Tiere vs. Computerspiele: Froschzunge auf Touchscreen

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Papagei am iPad, Frosch am Android-Handy: Können Tiere am Bildschirm spielen? Bisweilen sieht es zumindest so aus. Eine Webvideo-Schau der spektakulärsten Spieltiere.

"Ant Crusher": Ochsenfrosch fängt Android-Ameisen Zur Großansicht

"Ant Crusher": Ochsenfrosch fängt Android-Ameisen

Schon seit Jahrzehnten setzt die Tierforschung Schimpansen, Schweine und Hunde vor die Labor-Joysticks und lässt sie gegen Leckerli Bildschirmaufgaben lösen - im Fall Schimpanse mal mehr, im Fall Hund mal weniger erfolgreich. Wer bei YouTube danach sucht, wird Dokumentarfilme aus vergangenen Jahrzehnten finden.

Doch die Videoseite sammelt immer mehr Hinweise an, wonach auch weitaus einfachere Arten als Mensch und Schimpanse den Zeitvertreib am Bildschirm suchen. Allen voran den - eh für ihren Spieltrieb bekannten - Katzen scheinen es Bildschirmspiele angetan zu haben.

Die Videos der iPad-Katze Iggy sind längst berühmt. Angeregt durch ihre Videos, setzten wohl immer mehr Katzenhalter ihren Liebsten einen Touch-Bildschirm vor die Stupsnase - offenbar mit so großem Erfolg, dass ein App-Entwickler die Chance ergriff und seitdem iPad-Spiele nur für Katzen entwirft.

Diese Spiele sind so gestaltet, dass sie auch zwischenartliche und gemeinsame Betätigung auf dem iPad erlauben - zum Beispiel Katz gegen Katz.

Dass das auch tatsächlich wünschenswert ist, zumindest für die Halter, ist schnell erklärt: Computerspielende Katzen sind furchterregend niedlich, wie diese Facebook-Gruppe beweist.

Dank berührungsempfindlicher Bildschirme haben Tiere das erste Mal die Möglichkeit, ohne Verstehen einer Abstraktionsebene mit der Computerwelt zu interagieren.

Aber ist das nun Spielen? Natürlich: Es dient keinem unmittelbaren Zweck und ist konzeptuell nicht von einem wirklichen Spiel zu unterscheiden. Wo ist der Unterschied, ob ein Katzenjunges einen simulierten Laserpointer-Punkt auf dem iPad oder einen echten auf dem Boden verfolgt? Oder ob ein Hund einem projizierten Ball oder einem echten nacheilt?

Verwirrter Skateboard-Hund, wohin?

Schwieriger wird da schon die Frage, ob etwa dieser Skateboard-Hund vor Fernseher und Spielkonsole tatsächlich spielt oder einfach nur verwirrt ist. Klar ist: Das Spielgeschehen auf dem Bildschirm wird von den Jungs im Hintergrund gesteuert (man schaue sich nur die letzte Szene des Videos an). Vielleicht hat der Hund den Eindruck: Ich bin es, der hier mit einem Skateboard durch die Gegend rast. Und wenn es so ist - geht es Menschen im Spielrausch nicht hin und wieder ähnlich?

Bei Reptilien verschwimmt die Grenze zwischen Ernst und Spiel: Wenn diese Bartagame oder jener afrikanische Ochsenfrosch Jagd auf iPhone-Ameisen machen (und im Fall des Froschs auch auf leckere Daumen), dann tun sie's sicherlich nur aus Hunger und Reflex. Aber was tut eigentlich ein Mensch, der sich zu einer Runde "Tower Defense" auf dem Sofa verschanzt oder bei "Angry Birds" Tiere aufeinander hetzt? Er versucht dabei - mehr oder weniger sublimiert - ja auch nur seinen Endorphin- und Dopaminhunger zu stillen.

Wer hat hier Macht über wen?

Genau so wenig, wie wir verstehen, was im Inneren eines iPhones wirklich abläuft, verstehen Hund, Katze (oder dieser liebenswürdige Papagei) was da gerade unter ihren Krallen passiert. Sie verstehen nur: Es reagiert auf mich, ich habe eine gewisse Macht über es - und es erinnert mich gerade an einen Snack.

Wie man es auch wendet: Wir sollten keinen Keil zwischen Mensch und Tier und Tier und Tier treiben, sondern - gemeinsam auf dem Sofa sitzend - in Richtung Zukunft, also auf den Bildschirm blicken und die Möglichkeiten des zwischenartlichen Ballwechsels erproben.

Hund vor Konsole, Bartagame am Android-Handy: die schönsten Videos spielender Tiere.

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1. Nicht so Gut
frankstroehlein 02.01.2012
Zitat von sysopPapagei am iPad, Frosch am Android-Handy:*Können Tiere am Bildschirm spielen? Bisweilen sieht es zumindest so aus. Eine Webvideo-Schau der spektakulärsten Spieltiere. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,806082,00.html
Für den Menschen mag es ja amüsant sein, für das Tier ist es auf die Dauer dann eher doch eine frustrierende Erfahrung, da ihm nun mal die Abstraktionsfähigkeit fehlt und es auf ein haptisches Feedback angewiesen ist. Bei erwachsenen Katzen kann man beobachten, dass sie sich schon nach kurzer Zeit frustriert zurückziehen. Jungen Katzen sind solche Beschäftigungen sicherlich nicht förderlich für die Entwicklung. Ich finde es schade, dass vielen Haustierbesitzern die Empathie für ihre Schützlinge fehlt. Gerade Katzen entwickeln schnell Verhaltensstörungen. Denn was für uns beim Spielen (am Computer) selbstverständlich ist, fehlt hier völlig: Das Erfolgserlebnis.
2. -
Reiner_Habitus 02.01.2012
Zitat von sysopPapagei am iPad, Frosch am Android-Handy:*Können Tiere am Bildschirm spielen? Bisweilen sieht es zumindest so aus. Eine Webvideo-Schau der spektakulärsten Spieltiere. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,806082,00.html
Mir tun die entkrallten Katzen leid. Wenn Katze dann doch mit Krallen. Dann können sie wenigstens Artgerecht auf Jagt gehen....
3.
boeseHelene 02.01.2012
Zitat von Reiner_HabitusMir tun die entkrallten Katzen leid. Wenn Katze dann doch mit Krallen. Dann können sie wenigstens Artgerecht auf Jagt gehen....
in den USA wird das leider teilweise noch gemacht, ich habe es bei meiner eigenen Verwandtschaft erlebt da werden der Siamkatze die Krallen amputiert weil, das Tier ja ansonsten die Möbel zerkratzen könnte. In Deutschland ist dieser Unsinn zum Glück nicht erlaubt. Ich kann nur von meinen eigenen Katzen ausgehen, mein Kater schaut manchmal ganz gerne Fernsehen durch aus auch länger. Mit meinem iPhone kann er nichts anfangen das ist für ihn nur zum schubsen gut *g* Von daher denke ich er könnte mit einem Touchscreen eher weniger anfangen wozu auch?
4. Frustriert
HorstOttokar 02.01.2012
Zitat von frankstroehleinFür den Menschen mag es ja amüsant sein, für das Tier ist es auf die Dauer dann eher doch eine frustrierende Erfahrung, da ihm nun mal die Abstraktionsfähigkeit fehlt und es auf ein haptisches Feedback angewiesen ist. Bei erwachsenen Katzen kann man beobachten, dass sie sich schon nach kurzer Zeit frustriert zurückziehen. Jungen Katzen sind solche Beschäftigungen sicherlich nicht förderlich für die Entwicklung. Ich finde es schade, dass vielen Haustierbesitzern die Empathie für ihre Schützlinge fehlt. Gerade Katzen entwickeln schnell Verhaltensstörungen. Denn was für uns beim Spielen (am Computer) selbstverständlich ist, fehlt hier völlig: Das Erfolgserlebnis.
Es kommt wahrscheinlich drauf an, ob das Tier das Ganze als Spiel begreift oder nicht. Unsere Katze konnte z.B. auch stundenlang dem Lichtreflex eines Handspiegels hinterherjagen. Sie fand das super, obwohl es da auch nichts zum "Greifen" gab. Obwohl ich Ihnen insofern Recht gebe, als dass so ein Ipad-Screen natürlich räumlich sehr limitiert ist und das Spiel schon deshalb wahrscheinlich schnell langweilig wird. Man müsste mal schauen, was passiert, wenn man das Spiel so konzipiert, dass es auf die Wand oder den Fußboden projiziert werden kann, wie bei dem Video mit dem Hund und dem Ball. Genau wie meine Mutter, als sie in den Achtzigern erstmals ein Computerspiel machen sollte :-)
5. futter
iosono3 02.01.2012
Zitat von sysopPapagei am iPad, Frosch am Android-Handy:*Können Tiere am Bildschirm spielen? Bisweilen sieht es zumindest so aus. Eine Webvideo-Schau der spektakulärsten Spieltiere. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,806082,00.html
jetzt nur noch eine Art Futternapf erfinden der per usb-stick mit dem iPad verbunden wird und für zb. 10 getötete virtuelle Ameisen gibt's für den Frosch eine richtige Ameise aus dem Futternapf. Ähnliches für Katzen,Hunde,Vögel....etc. Deutschland ist das Land der Erfinder also auf geht's,denn trotz ''moralischer'' Bedenken wird man es nicht verbieten können was die Leute mit den iPads und den Tieren so anstellen,man kann also meckern oder Geld verdienen---sonst machen's die Amis. PS.hat eigentlich schon jemand Delfinen gezeigt was in einer japanischen Bucht Jahr für Jahr mit ihresgleichen passiert? Wäre ein interessantes Experiment--oder auch nicht.
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