Verbesserung, aber keine dramatische"

Zusätzlich zum Move-Controller soll ein sogenannter Subcontroller separat erhältlich sein, der mit einem analogen Joystick und zusätzlichen Steuertasten ausgestattet ist. Damit erinnert Sonys System stark an das Nintendos: Für den fernbedienungsähnlichen Wii-Controller gibt es ebenfalls eine Erweiterung. Der sogenannte Nunchuck beherbergt ebenfalls einen Joystick. Doch während bei Nintendo in beiden Controllern Bewegungssensoren eingebaut sind, verzichtet Sony Heise.de zufolge bei seinem Subcontroller darauf. Das heißt, dass man etwa für Prügelspiele, in denen beide Arme eingesetzt werden müssen, einen zweiten Move-Controller brauchen wird.

Heise berichtet, das Steuergerät habe sich beim ersten Ausprobieren als recht präzise erwiesen. Der US-Technik-Blog Gizmodo stellte im Vergleich zum Wii-Controller samt Erweiterung Wii motion plus eine "Verbesserung" der Genauigkeit fest, "aber keine dramatische".

Analysten haben bereits begonnen, Sonys Playstation 3 plus Move als "Wii HD" zu bezeichnen - denn der Controller wird Sonys Konsole die Funktionalität von Nintendos Erfolgsprodukt geben, das aber mit weniger Grafik- und Rechenkraft aufwartet. Nintendos Wii gibt Spielgrafik nach wie vor in herkömmlicher Fernsehauflösung aus, die Playstation 3 und auch Microsofts Konkurrenzprodukt Xbox 360 liefern dagegen HD-Grafik. Auch Microsoft entwickelt derzeit eine Bewegungssteuerung für Spiele, die allerdings vollständig ohne Controller funktionieren wird. Auch dieses Project Natal getaufte System soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Am Ende wird der Kampf der Bewegungscontroller wohl nicht zuletzt von der Software entschieden werden. Sony verkündete, 36 externe Entwicklerstudios und Spiele-Publisher würden Move unterstützen. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen 20 Move-Spiele auf den Markt bringen. Vorgestellt wurden bei der GDC allerdings keine Titel von Fremdherstellern, nur hauseigene Spiele, darunter ein Wii Sports vergleichbarer Titel mit Bogenschießen, Golf, Bowling, Tischtennis und Schwertkämpfen und eine Spielesammlung namens Move Party. Auch den Kriegsshooter Socom 4 konnten ausgewählte Besucher der GDC bereits mit dem Move-Controller spielen.

cis/Reuters/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.