"Super Smash Bros. Ultimate" Besiegt, aber beeindruckt

Prügeln, bis einer aus der Arena fliegt: Nintendos neuester Titel bringt unseren Autoren an seine Grenzen. "Super Smash Bros. Ultimate" fasziniert ihn trotzdem.

Nintendo

Ein Druck auf B und Yoshi verwandelt sich in ein Ei, ein Druck auf X und er schnappt sich den Gegner mit der Zunge, verschluckt ihn und - nun ja - legt ihn als Ei in den Ring. Donkey Kong trommelt auf den Boden, springt in die Höhe und versucht immer wieder in die Nähe des Gegners zu kommen. Es klappt nicht. Ich lasse ihn hüpfen, schlagen, laufen. Es bringt nichts: Ich bin zu langsam für "Super Smash Bros. Ultimate".

"Super Smash Bros. Ultimate" ist ein Spiel, in dem Nintendo-Figuren ihr braves Image ablegen und sich gegenseitig verprügeln - dafür bringen sie Bekannte aus anderen Spielen mit, wie Solid Snake aus "Metal Gear" und Bomberman. Das erinnert an Prügelspiele wie "Street Fighter", ist aber naturgemäß alberner.

"Super Smash Bros. Ultimate" macht mir trotzdem von Anfang an deutlich, dass ich nur dann Erfolg haben werde, wenn ich übe. Wenn ich lerne, welche Angriffe funktionieren, wann ich welche Abwehrmanöver einsetzen sollte. Das ist für jemanden wie mich, der einfach drauflos spielen möchte, frustrierend. Selbsterklärend ist hier kaum etwas.

Ich starte das Spiel und werde hineingeworfen, bekomme einen Gegner zugelost, der im Zweifelsfall erst mal eins machen wird: mich verprügeln. Und zwar so, dass ich gar nicht weiß, wie mir geschieht.

Eine Erfolgsserie

Die Serie gibt es seit 1999 und vom ersten Teil an war sie ein Erfolg für Nintendo. Die Wii-Version verkaufte sich fast 14 Millionen Mal. Weil sich die Kämpfe hervorragend dafür eignen, gegeneinander anzutreten, und der Multiplayer-Modus extrem ausgefeilt ist, ist "Super Smash Bros." auch zu einem beliebten E-Sports-Titel geworden, es gibt viele Turniere.

Und so dürfte es weitergehen, denn "Super Smash Bros. Ultimate" fasst das Beste aus allen bisherigen Titeln zusammen. Das Spiel ist lustig und fordernd, aber nie unfair - wenn man es denn beherrscht.

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Mein Ziel ist es, den Gegner aus dem Bild zu katapultieren, bevor er das mit mir macht. Ich scheitere immer wieder. Ich schaue in der Hilfe nach, versuche, mir die Belegung der Knöpfe zu merken. Probiere, die Angriffe des Gegners zu parieren. Und scheitere erneut.

Erst baut sich unter meiner Figur eine Prozentzahl zügig auf - je höher die ist, desto weiter wird man bei einem Angriff geschleudert -, dann fliege ich aus der Arena.

Das Timing entscheidet

Die "Super Smash Bros"-Reihe hat auch deshalb so viele Fans, weil sie eigentlich zugänglicher ist als andere Kampfspiele. Während man sich bei "Street Fighter" oder "Soul Calibur" Kombinationen von Knöpfen merken muss, um bestimmte Angriffe auszuführen, reicht hier ein Befehl. Der muss aber sitzen. Und das ist mein Problem. Ich habe das Gefühl, dass ich entweder zu früh oder zu spät dran bin.

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Wo bei den anderen Spielen auch wildes Drücken auf Knöpfe zum Erfolg führt, ist hier Ruhe und Schnelligkeit gefragt. Ich kann mich nicht durchmogeln.

Dabei würde ich es gerne. Schließlich merkt man dem Spiel an, wie viel Mühe darin steckt, wie sehr selbst die Details passen, wie viel Mühe sich die Entwickler gemacht haben, um Fans zufriedenzustellen. 76 Kämpfer lassen sich wählen, eine Vielzahl von Arenen ist dabei, die voller Anspielungen auf die Videospielgeschichte sind.

Man kann im "Game & Watch"-Design kämpfen, auf einer "F-Zero"-Strecke oder in der Geheimbasis aus dem ersten "Metal Gear Solid". "Donkey Kong" war eine Inspiration, das Raumschiff von Star Fox ist dabei. Alles sieht großartig aus und spielt sich extrem flüssig. Und doch fühle ich mich außen vor.

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Ich suche so etwas wie ein Tutorial, doch finde nichts. Ein Trainingsmodus bringt mich zu einem Gegner, der sich gar nicht wehrt, was mir auch nicht hilft. Ich setze mich immer wieder hin, versuche, das Spiel zu verstehen und gebe irgendwann auf. Und ertappe mich dabei, dass ich mir schöne Videos aus "Super Smash Bros. Ultimate" wünsche, in denen zwei Spieler ihr ganzes Können zeigen. Das sieht dann bestimmt hervorragend aus. Und ich muss mich nicht so schlecht fühlen.


"Super Smash Bros. Ultimate" von Nintendo, für Switch, ca. 60 Euro; USK: Ab 12 Jahren



insgesamt 4 Beiträge
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vistalasvegas 08.12.2018
1. Unglaublich....
Wie wäre es, einfach den Story Modus zu spielen? Da lernt man eine ganze Menge. Als Neuling gleich gegen andere zu spielen bringt, logischerweise, nicht viel.
z101 08.12.2018
2. Nicht einsteigerfreundlich...
Dazu müsste man den "Story-Modus" in dem unübersichtlichen Menü nur erstmal finden. Der heisst nämlich "Geister". Sorry, aber einsteigerfreundlich ist Smash Bros überhaupt nicht.
Gamlasvensk 09.12.2018
3. Was zur Hölle?
War mein Gedanke als ich jetzt auf der Switch meinen ersten 4er Smash gespielt habe. Es passiert so viel und ich hatte überhaupt keine Ahnung, was ich tun soll. Ein paar Youtube Videos und diverse Kämpfe später komme ich jetzt langsam rein und das Spiel ist sehr faszinierend, allein durch die Vielzahl an Möglichkeiten die sich in jeder Szene bieten. Zum Start ist Kirby ganz gut, damit kommt man leichter auf die Plattform zurück. Das Spiel bekommt meine Empfehlung. Auch wenn der Start vielleicht überfordert, man muss dran bleiben und dann wird es echt gut.
fizzybubblech 09.12.2018
4. Oh gott
Erfolgreicher e-Sport Titel?!? Dass ich nicht lache. Viel Spaß mit dem Nintendo-Lag online Smashbrothers zu spielen...
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