USA Räuber nutzen "Pokémon Go" für Überfälle

Das neue Handyspiel "Pokémon Go" ist so beliebt, dass die Server immer wieder überlastet sind. Kriminelle in den USA haben das große Interesse offenbar ausgenutzt, um Spieler an abgelegenen Orten auszurauben.

Poké-Stop

Poké-Stop


Vier Räuber haben in den USA offenbar Nintendos neues Spiel "Pokémon Go" genutzt, um Überfälle zu begehen. Die jungen Männer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren wurden in der Nacht zum Sonntag in O'Fallon im Bundesstaat Missouri festgenommen, teilte die örtliche Polizei über Facebook mit.

Die Verdächtigen sollen mit der kürzlich in den USA veröffentlichten App "Pokémon Go"-Spieler an einen abgelegenen sogenannten Poké-Stop gelockt haben. An diesem virtuellen Standort können die Spieler Gegenstände einsammeln oder auslegen. Es sind meist Sehenswürdigkeiten in der realen Welt. An einem dieser Standorte hätten die Räuber ihre Opfer mit einer Waffe ausgeraubt. Die Zeitung "USA Today" berichtete von zehn bis elf bewaffneten Raubüberfällen.

Das Spiel kann seit vergangener Woche in den USA heruntergeladen werden. Es wird mittels erweiterter Realität (Augmented Reality) mithilfe von Standortdaten im Freien gespielt. Dabei geht es darum, digitale "Pokémon"-Figuren zu fangen und kämpfen zu lassen. Mit sogenannten Lockmodulen, virtuellen Gegenständen im Spiel, können Poké-Stops attraktiver für die digitalen Figuren gemacht werden.

Offenbar nutzten die Verdächtigen die Lockmodule an abgelegenen Poké-Stops und warteten dort auf ihre Opfer. An andere Orte als Poké-Stops lassen sich Spieler direkt über das Spiel nicht locken. Das wäre nur über Aufrufe beispielsweise in sozialen Netzwerken möglich.

Fotostrecke

7  Bilder
"Pokémon Go": Monster fürs Handy

Das Spiel kommt so gut an, dass die Aktie des Anbieters Nintendo an der Börse in Japan mehr als zwanzig Prozent in die Höhe geschossen ist. Im iOS-Store in den USA landete das Spiel sofort auf Platz eins.

Medienberichten zufolge wurde "Pokémon Go" zwei Tage nach dem Erscheinen bereits auf mehr als fünf Prozent aller Android-Geräte in den USA installiert. Damit wäre es bereits häufiger installiert als das Datingportal "Tinder". Mehr als 60 Prozent der Nutzer, die das Spiel heruntergeladen haben, nutzen es demnach täglich.

Das Spiel ist so gefragt, dass die Server des Herstellers Niantic offenbar überlastet sind. Die Veröffentlichung in weiteren Ländern werde daher verschoben, um die Server nicht weiter zu belasten, sagte Niantic-Chef John Hanke gegenüber "Business Insider". Niantic hat "Pokémon Go" zusammen mit Nintendo und der Pokémon Company entwickelt.

In Deutschland ist "Pokémon Go" noch nicht offiziell erschienen und lässt sich Medienberichten zufolge nur über Tricks spielen. Dabei ist Vorsicht geboten: Android-Nutzer, die "Pokémon Go" installieren wollen, ohne über Googles Play Store zu gehen, könnten Betrügern zum Opfer fallen. Laut einer IT-Sicherheitsfirma sind manche Installationsdateien mit Malware namens DroidJack RAT verseucht. Sie ermögliche es Angreifern, das betroffene Smartphone unter ihre Kontrolle zu bringen.

"Pokémon Go" ist die erste große Marke von Nintendo für Smartphones. Bisher konnte man die Spiele nur auf Nintendo-Konsolen spielen. Da der Absatz der Geräte sinkt, schrieb das Unternehmen zuletzt häufig Verluste. Niantic hatte bei Google bereits das Spiel "Ingress" entwickelt, bei dem man um virtuelle Portale in realer Umgebung kämpft.

brt/dpa

insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bermany 11.07.2016
1. Bin ich zu blöd?
Sorry, ich habe diesen Artikel nicht begriffen, offenbar bin ich aus dem Pikemon-Alter raus. Ist das nun ein virtueller Überfall? Reisen die Spieler in der Realität zu den Sehenswürdigkeiten? Vielleicht sollte man einfach nicht darüber nachdenken, verschwendete Lebenszeit.
alexander_denzin 11.07.2016
2. @bermany
du bist wahrscheinlich einfach nur zu alt um Artikel generell zu verstehen. Vielleicht zwei mal lesen?
HorstOttokar 11.07.2016
3. Problematisch
Problematisch ist wohl auch, dass der Hersteller Niantic für die Erstellung der Spielorte faulerweise auf Spielorte zurückgegriffen hat, die Nutzer zuvor für das Spiel "Ingress" generiert haben. Aber "Ingress" richtet sich an Erwachsene und nicht an Kinder, und deshalb finden sich diese "Poke-Stores" in den USA nun u.a. bei Strip-Clubs, in zwielichtigen Gegenden, bei Mahnmalen für "Abtreibungsopfer" und an anderen politisch aufgeladenen Orten... super für die Kids!
j.vantast 11.07.2016
4. Hä?
Wenn es virtuelle Orte sind gibts auch nur virtuelle Waffen und die können einem ja wohl kaum Angst machen. Vielleicht sollte da etwas genauer berichtet werden wenn man sich schon so einer reisserischen Überschrift bedient.
j.vantast 11.07.2016
5. Und was soll das?
Zitat von alexander_denzindu bist wahrscheinlich einfach nur zu alt um Artikel generell zu verstehen. Vielleicht zwei mal lesen?
Und Du bist zu jung um argumentieren zu können? Dann erklär mir doch bitte mal wie Du mich an einem virtuellen Ort überfallen willst.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.