YouTuber Simon Unge über Mediakraft "Wir fühlen uns eingeschüchtert"

YouTube-Star Simon Unge und seine Vermarktungsfirma Mediakraft haben sich überworfen. Hier erzählt er von dem Streit - und erklärt, warum sich viele Video-Blogger von der Firma geknebelt fühlen.

SPIEGEL ONLINE

Ein Video-Interview von


Der YouTube-Star mit dem Pseudonym Simon Unge, 24, und die Vermarktungsfirma Mediakraft streiten sich weiter öffentlich. Nun erklärt Unge in einem Video-Interview mit SPIEGEL ONLINE: Er und viele andere YouTuber, die bei Mediakraft unter Vertrag stehen, fühlten sich von dem Unternehmen "eingeschüchtert" und ungerecht behandelt.

Von Mediakraft sieht Unge sich getäuscht. Ihm sei vor Vertragsschluss erklärt worden, dass auch eine Vertragsauflösung vor Laufzeitende möglich sei. Da habe er sich "bequatschen" lassen. Außerdem schulde ihm das Netzwerk Geld, welches er nun mit Hilfe eines Anwalts von Mediakraft einfordert.

Seit Anfang 2014 ist Unge "Partner" bei dem Kölner Netzwerk. Das bedeutet: Durch einen Vertrag abgesichert teilen sie sich die Einnahmen, die sich dank vorgeschalteter Werbung in Unges YouTube-Clips auf Zehntausende Euro belaufen dürften. Dafür bietet Mediakraft rechtlichen Schutz und gibt an, YouTubern bei der Vermarktung zu helfen und ihre Reichweite zu steigern. Zusammengenommen haben die Kanäle Unges derzeit mehr als zwei Millionen Abonnenten, einzelne Videos werden Hundertausendfach gesehen.

Beide Seiten werfen sich vor, Abmachungen nicht eingehalten zu haben - und in erster Linie geht es um Geld, räumen beide ein. Im Zentrum des Streits steht ein Product-Placement-Geschäft mit einer Skateboard-Firma, Volumen mehr als 10.000 Euro, auf das sich Simon Unge und drei andere YouTuber eingelassen hatten. Unge beschuldigt Mediakraft, das Geld einbehalten zu haben. Die Firma wirft dem YouTuber in einer Pressemitteilung vor, mit einem anderen Vermarkter einen Werbedeal geschlossen und damit den Mediakraft-Vertrag gebrochen zu haben.

Am Wochenende hatte Unge in einem Video und unter dem Hashtag #Freiheit (bislang 2,2 Millionen Aufrufe) über die Vermarktungsfirma geschimpft, die seitdem von wütenden Zuschauern angerufen und mit hasserfüllten Twitter-Kommentaren bestürmt wird. Unge sagt, sein Video sei ein Versuch, "auf die Missstände" bei Mediakraft aufmerksam zu machen. Dafür nehme er auch Nachteile und Sanktionen in Kauf.

In der Langfassung des Interviews mit SPIEGEL ONLINE erklärt Simon, warum ihn der Hass gegen Mediakraft-Mitarbeiter und andere Partner überrascht und warum er und andere Mediakraft-YouTuber sich von der Firma nicht ernstgenommen fühlen:

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Zum Autor
Jeannette Corbeau
Christoph Titz studierte Journalistik, Politik, Soziologie und Geschichte in München, im dänischen Århus und in Utrecht in den Niederlanden. Bis Mai 2015 leitete er das SPIEGEL-ONLINE-Ressort UniSPIEGEL und SchulSPIEGEL, heute ist er Politik-Redakteur mit Berichtsschwerpunkt Afrika.

E-Mail: Christoph_Titz@spiegel.de

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
mmy 22.12.2014
1. ich glaube
hier wird (wie oft in der schönen neuen Internet Welt) mit zweierlei Maß gemessen. Natürlich kenne ich weder mediakraft noch unge, glaube aber dass es, meist im geschäftsleben, nicht so schwarz-weiß abgelaufen ist armer freiheitsliebender youtuber wird vom bösen medienkonzern ausgebeutet. ich denke unge hat sich blenden lassen von geld und fame und erst zu spät gemerkt, dass dies im realen leben auch ernste jur. und geschäftl. konsequenzen haben kann, wenn man nicht gut vorverhandelt. für mediakraft hingegen sind die tuber schnelles billiges geld
porkx 22.12.2014
2. Mehr Geld
Hallo ich moechte auch eine Gehaltserhöhung #Freiheit #Menschenrechte #Gleichberechtigung #Opferhilfe
buerger_nr_x 22.12.2014
3. @mmy (Beitrag 1)
Sehen Sie selbst, dass sie das Bestätigen, von dem Sie meinen, dass man es eigentlich nicht so sehen dürfe? (Freiheitsliebender hat sich unfair knebeln lassen. …) Für ein angenehmes gesellschaftliches Zusammenleben ist es unabdingbar, dass man den Anderen nicht über den Tisch zieht, denn eigentlich geht es doch nur miteinander. Leider gibt es gerade von Leuten, die die Übervorteilung Anderer (und die Freude darüber, dass die so blöd sind und das nicht mal merken) als wichtiges Kariere-Charakteristika proklamieren, da eine andere Auffassung. Das ganze Internet ist meiner Erfahrung nach eine Spielwiese von Juristen geworden, die teilweise krampfhaft versuchen, sich damit ein goldenes Näschen zu verdienen. Leute, es ist Zeit für ausgedehnte Spaziergänge und das Genießen der Natur und der Wirklichkeit. In diesem Sinne ein frohes Weihnachtsfest allen. …
Kaworu 22.12.2014
4.
Wird wohl nur vor Gericht zu klären sein wer im Recht ist. Auf den Ausgang des Falls bin ich jedenfalls gespannt.
matbu 22.12.2014
5. Voila...
...wer hätte das gedacht: es geht ums Geld. Und all die häßlichen Worte kommen vor: "product placement" (die übelste Form der Werbung), "Werbedeal" etc.
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