"Samorost 3" angespielt Wundersame Welten am Rande der Realität

Das neue "Samorost 3" ist wie ein Ausflug in eine Traumwelt. Im Fantasiereich angekommen, muss man erst einmal herausfinden, was das Spiel überhaupt vom Spieler will.

Amanita Design

Ich steuere ein kleines weißes Männchen über einen sattgrünen, moosigen Hügel, lasse es auf einen Baum starren, gebe ihm eine Art Hörrohr, das auch als Flöte dient in die Hand, beobachte und lausche. Ich will herausfinden, was es von mir will. Oder besser: was das Adventure "Samorost 3" von mir will, wie ich seine Rätsel, seine Welt entschlüsseln kann.

Die "Samorost"-Reihe stammt, wie auch die artverwandten Adventures "Machinarium" und "Botanicula", vom tschechischen Entwicklerstudio Amanita-Design. Und das, darauf deutet auch der vom Fliegenpilz inspirierte Studioname hin, schafft wundersame kleine Welten am Rande der Realität.

Immer wieder wirken die Spiele, als ob man ganz tief in einen kleinen, verborgenen Winkel der Welt hineinschaut, in einen Mikrokosmos, eine Traumwelt, in der Zauberwesen leben. Als ob sich ein moosbewachsener Baumstumpf oder ein Teil eines Schrottplatzes in eine kleine Spielwelt verwandelt, besiedelt mit merkwürdigen Figuren.

Ein anderes gemeinsames Merkmal: Die Spiele verzichten auf Worte, geben Anweisungen durch Laute und Zeichnungen. So auch "Samorost 3". In dem soll ich fremde Welten erkunden und die Frage nach der Herkunft der Flöte lösen.

Meine Badewanne wird zum Rumpf

Ich taste mich langsam vorwärts, erkunde erst einmal die nähere Umgebung, bringe eine Wasserfläche zum Klingen, zupfe Blüten von einem Baum und spiele damit eine krude und doch gut klingende Melodie.

Ich drücke Schalter, versuche, einen Mechanismus zu verstehen und treffe schließlich die erste Figur, die mir eine Aufgabe gibt. Es ist ein Mechaniker, der mir über Zeichnungen zu verstehen gibt, dass er mir ein Raumschiff bauen wird, wenn ich ihm die passenden Teile bringe.

Meine Badewanne wird zum Rumpf, ein Hocker zum Fahrersitz, den Rest verrate ich nicht. Schließlich ist es das Ausprobieren, das Erkunden einer zauberhaften Welt, sind es die kleinen Erfolgserlebnisse, die "Samorost 3" ausmachen.


"Samorost 3" von Amanita Design, für PC, Mac, ca. 20 Euro; www.samorost3.net

Mehr zum Thema
Newsletter
Games und Gadgets: Die Welt digital


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bürger Icks 12.04.2016
1. Kunstwerke
Habe "Machinarium" und "Botanicula" angespielt, sehen beide wunderschön aus. Machinarium habe ich glaube ich ein paar Minuten länger gespielt. Aber irgendwie blieb es dann auch beim Antesten. Hatte die Spiele vollkommen vergessen, bis ich diesen Artikel hier las. Das sind eher Kunstwerke als Spiele, die man sich mal anschaut, weil sie so schön sind, aber nicht wirklich damit spielt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.