Manipulation "Pokémon Go"-Cheatern droht der Rauswurf

Bei der virtuellen Monsterjagd greifen manche Spieler zu unerlaubten Mitteln. Der Hersteller von "Pokémon Go" will dagegen hart durchgreifen. Dabei droht weit Schlimmeres als der Verlust des Accounts.

"Pokémon Go"
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Ein Wettkampf als ehrlicher Sportler gegen gedopte Konkurrenten ist aussichtslos und frustrierend. Das gilt nicht nur bei den Olympischen Spielen. Auch ein ehrlicher "Pokémon Go"-Spieler hat keine Chance gegen Konkurrenten, die ihre Monster nicht zu Fuß erjagt, sondern mit technischen Tricks in großem Stil abgeerntet haben. Aber Hersteller Niantic will jetzt hart durchgreifen: Wer beim Betrügen erwischt wird, dem droht der Verlust seines Accounts. Und zwar für immer.

Haben Sie auch seit Wochen Kilometer um Kilometer zurückgelegt, Rattfratze, Taubsis und höhere Chargen fleißig eingesackt, eingetauscht oder aufgepäppelt? Und nach emsigem Training waren Sie dann irgendwann soweit, den ersten Kampf in einer Arena zu wagen? Und dort ist Ihre doch eigentlich ganz ansehnliche Monsterbande gnadenlos vermöbelt worden und vollkommen chancenlos untergegangen? Dann gibt es zwei Erklärungen: Die siegreichen "Pokémon Go"-Trainer haben halt schon länger oder fleißiger gesammelt und gepäppelt. Oder sie haben dem Erfolg etwas nachgeholfen und betrogen - "gecheated".

Erlaubt ist das nicht - im Gegenteil, mit der Zustimmung zu den TOS, den "Terms of Service" verpflichtet sich jeder "Pokémon Go"-Spieler, technische Tricksereien zu unterlassen. Und auch bislang schon drohte im Falle des Zuwiderhandelns eine Sperre.

Jetzt wird Niantic konkreter: In der kürzlich aktualisierten Version der "Fragen-und-Antworten"-Seite präzisiert der Hersteller, was genau als Cheating und Verletzung der TOS betrachtet wird und zu einer endgültigen Account-Sperre führen kann: "die Vortäuschung eines falschen Standortes, die Verwendung von Emulatoren oder modifizierter oder nicht-offizieller Software, oder der Zugang zu "Pokémon-Go"-Diensten in unautorisierter Weise, einschließlich durch die Software von Drittanbietern."

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Gegen "Drittanbieter" war Niantic in letzter Zeit sehr konsequent und mit hartem juristischen Geschütz vorgegangen. Besonders im Visier: Die Bot-Programmierer, deren Apps direkt die Softwareschnittstelle, die API der "Pokémon Go"-Server angezapft hatten. Und mit deren Tools man als Cheater dann ein Pokémon vollautomatisch zum Superhelden heranzüchten konnte.

Im Vergleich mit dem Einsatz von Bots erscheint das "Vortäuschen eines Standortes" schon fast wieder harmlos. Technisch funktioniert das mittels "GPS-Spoofing": Eine spezielle App gaukelt anderen Programmen dabei statt der tatsächlichen Smartphone-Position frei gewählte Geodaten vor - also statt der heimischen Couch den Stadtgarten. Oder gleich die chinesische Große Mauer.

GPS-Spoofing-Cheater sollten sich übrigens nicht darauf verlassen, dass Niantic mit der Accountsperre leere Drohungen verbreitet. Anscheinend kann der "Pokémon Go"-Hersteller bei vielen Usern die Ortsdatenmanipulation durchaus erkennen; einem Android-Smartphone lassen sich nämlich trotz Spoofing offenbar auch noch ein paar echte GPS-Daten entlocken.

iOS ist da diskreter - hier setzt der Einsatz von Spoofing-App einen Jailbreak voraus; oder man installiert sich unter Umgehung aller Sicherheits- und Vernunftkriterien eine Entwicker-signierte App aus obskurer Quelle. Und das Spoofen nicht per App, sondern per direkter Manipulation des GPS-Signals, ist nur etwas für Hartgesottene - da könnten dann auch schon mal ein Messtrupp und die Polizei vor der Tür stehen.

Ein kleiner Trost für ehrliche Spieler: Cheater müssen höllisch aufpassen, dass sie sich nicht Malware installieren. Wenn erstmal intime Fotos oder die Bankdaten im Netz kursieren, oder das Gerät schön säuberlich verschlüsselt ist, dann ist das vielleicht noch deutlich schmerzhafter als der Verlust des "Pokémon Go"-Accounts. (Wer sich zu Unrecht gesperrt fühlt, kann übrigens Einspruch einlegen.) Aber mal grundsätzlich: Was macht eigentlich Spaß daran, per Bot und Cheat anderen den Spaß zu verderben? Sport-Doper mag ja auch niemand leiden.



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
Kampfmittelräumdienst 16.08.2016
1. Appprobleme
Ich kann nachvollziehen, wieso man gefälschte GPS koordinaten verwendet. Durch die mittlerweile komplett entferntetn Fußspuren ist es nahezu unmöglich pokemon noch zu orten, es ist eher ein glücksspiel beim rumlaufen. daher ist es deutlich effektiver mit lockmodulen an einem ort, an dem es mehrere pomestops gibt, zu sein. Dafür ist dann GPS spoofing unabdingbar... Ganz sicher keine sinnvolle option, aber durch die konsequente verschlechterung der ortungsmöglichkeiten der pokemon ist man quasi dazu gezwungen, wenn man halbwegs mithalten will bzgl level und pokemonstärke. Allgemein gilt aber, wenn nicht bald eine umfangreiche erweiterung kommt, dann wird pokemon go nur noch von ein paar leuten genutzt werden, dem großteil wird die repetitive sinnlosigkeit (mich mittlerweile eingeschlossen) irgendwann einfach zu dämlich...
oiropäer 16.08.2016
2. Cheaten?
@Kampfmittelräumdienst: Wo ensteht Ihnen denn einen Benachteiligung gegenüber anderen Spielern? Ich kann nicht verstehen, wie man nur so ein Noob sein kann, das man zu Cheats greift, anstatt das Spiel kennen zu lernen. Wenn man die Spawnpoints der Pokemon kennt, dann ist es ein leichtes, mit dem Radar diese zu jagen. Das ist es halt, was den Gamer vom Noob unterscheidet. Der Gamer macht sich mit dem Spiel vertraut. Das Sie bald den Spaß verlieren, ist natürlich klar!
a-mole 16.08.2016
3.
Zitat von KampfmittelräumdienstIch kann nachvollziehen, wieso man gefälschte GPS koordinaten verwendet. Durch die mittlerweile komplett entferntetn Fußspuren ist es nahezu unmöglich pokemon noch zu orten, es ist eher ein glücksspiel beim rumlaufen. daher ist es deutlich effektiver mit lockmodulen an einem ort, an dem es mehrere pomestops gibt, zu sein. Dafür ist dann GPS spoofing unabdingbar... Ganz sicher keine sinnvolle option, aber durch die konsequente verschlechterung der ortungsmöglichkeiten der pokemon ist man quasi dazu gezwungen, wenn man halbwegs mithalten will bzgl level und pokemonstärke. Allgemein gilt aber, wenn nicht bald eine umfangreiche erweiterung kommt, dann wird pokemon go nur noch von ein paar leuten genutzt werden, dem großteil wird die repetitive sinnlosigkeit (mich mittlerweile eingeschlossen) irgendwann einfach zu dämlich...
warten sie mal ab was das nächste update bringt. Einige können die neuen features ja schon testen & was da zur Pokémon Verortung kommt sieht vielversprechend aus. Die Tatzen haben ja eh nicht funktioniert...
hjanko 16.08.2016
4.
Zitat von KampfmittelräumdienstIch kann nachvollziehen, wieso man gefälschte GPS koordinaten verwendet. Durch die mittlerweile komplett entferntetn Fußspuren ist es nahezu unmöglich pokemon noch zu orten, es ist eher ein glücksspiel beim rumlaufen. daher ist es deutlich effektiver mit lockmodulen an einem ort, an dem es mehrere pomestops gibt, zu sein. Dafür ist dann GPS spoofing unabdingbar... Ganz sicher keine sinnvolle option, aber durch die konsequente verschlechterung der ortungsmöglichkeiten der pokemon ist man quasi dazu gezwungen, wenn man halbwegs mithalten will bzgl level und pokemonstärke. Allgemein gilt aber, wenn nicht bald eine umfangreiche erweiterung kommt, dann wird pokemon go nur noch von ein paar leuten genutzt werden, dem großteil wird die repetitive sinnlosigkeit (mich mittlerweile eingeschlossen) irgendwann einfach zu dämlich...
Hallo, wieso können sie nicht mithalten? keine Chancengleichheit? D.h. sie wollen mit den cheatern mithalten? warum denn nicht mit den ehrlichen Spielern? Zum Artikel: "Aber mal grundsätzlich: Was macht eigentlich Spaß daran, per Bot und Cheat anderen den Spaß zu verderben? Sport-Doper mag ja auch niemand leiden." Sorry, aber das ist naiv. Cheater gab es schon immer und nach meiner Erfahrung haben die eine gaaanz andere Wahrnehmung von sich selber. Die halten sich für cool und das Salz in der Suppe.
jhea 16.08.2016
5. Gut so
ich spiel bei Gott nicht viel - auf dem weg zur Arbeit und zurück, und dann noch etwas beim Einkaufen und ggf wenn ich mal Lust habe spazieren zu gehen (hab ich vorher nie gemacht ^^). Komm ich aber an den 3 Arenen vorbei die es auf dem weg von und zur Arbeit gibt, Frage ich mich wie einige ihre Viecher schon auf 2500 Punkte pimpen konnten. Und das zT schon 4 5 Tage nach dem Release. Mit den Ingamehilfen, a la Lockmodul und Glücksei kann man das nicht unbedingt erklären. Auf der anderen Seite kommt hinzu was der erte Poster da sagte - seit die Fußspuren weg sind, ist es unmöglich die Viecher zu finden und man muss quasi die Pokemon Detect Website nutzen.
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