Von Dennis Kogel
Der französische Entwickler Eversim macht eigentlich Serious Games, mit denen Mitarbeiter der Nato ausgebildet werden. "Politiksimulator 2" ist der Spieleableger dieser ernsten Trainingssimulatoren. Als Staatschef einer von 170 spielbaren Nationen und mit Blick auf eine 3D-Weltkarte hat der Spieler in einer Unzahl von Menüs die komplette Kontrolle über die Geschicke seines Staates und kann Parameter von Steuerpolitik über Redefreiheit bis zu Lehrergehältern äußerst fein justieren. Die Antwort des Politiksimulators auf "Was wäre, wenn ich Staatschef wäre" ist dabei: schlichtweg überfordert. Denn ohne Vorwissen ist der Simulator unübersichtlich, überkomplex, sperrig. Zudem verfehlt er mit seiner peinlichen deutschen Synchronisation oft den richtigen Ton. Gleichzeitig zeigt die Simulation aber auf faszinierende Weise, wie Regierungen immer wieder verführt werden, ihre Macht skrupellos zu ihrem eigenen Vorteil einzusetzen: Versprechen in Verhandlungen müssen nicht eingehalten werden, Zahlungen von Hilfsorganisationen werden in die Staatskasse umgeleitet, und nervige Comedians werden kaltblütig durch ein paar Menüklicks erdrosselt.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Games | RSS |
| alles zum Thema Games | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH