Spielkonsole 3DS im Test: Daddeln! Nicht wackeln!

Von Carsten Görig

3-D-Effekt ohne Brille? Auf einem Minibildschirm? Geht das? Nintendo probt mit seiner neuen 3DS die Revolution bei portablen Daddelkonsolen. Mit Erfolg: Die dreidimensionalen Effekte sind bei einigen Spielen überragend, wie ein Test zeigt - doch die Technik hat auch ihre Tücken.

SPIEGEL ONLINE

Nintendos DS-Konsole ist ein Phänomen: Kritiker hatten bisher schon an jeder Version etwas zu meckern, doch der Daddelmini für unterwegs hat sich stets blendend verkauft. Diesen Erfolg soll nun Nintendos neue 3-D-Spielkonsole 3DS in die nächste Runde führen - mit einem 3-D-Bildschirm, bei dem sich der Effekt ganz ohne Spezialbrille einstellt.

Von Freitag an ist die Konsole in Deutschland im Handel erhältlich. Aber hält die kleine Kiste, was der Hersteller verspricht? Ein Test.

Fest steht: Sonderlich schön ist das Gerät nicht. Es erinnert mit seinen zwei Kameraaugen, dem mittig angebrachten Kopfhörerausgang und dem pummeligen Deckel entfernt an einen Taschenkrebs.

Nach dem Aufklappen fallen nur wenige Änderungen im Vergleich zu den Vorgängermodellen auf. Zwei Bildschirme, ein Steuerkreuz - alles wie gehabt. Neu ist ein analoger Steuerknopf, Schiebe-Pad genannt. Unter dem unteren Bildschirm sind ebenfalls neue Knöpfe angebracht und der obere Screen ist größer (etwa 7,6 Zentimeter Bildschirmdiagonale). Es ist eben dieser Bildschirm, der ein Spielerlebnis möglich macht, das man so noch nicht gesehen hat. Denn er stellt die Grafik dreidimensional dar, also mit einem Stereoskopie-Effekt, wie man ihn von den guten alten Wackelbildchen kennt.

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20  Bilder
Nintendo 3DS: Tiefer Schirm, flache Spiele
Der 3-D-Effekt stellt sich aber nur bei entsprechend programmierten Spielen ein. DS-Spiele, die noch für den Vorgänger gemacht wurden, laufen zwar auf dem 3DS - bleiben aber zweidimensional.

Wer zu viel wackelt, sieht nur doppelt

Bei den neuen Spielen ist der Effekt verblüffend - vorausgesetzt, man hält das Gerät richtig. Das ist denn auch das größte Problem im Test: Da der recht kleine Bildschirm die Grafik für beide Augen mit Hilfe eines Rasters auf dem Display trennt, stellt sich der 3-D-Effekt nur aus einem bestimmten Blickwinkel ein. Bei einer Konsole für unterwegs, mit der man auch im rumpelnden Bus Actiontitel spielt, ist das problematisch. Beim Prügelklassiker "Super Street Fighter IV 3D" etwa gerät der Bildschirm oft in einen ungünstigen Blickwinkel. Dann sieht man nur noch merkwürdig flache, doppelte Bilder. An diese Aussetzer muss man sich erst gewöhnen und die Konsole sehr ruhig halten.

Wenn dies mit etwas Übung gelingt, wird der Bildschirm zu einem Schaukasten, in dem sich plastisch wirkende Figuren bewegen. Die Tiefe lässt sich durch einen Schieberegler kontrollieren, der den 3-D-Effekt verstärkt oder auch ganz ausschaltet. Das ist gut, denn immer wieder stellt man nach längerem Spielen fest, dass der Effekt anstrengend für die Augen ist.

Zum Verkaufsstart der 3DS-Konsole sind 13 Spiele erhältlich, beziehungsweise 15, wenn man verschiedenen Ausgaben der um Katzen erweiterten Hundesimulation "Nintendogs + Cats" einzeln zählt. Nicht alle Titel nutzen den 3-D-Bildschirm gleich gut: "Die Sims 3" zum Beispiel scheint nur halbherzig angepasst worden zu sein. Bei "Nintendogs" hingegen hat man den Eindruck, die Hunde würden einem gleich aus dem Bildschirm entgegen springen.

SPIEGEL ONLINE hat einige Titel angespielt, hier ein Überblick:

  • Nintendogs + Cats (Nintendo): Für viele dürfte die Tiersimulation "Nintendogs + Cats" das 3DS-Spiel schlechthin sein: Es ist niedlich, sieht toll aus und nutzt nicht nur den 3D-Effekt, sondern auch das Touchpad und das Mikrofon der Konsole. Vorsicht: Bloß nicht den Kindern zeigen, sonst wird das Gerät in den nächsten Tagen nur noch nach schweren Kämpfen freigegeben.
  • Ghost Recon (Ubisoft): Überraschend gut ist diese Umsetzung eines Tom-Clancy-Klassikers: Eine Spezialeinheit des amerikanischen Militärs muss einen heiklen Einsatz in einem Krisengebiet durchführen. Die rundenbasierten Kämpfe und die wirklich großartig aussehende 3-D-Grafik lassen einen das Spiel nur schwer aus der Hand legen.
  • Street Fighter IV (Capcom): Eines der besten Prügelspiele der neuen Generation auf einem kleinen Bildschirm? Das geht erstaunlich gut, sieht sehr schön aus und nutzt den 3-D-Effekt voll aus. Da ist es auch egal, dass nur Profis die Tastenkombinationen für wirklich gute Schläge beherrschen.
  • Pilotwings Resort (Nintendo): Mit Flugzeug, Lenkdrachen oder Düsenantrieb über eine Insel fliegen, Wettrennen gleiten oder Tricks vollführen. Anfangs wirkt das Spiel leicht, wird aber bald herausfordernd. Vorsicht: 3-D-Effekt auf keinen Fall voll aufdrehen, sonst fängt man an zu schielen.
  • Ridge Racer (Namco): Ein Titel aus dieser Spielereihe darf bei keinem Start einer neuen Konsole fehlen. Wer in den letzten zehn Jahren ein Rennspiel aus dieser Reihe gespielt hat, wird bei der 3DS-Version kaum neue Strecken oder Autos finden. Dennoch gibt der 3-D-Effekt dem Geschwindigkeitsrausch Tiefe und neue Impulse.
  • PES 2011 (Konami): Fußball in 3D sieht gut aus und spielt sich auch erstaunlich einfach. Lediglich die häufig drehende Kamera sorgt immer wieder für kurze Orientierungslosigkeit.
  • Splinter Cell (Ubisoft): Noch ein recyceltes Spiel. Das erste Abenteuer des Agenten Sam Fisher ist erstaunlich gut für die kleine Konsole umgesetzt und nutzt nicht nur den 3-D-Effekt, sondern auch die bewegungsempfindlichen Sensoren der Konsole.
  • Rayman 3D (Ubisoft): Wer noch keinen Teil der "Rayman"-Reihe kennt, kann mit dieser Aufbereitung des Klassikers einsteigen. Der 3-D-Effekt ist dezent und für das Spielerlebnis nicht unbedingt notwendig.
  • Die Sims 3 (Electronic Arts): Die Sims auf kleiner Konsole. Das ist ein ziemlich hakeliges Vergnügen mit umständlicher Steuerung, bei der der 3-D-Effekt kaum sinnvoll eingesetzt ist und eher wie ein billiges Gimmick wirkt.

Die Bewegungs- und Beschleunigungssensoren nutzen nur wenige Spiele

Demonstriert wird der 3-D-Effekt und der Nutzen der Kamera mit zwei bereits auf dem Gerät integrierten Spielen: In "Face Raiders" wird das Gesicht des Spielers abfotografiert und zur Zielscheibe. In "AR Games" spielt die Umgebung eine Rolle, aus der Tischplatte wachsen Zielscheiben oder Bäume, die Umgebung wird gefilmt und ins Spiel integriert.

Der 3-D-Effekt ist längst nicht die einzige Änderung gegenüber dem Vorgänger. Zur Spielesteuerung dienen nicht nur das bereits vom DS bekannte Touchpad auf dem unteren Bildschirm und ein Mikrofon. Der 3DS hat dazu noch einen Bewegungs- und Beschleunigungssensor, der aber nur von wenigen Spielen wirklich benutzt wird.

Gesamteindruck - Nintendo setzt auf Bewährtes

Außerdem soll die 3DS-Konsole per W-Lan online gehen und zu anderen 3DS-Geräten Kontakt aufnehmen können, wenn der Nutzer das erlaubt. Mit dieser Street Pass genannten Funktion sollen beispielsweise Avatare, die von den Besitzern der Geräte gestaltet werden, von einem Gerät auf das andere springen können. Spieler sollen auch Gegenstände oder Daten hin- und herschieben können. Ein Test dieser Funktionen war nicht möglich, dazu mangelt es vor dem Verkaufsstart an Besitzern einer 3DS.

Nintendo verspricht einen Internetbrowser und einen Shop-Kanal für 3DS-Konsolen - noch sind diese Angebote nicht verfügbar, sie sollen bald über ein System-Update nachgeliefert werden.

Insgesamt legt Nintendo wie schon bei DS und Wii weniger Wert auf grafische Höchstleistungen: Die Auflösung des Displays ist der des iPhone 4 unterlegen - allerdings bietet nur Nintendos Spielkonsole den überraschenden 3-D-Effekt. Wie gut die anderen Spielehersteller diese Möglichkeiten ausnutzen werden, davon hängt Erfolg von Nintendos Taschenkrebs. Potential hat die Konsole.

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Bam Bam
timewalk 23.03.2011
Zitat von sysop3-D-Effekt ohne Brille? Auf einem Minibildschirm? Geht das? Nintendo probt mit seiner neuen 3DS die Revolution bei portablen Daddelkonsolen. Mit Erfolg: Die dreidimensionalen Effekte sind bei einigen Spielen überragend, wie ein Test zeigt - doch die Technik hat auch ihre Tücken. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,752405,00.html
Und wiedermal wird man schmerzlichst daran erinnert das Deutschland immer noch keine Hochtechnologie hat. Ist halt schwer mit einem Staatsfeindlichen Programm.
2. 3ds
mijon 23.03.2011
Guten Morgen! Ich wollte schnell anmerken dass in diesem eigentlich guten Artikel grobe Fehler begangen wurden. Am Ende steht: "Insgesamt legt Nintendo wie schon bei DS und Wii weniger Wert auf grafische Höchstleistungen: Die Auflösung des Displays ist der des iPhone 4 unterlegen" Seit wann ist die Aufloesung das einzig entscheidende bei der Grafik? Es wird oft einfach gesagt, mehr Aufloesung -> bessere Grafik, das ist aber nur ein kleiner Faktor der eine Rolle spielt! Was ist wenn die meisten der andern Faktoren beim 3DS besser sind? Das ist wirklich eine unqualifizierte Aussage. Zweitens wird der Test des 3D Effektes so dargelegt, als ob das 3D sehen schwierig zu realisieren ist, und es anstrengend wird. Auch hier wird wieder gegeralisiert, es wird gesagt, dass "man" auf die dauer muede Augen bekommt, und nicht dass die "Spiegel Tester" auf dauer muede Augen bekommen haben. Andere Teste sagen naemlich genau das gegenteil, das scheint auch von der Person abzuhaengen wie der 3D Effekt funktioniert. Dieses Generalisieren ist was fuer die BILD. Man haette dann vielleicht noch den Preis und das erscheinungsdatum in den Text integrieren koennen, 250 euro und den 25 Maerz, dann waer es ein richtiger SPIEGEL Artikel.
3. Daddeln?
Bhangla 23.03.2011
Kein Computerzocker benutzt das Wort daddeln oder sieht sich selbst als Daddler. Wenn der Artikel für Computerspieler geschrieben worden ist, so sollten derartige Worte wie Daddeln nicht benutzt werden.
4. Spielepreise
tetaro 23.03.2011
Die Spielepreise um die 45 Euro für das 3DS halte ich allerdings für mutig im Zeitalter der 80 Cent Apps für das Smartphone, die ja oft alles andere als schlecht sind.
5. Naja
bluemetal 23.03.2011
3D hin oder her wenn das Teil auch wieder so ein grobpixeliges Plastikspielzeug ist dann kann man das eh vergessen. Kein Browser, Emails, Video, Musicplayer, videotelefonie, HD Display, Store ? Sorry aber mit nem iPod Touch kann das nicht mithalten obwohl der aus Alu gebaut ist und weniger kostet. Es ist und bleibt etwas für Kleinstkinder um Hündchen und Ponys zu pflegen....
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3D ohne Brille: Nintendos neue Spielkonsole 3DS

Jedem Auge sein eigenes Bild: So funktioniert 3D

Damit zweidimensionale Bilder auf der Kinoleinwand oder Mattscheibe eine Tiefenwirkung erhalten, braucht es einen Trick: Die beiden Augen sehen jeweils ein anderes, räumlich versetztes Bild - wie im wirklichen Leben. So entsteht der 3-D-Eindruck.

Es gibt unterschiedliche Verfahren, um dreidimensionale Bilder zu erschaffen. Die meisten Fernsehhersteller setzen auf das Shutter- Verfahren. Dabei erscheinen auf dem Bildschirm abwechselnd die Bilder für das linke und das rechte Auge. Eine sogenannte Shutter-Brille schließt jeweils ein Glas, so dass jedes Auge die richtigen Bilder erhält. Als Nachteil dieses Verfahrens gelten die Brillen: Sie sind teuer, schwer und müssen regelmäßig aufgeladen werden.

Bei der mobilen Konsole Nintendo 3DS soll der räumliche Eindruck ohne Brille entstehen. Die Trennung der Bilder für beide Augen geschieht bereits im Gerät: Ein feines Raster auf dem Display streut das Licht in einem geringfügig veränderten Winkel. Das heißt allerdings auch: Wer sich mit dem Gesicht zu weit von der Bildmitte wegbewegt, sieht nicht mehr in 3D.

dpa

Spielkonsolen: Die aktuelle Generation
Wii
AP
Der kleine Konkurrent kann im Gegensatz zu den Konsolen der Rivalen keine hochauflösende Grafik bieten, sondern liefert herkömmliche Fernsehauflösung. Trotzdem ist das Gerät so beliebt, dass der Hersteller bisher keine Preissenkung angekündigt hat. In den USA überholte die Wii im Juli 2008 Microsofts Xbox 360, was die Verkaufszahlen angeht. Die Konsole zeichnet sich durch einen bewegungssensitiven Controller und bewegungsorientierte Zusatzgeräte wie das "Balance Board" aus. Mit simplen Sport- und Spaß-Spielen hat sie für die Branche neue Zielgruppen erobert. 2009 führte Nintendo eine Erweiterung für den Controller namens Wii Motion Plus ein, die Bewegungen der Spieler noch präziser erfassen helfen soll. Einen ausführlichen Wii-Test finden Sie hier .
Playstation 3 und 2
AP
Der direkte Konkurrent von Microsofts Xbox 360 - die beiden Konsolen konkurrieren um die Hardcore-Gamer, die auch bereit sind, für hochauflösende Spielgrafik einen entsprechenden Fernseher zu kaufen. Im März 2007 kam die Konsole in Europa auf den Markt. Im Juli 2008 gab es sie entweder mit 40- oder mit 60-GB-Festplatte - im August 2009 wurde die PS3 slim vorgestellt, mit 120-GB-Festplatte und für einen niedrigeren Preis als das Vorgängermodell. Damit ist sie immer noch die teuerste unter den aktuellen Modellen. Die PS3 gibt ein hochauflösendes Videosignal über einen HDMI-Ausgang aus. Als einzige, momentan erhältliche Spielkonsole enthält sie ein Blu-ray-Laufwerk, mit dem sich auch hochauflösende Blu-ray-Discs abspielen lassen. Einen ausführlichen Test des ersten PS3-Modells finden Sie hier.

Im September 2010 kam in Deutschland die Erweiterung Playstation Move auf den Markt. Das Bewegungssteuerungs-System basiert auf der Konsolenkamera Playstation Eye und Controllern, die leuchtende Kugeln an der Spitze tragen. Die Kamera verfolgt die Bewegungen dieser Kugeln, gleichzeitig sorgen Lage- und Bewegungssensoren für ein noch genaueres Bewegungs-Abbild. Ein sogenanntes Starter-Pack enthält die Kamera und einen Move-Controller, es kostete im Herbst 2010 etwa 80 Euro. Weitere Controller sowie die mit einem Joystick ausgestatteten "Navigation Controller" müssen jeweils extra gekauft werden. Eine Ausrüstung für vier Spieler kann schnell so viel kosten wie eine ganze Konsole. Es sind jedoch auch im Preis reduzierte Bündel-Angebote erhältlich.

Sony hat als einziges der großen Unternehmen noch eine zweite Wohnzimmer-Konsole im Rennen: Die Playstation 2 verkauft sich noch immer, und es geht auch nach wie vor eine Menge Software für das Gerät weg, das in seiner Ur-Version im Jahr 2000 auf den Markt kam. In erster Linie verkaufen sich für das inzwischen geschrumpfte Gerät Partyspiele wie "SingStar" und das Quiz-Spiel "Buzz".
Xbox 360
REUTERS
Microsofts High-Definition-Konsole ist von den drei aktuellen Konkurrenten am längsten auf dem Markt, nämlich seit Ende 2005. Microsoft schraubte seitdem mehrmals an Preis und Ausstattungsmerkmalen. Die 360 hat ein normales DVD-Laufwerk.

Die aktuellen Modelle geben HD-Bilder über einen HDMI-Ausgang aus. Im Juni 2010 stellte Microsoft eine neue, kleinere, nun durchgägnig schwarze Xbox 360 vor, die serienmäßig mit einem HDMI-Ausgang und einem Wifi-Modul für drahtlosen Netzzugang ausgestattet ist. Das Gerät soll zudem deutlich leiser sein als die vorangegangenen Modelle. Sie kostete in Deutschland zunächst gut 300 Euro. Eine preiswertere Version mit nur vier Gigabyte Flashspeicher, aber ohne Festplatte kostete im Herbst 2010 etwa 180 Euro. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen Xbox 360 finden Sie hier.

Im November 2010 kam Micorosofts Bewegungssteuerungs-System Kinect auf den Markt. Es funktioniert ohne physische Controller, erfasst werden die Bewegungen der Spieler von zwei Kameras. Zudem sind in die balkenförmige Kinect-Erweiterung Mikrofone eingebaut. Das System erfasst Bewegungen des ganzen Körpers und kann außerdem auf gesprochene Anweisungen reagieren. Mit Kinect lassen sich nicht nur Spiele steuern, sondern auch die Benutzeroberfläche der Konsole bedienen, Filme starten, pausieren und stoppen und Videochats führen. Kinect kostete bei der Einführung etwa 150 Euro, inklusive eines Spiels. Diverse Bündel-Angebote mit samt einer Konsole sind ebenfalls erhältlich.
Sony PSP
REUTERS
Die Playstation Portable, auf dem Markt seit 2005, ist Sonys erster Versuch, von dem traditionell von Nintendo ("Gameboy") beherrschten Markt für mobile Spielgeräte ein Stückchen abzuzwacken. Seit 2007 gibt es eine etwas dünnere Version namens Slim and Lite. Die Mobilkonsole kann nicht nur Spiele darstellen, sondern auch Filme und Musik abspielen. Außerdem lässt sie sich per W-Lan mit dem Internet verbinden. Filmdownloads und andere Inhalte können von der PS3 auf die PSP verschoben werden, außerdem kann die Mobilkonsole über einen Internetzugang als eine Art Fernbedienung für die PS3 benutzt werden. Die PSP ist auf dem Markt für mobile Spielgeräte Zweiter hinter Nintendos DS. Im Juni 2009 wurde das neue Modell PSP go vorgestellt, das ein herausschiebbares Unterteil mit den Bedienelementen darauf aufweist und deshalb deutlich kleiner ist, dafür aber kein Laufwerk mehr für Sonys UMD-Disk-Format hat. Spiele, Bilder, Filme und Musik sollen darauf direkt heruntergeladen werden. Die 2008 eingeführte PSP 3000 mit UMD-Laufwerk soll aber weiterhin produziert werden. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen PSP finden Sie hier .
Nintendo DS
Der Nintendo DS ist seit 2005 in einer ersten Version auf dem Markt, seit 2006 in einer schlankeren Ausgabe namens DS Lite (abgebildet). DS steht für "dual screen". Die Konsole hat einen normalen und in der unteren Hälfte einen Touch-Screen. Spiele werden über Tasten oder aber einen Stylus, mit dem der Touchscreen bearbeitet wird, gespielt. Der DS lässt sich wie die PSP über W-Lan mit dem Internet verbinden, auch Online-Spiele und Spielereien wie Bilder-Chat sind so möglich. Mit Spielen wie "Nintendogs" und "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" erschloss der DS neue Zielgruppen für Mobilkonsolen. Der DS ist das derzeit meistverkaufte mobile Spielgerät. Seit der Markteinführung wurden der kleinere DS Lite und zuletzt, Ende 2008 bzw. Anfang 2009 der DSi nachgeschoben. Letzterer weist als Neuerung unter anderem zwei etwas größere Bildschirme und zwei VGA-Kameras auf (eine auf der Bildschirm-Seite, eine auf der Gehäuse-Außenseite). Einen Testbericht über die erste Version des Nintendo DS finden Sie hier , einen Bericht über den aktuellen DSi finden Sie hier . Seit März 2010 gibt es den DSi XL, der einen größeren Bildschirm (4,2 Zoll) verfügt. Bei der Electronic Entertainment Expo im Juni 2010 in Los Angeles stellte Nintendo ein neues Gerät namens 3DS vor, das dreidimensionale Darstellungen auf einem der beiden Bildschirme erlaubt, ohne eine Spezialbrille erforderlich zu machen. Preis und Erscheinungstermin wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht genannt.


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