Angespielt: Journey

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"Journey" wandert zum Berg, "Mass Effect 3" streitet sich ums Ende und "Alan Wake's American Nightmare" gruselt sich im Dunkeln, während "I Am Alive" kompliziert neue Wege geht und "Catherine" Bindungsängste auslotet. Die wichtigsten Spiele des Monats.

Angespielt: Journey Fotos
Sony

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Lange Sanddünen hinab rutschen, in Kraftzonen in die Luft springen und auf wehenden Stofftüchern hoch hinauf fliegen: "Journey" ist ein Spiel, das in Grafik und Steuerung Leichtigkeit versprüht, das simpel wirkt in seiner Geschichte und doch sehr komplex ist, weil es erst dann wirklich wirkt, wenn man es mit jemand anderem erlebt.

Doch von vorne: Der Weg ist das Ziel in "Journey". Es geht vordergründig darum, eine Reise zu machen. Mit einer an Tuareg erinnernden Figur durch eine große Wüste zu pilgern und schließlich einen Berg zu erreichen, der in weiter Ferne aufsteigt. Kaum etwas auf dem Weg erinnert an das, was Spiele sonst ausmachen: Keine Anzeigen auf dem Bildschirm, keine Aufgaben, die gelöst werden müssen. Einfach weitergehen, seinen Weg finden, bis man schließlich da ist.

Unterwegs wird man andere Gegenden sehen, auch auf Gefahren treffen, doch keine davon wird einen auf dem Weg aufhalten. Vor allem dann nicht, wenn man ihn zu zweit geht. "Journey" ist ein Multiplayerspiel, wer online ist, bekommt einen Partner zugelost, wird aber nicht erfahren, wie dieser heißt und bekommt auch keine Möglichkeit, direkt zu kommunizieren. Kein Chat, keine Gesten.

Was auf den ersten Blick sinnlos wirkt, ist dann großartig, wenn man es erfährt. Man zum ersten Mal eine andere Figur in der Einöde erspäht, sich ihr nähert. Man hintereinander herläuft, sich umschaut, weil man den anderen nicht verlieren möchte und sich freut, wenn dieser auf einen gewartet hat. Der andere ist ein perfekter Spielkamerad, weil es ihm vermutlich ähnlich geht. Vielleicht zeigt man sich geheime Orte, hilft sich, den Weg zu finden oder tollt einfach in der Landschaft herum.

Immer wieder erinnert "Journey" daran, wie kleine Kinder auf dem Spielplatz miteinander umgehen. Die machen sich wenig Gedanken darüber, wer der andere so ist, sondern nehmen ihn so, wie er ist und finden fast immer irgendetwas, womit sie sich gemeinsam befassen und ihren Spaß haben können. "Journey" bringt diese Unbefangenheit ins Spiel zurück, indem es Spielern ermöglicht, sie selbst zu sein. Einfach, weil sie sich nicht zeigen können. Großartig!

"Journey" von Sony, Download für Playstation 3, 12,99 Euro

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