Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

"Star Wars Battlefront" im Test: Endlich Jedi sein

Von Stephan Freundorfer

Unterwegs als Darth Vader in "Battlefront": Das Spiel besteht praktisch nur aus Multiplayer-Modi Zur Großansicht
Electronic Arts

Unterwegs als Darth Vader in "Battlefront": Das Spiel besteht praktisch nur aus Multiplayer-Modi

Kämpfen mit surrendem Lichtschwert, Fliegen im X-Wing-Fighter: Das neue "Battlefront" ist das Spiel, das sich Fans seit dem ersten "Star Wars"-Film wünschen. Gestorben wird in dem Online-Multiplayer-Shooter viel und schnell.

Einmal Rebell sein. Das ist ein Traum, der mit "Star Wars Battlefront" endlich in Erfüllung geht - wenigstens für die, deren Kindheit und Jugend von den ersten drei "Krieg der Sterne"-Filmen geprägt war. Die sich im Kino in Prinzessin Leia oder Han Solo verliebten. Die in ohnmächtiger Faszination erlebten, wie Laserstrahlen-speiende Kampfkolosse über den Eisplaneten Hoth stampften. Und die mit klopfendem Herzen den mächtigen Todesstern explodieren sahen.

Seit den Achtzigerjahren versuchten zahllose Spielemacher, den Traum wahr zu machen. Und in den vergangenen drei Jahrzehnten sind einige bemerkenswerte "Star Wars"-Titel erschienen - vom interaktiven Spielfilm "Rebel Assault", der die CD-Rom als PC-Speichermedium etablierte, bis zum Online-Rollenspiel "The Old Republic", dessen Entwicklung knapp 200 Millionen Dollar verschlungen haben soll.

Doch erst die technische Perfektion und Detailbesessenheit von "Star Wars Battlefront" macht die Weltraumsaga so intensiv erlebbar, wie es die drei ersten Filme vermochten - damals, im Kino. Wie gut das Spiel aussieht, zeigt unsere Fotostrecke:

Fotostrecke

10  Bilder
"Star Wars Battlefront" im Test: Das taugt der neue Shooter
Große Momente zum Mitspielen

Die schwedischen Entwickler DICE sind Experten im Action-Genre, bekannt sind sie für ihre "Battlefield"-Militär-Shooter. Doch nun lassen sie den Spieler als Luke Skywalker das surrende Lichtschwert führen, in Han Solos "Millennium Falcon" die imperiale Flotte bekämpfen, auf dem Speeder Bike durch den dichten Wald von Endor rasen oder am Steuer eines Snowspeeders riesige AT-ATs per Drahtseil in die Knie zwingen.

Durch den Fokus auf legendäre Szenen, Charaktere und Kulissen ist der interaktive Sternenkrieg eindringlicher als jedes andere Spiel der Schweden.

Allein der Todesstern spielt bei "Star Wars Battlefront", das sich exklusiv mit den klassischen Filmen befasst, keine Rolle: Luftkämpfe finden ausschließlich in der Atmosphäre von vier Planeten statt, echte Raumgefechte gibt es nicht. Noch nicht, denn die Entwickler haben einiges an frischen Inhalten in petto, die in den kommenden Monaten in Form von Updates sowie kostenpflichtigen Downloads auf Playstation 4, Xbox One und PC landen werden.

Erzwungener Seitenwechsel

Schon jetzt darf der Spieler auch aufseiten des Imperiums anheuern, beziehungsweise er muss es sogar, denn in "Star Wars Battlefront" wird kontinuierlich das Lager gewechselt. Mit neun Multiplayer-Modi ist der Titel deutlich auf den Online-Kampf ausgerichtet, eine Handvoll Solo-Einsätze kommt ohne Story aus und taugt nur zum Kennenlernen von Schauplätzen und Steuerung.

Als Spieler gewöhnt man sich erstaunlich schnell daran, seinen Blaster auch gegen die Guten zu richten und für Darth Vader und Imperator Palpatine zu kämpfen. Oder sogar als diese. Je drei legendäre Vertreter von Rebellen und Imperium treten nämlich nicht nur in einem "Helden vs. Schurken"-Modus an: Sie lassen sich auch auf den weiten Schlachtfeldern der Varianten "Vorherrschaft" sowie "Kampfläufer-Staffel" blicken.

Diese beiden intensivsten Modi schicken je 20 menschliche Spieler pro Seite in den Kampf. Die Gefechte drehen sich dabei um die Einnahme von Kontrollpunkten beziehungsweise um das Zerstören und Verteidigen der riesigen AT-AT-Läufer. Zufällig verstreut findet der Spieler Symbole, die ihn zu einem der sechs mächtigen Kämpfer machen, in ein Fluggerät setzen oder - was erheblich häufiger der Fall ist - mit einem Geschütz beziehungsweise einem Spezialangriff versorgen.

Bei den größten Schlachten treten je 20 menschliche Spieler auf Seiten von Imperium und Rebellen gegeneinander an. Zur Großansicht
Electronic Arts

Bei den größten Schlachten treten je 20 menschliche Spieler auf Seiten von Imperium und Rebellen gegeneinander an.

Kämpfen ohne Pause

Gestorben wird schnell und viel in "Star Wars Battlefront", Rebellen wie Stormtrooper halten nur wenigen Lasertreffern stand, werfen sich aber ohne Wartezeit sofort wieder in die Schlacht. Im Gegensatz zu Shootern wie "Call of Duty", die mit Klassen, Fertigkeiten oder kleinteiliger Ausrüstung großen Fokus auf Individualisierung legen, sind die Möglichkeiten für Sternenkrieger überschaubar.

Wer fleißig kämpft, erhöht seine Charakterstufe und schaltet eine Handvoll neuer Waffen und Extras frei, die durch ebenfalls erspielte Credits gekauft werden. So entstehen dezent individualisierte Kämpfer - das Geschick des Spielers zählt aber stets mehr als die Qualität seiner Ausstattung.

"Star Wars Battlefront" ist nur als Online-Multiplayer-Shooter zu gebrauchen. Dem Titel fehlt taktische Tiefe, es gibt weder Team-Optionen noch eine ausgefeilte Charakterentwicklung. Und doch ist das Spiel dank seiner atemberaubenden Präsentation, der beispiellosen Technik und der unkomplizierten Action der intensivste und kurzweiligste Shooter des Jahres. Ein Fünkchen Interesse für das "Star Wars"-Universum sollte beim Spieler allerdings vorhanden sein.


"Star Wars Battlefront" von Electronic Arts, für Playstation 4, Xbox One, PC (erhältlich); ab 55 Euro; USK: Ab 16 Jahren

Korrektur: In einer früheren Version dieses Textes war im Zusammenhang mit einem Kampf gegen AT-ATs von einem A-Wing-Fighter die Rede. Tatsächlich kommt in dieser Passage ein Gefährt namens Snowspeeder zum Einsatz. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Von "Fifa" und "Pro Evolution Soccer" haben Sie gerade genug, und echter Fußball ist zu anstrengend? Dann ist das Fußballspiel aus "Micro Battles" einen Probekick wert. Gespielt wird eins gegen eins, Mensch gegen Mensch - und jeder braucht nur eine einzige Touchscreen-Taste. Ein supersimples, aber hochemotionales Duell für iOS und Android - und eigentlich nur ein Teil einer Minispiel-Sammlung. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier. Auf den nächsten Seiten dieser Bilderstrecke folgen weitere App-Tipps für iOS und Android.

Auf einer Party hat jeder Gast irgendwelche Sonderwünsche: Der eine will bloß nicht neben dem anderen stehen, der dritte braucht dringend den Alkohol in seiner Nähe. In "Partyrs" für iOS und Android schlüpfen Sie in die Rolle des Partymanagers und müssen die Gäste richtig sortieren. Ein kniffliges und nett animiertes Rätselspiel. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Wenn Zombies auf eine wilde Ziege treffen, wird alles noch krasser: "GoatZ" für iOS und Android ist ein Ableger des berühmten "Goat Simulator", nur eben mit Untoten. Als Ziege tritt und stößt man sich durch die Zombiehorden und versucht wie in Spielen wie "DayZ" möglichst lange am Leben zu bleiben. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Spätestens wenn es Winter wird, ist es wieder Zeit für "Alto's Adventure": Das Snowboard-Spiel für iOS sieht wunderschön aus und lässt sich leicht bedienen. Bei Tag und bei Nacht rast man schicke Schneepisten entlang, immer in der Hoffnung, diesmal keinen Fehler zu machen. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier. Eine Android-Version des Spiels ist in Planung.

Fressen und Gefressenwerden: "Agar.io" eroberte als Browserspiel das Internet, mittlerweile existieren auch Apps für iOS und Android. Mit der eigenen Kugel gilt es, kleinere zu überfahren und größeren auszuweichen. Ein Online-Mehrspielerspiel mit großem Suchtfaktor. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Wer - warum auch immer - schon einmal davon träumte, einen interaktiven Comic vor sich zu haben, der sollte "Framed" ausprobieren. In dem Spiel für iOS und Android muss man die Bildchen sortieren, damit die Handlung richtig weiterläuft. Ein kurzes, aber originelles Vergnügen. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Zu "Audio Defence: Zombie Arena" können wir Ihnen nur dieses Symbolbild zeigen - denn die Untoten in diesem Spiel kann man nur hören, nicht sehen. Allein der Sound aus dem Kopfhörer verrät, aus welcher Himmelsrichtung der nächste Zombie angreift. Eher ein ungewöhnliches Erlebnis als ein richtiges Spiel. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier. "Audio Defence" gibt es nur für iOS.

Virtuell auf Weltreise gehen kann man in "80 Days". In Anlehnung an Jules Vernes "Reise um die Erde in 80 Tagen" muss der Globus umrundet werden. Die englischsprachige App für iOS und Android ist ein echter Geheimtipp mit hohem Wiederspielpotenzial. Es handelt sich um einen Mix aus einem Wettlauf-Brettspiel und einem "Entscheide, wie es weitergeht"-Buch. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Obwohl erst 2014 erschienen, ist "Rules!" längst ein Klassiker: In dem iOS-Spiel tippt man niedliche Monster und Tiere vom Spielfeld. Immer neue Regeln, die man sich merken muss, geben die Reihenfolge vor. Ein ganz leichtes Spiel - eigentlich. Dann ist es aber doch immer wieder extrem fordernd. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Das Rätselspiel "Monument Valley" für iOS, Android und Windows Phone ist unglaublich stimmungsvoll: schlicht und effektiv in der Grafik, minimal und hypnotisch in der Musik. Unterwegs ist man in einer Phantasiewelt, die an die Werke M. C. Eschers erinnert. Im Frühjahr 2015 kam das Spiel sogar in der dritten Staffel der US-Serie "House of Cards" vor. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Nur wer zahlt, siegt - so funktionieren viele vermeintliche Gratisspiele auf iPad und Co. Bei "Hearthstone" für iOS und Android ist das anders: Das Sammelkarten-Duell vom "World of Warcraft"-Macher Blizzard macht auch Spaß, wenn man die angebotenen In-App-Käufe ignoriert. Vorstellen kann man sich das Spiel als einsteigerfreundliche Digitalvariante von Spielen wie "Magic: The Gathering". Unseren Test zu "Hearthstone" finden Sie hier.

Gleich für alle drei großen Mobilplattformen gibt es "Leo's Fortune": Das Geschicklichkeitsspiel für iOS, Android und Windows Phone überrascht immer wieder - etwa, indem es Hits wie "Super Mario Bros." und "Little Big Planet" zitiert. Mit einer grünen Fellkugel als Hauptfigur hat es aber auch seinen ganz eigenen Charme. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Ein wenig wie "Flappy Bird" in cool spielt sich "Duet": In der App für iOS und Android geht es darum, auf dem Weg Hindernissen auszuweichen - durch geschicktes Drehen zweier synchroner Formen. Das Spiel ist leicht zu verstehen, aber schwer zu meistern. Außerdem bietet es einen tollen, antreibenden Elektro-Soundtrack und jede Menge Levels.

Eher eine Meditationsübung als ein Spiel ist "Mountain" für iOS und Android: Das Programm simuliert einen Berg, weitgehend unabhängig vom Spieler. Mal ziehen dichte Wolken um den Gipfel, mal regnet oder schneit es. Ein andermal landen auf den Berghängen Dinge wie eine Bowlingkugel, eine Flaschenpost, ein Pferd oder eine Banane. Das alles klingt banal, ist aber irgendwie beruhigend. Unseren Test zur App finden Sie hier.

Wer mehr machen will als einen Berg anstarren, kann sein Glück bei "Threes!" suchen, einem Mix aus Schiebepuzzle und Rechenaufgabe. Obwohl nur auf einem vier mal vier Felder großen Spielfeld Zahlen addiert werden müssen, ist die App für iOS, Android und Windows Phone ein hinterhältiges Spiel: Es erscheint simpel, kann aber nach kurzer Zeit Suchteffekte auslösen. Unseren Test zum Spiel finden Sie hier.

Newsletter
Games und Gadgets: Die Welt digital
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Spieltiefe fehlt
Niko Laus 26.11.2015
Wie bereits in der öffentlichen Beta so vielen bewusst wurde, fehlt es diesem Spiel an Tiefgang. Böse Menschen sagen sogar, dass Inhalte bewusst vorenthalten werden und diese mit Bezahlerweiterungen nachgereicht werden.
2. A wings ziehen keine AT-ATs
orthonormalbürger 26.11.2015
A Wings sind die Jäger der Rebellen. Die Seile kommen von den Gleitern, das ist ein anderes Powerup im Spiel. Alles in allem ist das Spiel echt toll und grafisch im Moment das beste was man haben kann.
3. Darth Vaders Moorhuhnjagd
cor 26.11.2015
Das Gameplay ist mehr als nur casual. Es gibt keine Klassen, keine Squads, keine Waffenmodifikationen. Ein Teamshooter ohne Teams quasi. Wer es nicht glaubt: Auch die Jungs von Gamestar finden beim Review ziemlich klare Worte für dieses Spiel. Mein persönliches Fazit: SW BF ist ein völlig überteuerter (120€ mit Season Pass!!) und kurzfristiger Grafikblender, der fast keinen Content bietet.
4. EA: Profit vor Spielspaß
DjaliZwan 26.11.2015
Hinter der Vorenthaltung von Spielinhalten und der Planung von kostenpflichtigen DLCs steckt garantiert der Publisher EA, wäre nicht das erste Mal dass sie einen Spieleklassiker zugunsten eines höheren Umsatzes madig machen. Diesem geldhungrigen Moloch werde ich ganz bestimmt nicht noch mehr Geld in den Rachen werfen, und damit eine profithungrige Spieleindustrie unterstützen. Ich spare mir das Geld für kreative Indie Developer, es gibt ja auch noch andere Wege, an das Spielvergnügen von EA Titeln zu kommen.
5. schönes Gratis-PR-Blabla
Aguirre, der Zorn Gottes 26.11.2015
"Endlich Jedi" oder auch "einmal Rebell sein - ein Traum, der endlich in Erfüllung geht" - so ein Blödsinn. Es gab schon reichlich bessere Star Wars-Spiele, die Beides ermöglichten. War das 95er-Jedi Knight erzählerisch eine Wucht und gleichzeitig technisch und spielerisch revolutionär, jedoch nur rudimentären Lichtschwertkampf beinhaltete, boten dessen Nachfolger so ausgefeilte Lichtschwertkampfmechaniken, dass sich allein dieser kleine Teil für sich schon wunderbar für sogar kompetitives Spiel eignete. Die Rollenspielreihe Knights of the Old Republic hingegen hatte zwar kein vergleichbar direkt steuerbares Kampfsystem, aber haufenweise individuell zusammenstellbare Machtkräfte und ebenfalls eine große Geschichte, in der die Gesinnung des Protagonisten eine zentrale Rolle spielte. In Battlefront läuft man als einfacher Fußsoldat bzw. Kanonenfutter ohne Geschichte durch die Gegend, sammelt zufällig ein Power Up ein, und darf dann für ein, vielleicht zwei Minuten mal kurz in die Rolle der Filmhelden schlüpfen und ein paar rudimentäre Fähigkeiten nutzen. Battlefront kann Präsentation, es sieht blendend aus, bietet sehr gutes Sounddesign. An Spieltiefe mangelt es jedoch gravierend. Einem beinahe reinen Multiplayer-Titel die fehlende Erzählrafinesse anzukreiden und gar mit KotOR zu vergleichen, ist natürlich unfair - aber mit Blick auf jene Titel ist es ganz sicher Blödsinn zu behaupten, Battlefront ermögliche das erste Mal überhaupt eine intensive Erfahrung dessen, was die Faszination Star Wars ausmacht. Weniger Marketing-Geschwurbel und mehr Kritik wäre wünschenswert.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: