Tipps für Einsteiger Das sollten Sie wissen, bevor Sie Videospiele verschenken

Computer- und Konsolenspiele sind beliebte Weihnachtsgeschenke, doch nicht jeder Schenkende kennt sich damit aus. Sieben Tipps, die helfen, Pannen zu vermeiden.

Regal mit Playstation-4-Spielen
Shutterstock/ Lutsenko_Oleksand

Regal mit Playstation-4-Spielen

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Sie wollen jemandem zu Weihnachten ein Videospiel schenken, wissen aber nichts darüber? Oder jemand wünscht sich ein bestimmtes Spiel, Sie finden es aber nicht oder stehen im Geschäft vor mehreren Ausführungen? Folgende sieben Tipps könnten helfen:

1. Sprechen Sie mit dem Beschenkten darüber

Es ist keine Schande, sich nicht mit Games auszukennen - zumal jedes Jahr Hunderte neue Spiele erscheinen, darunter Neuauflagen älterer Titel, teils mit denselben Namen. Wenn Sie also jemanden beschenken wollen, der tief in der Materie ist, sprechen Sie lieber vorab mit ihr oder ihm.

Fragen Sie nach konkreten Wünschen oder zumindest danach, welche Art Spiele die Person bevorzugt. Manche Gamer lieben Rennspiele oder Strategiespiele, andere finden sie langweilig. Bei der Gelegenheit erfahren Sie vielleicht auch gleich, welche Spiele die Person schon hat.

Wollen Sie selbst nach einem geeigneten Spiel suchen, sollten Sie vor einem Kauf Tests dazu lesen, beispielsweise hier auf SPIEGEL ONLINE oder auf Fachportalen wie Gamestar.de und PCGames.de. Es kommt nämlich auch vor, dass sich selbst aufwendig beworbene Spiele als Flops erweisen, wie zuletzt etwa "Fallout 76".

2. Schenken Sie altersgerecht

Wenn Sie ein Kind beschenken: Überprüfen Sie, ob das gewünschte oder von Ihnen angedachte Spiel wirklich für seine Altersklasse geeignet ist. Manche Kinder könnten gar versuchen, Sie einen Titel besorgen zu lassen, der ihnen selbst im Laden nicht verkauft würde. Das derzeit populäre "Red Dead Redemption II" zum Beispiel ist nicht für Minderjährige gedacht.

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"Red Dead Redemption II": Der Wilde Westen sah nie besser aus

Als Leitfaden dient die Alterskennzeichen der USK, die unten links auf den Spielepackungen zu finden sind. Welche fünf Kennzeichen es gibt und was sie bedeuten, erklärt die USK hier. Auf ihrer Website können Sie auch online nachschauen, wie welches Spiel eingestuft wurde. Ausführliche pädagogische Beurteilungen zu zahlreichen Spielen finden Sie beim "Spieleratgeber NRW".

3. Informieren Sie sich, womit der Beschenkte spielt

Der wohl ärgerlichste Fehler ist es, das richtige Spiel fürs falsche System zu kaufen: Playstation-4-Spiele beispielsweise laufen nur auf der Playstation 4 und Xbox-One-Spiele nur auf der Xbox One. Informieren Sie sich daher, auf welchem System der Beschenkte spielt, und suchen Sie im Laden nach der passende Version. Auf den Packungen von Playstation-4-Spielen steht oben auf blauem Hintergrund "PS4", auf denen von Xbox-One-Games auf grünem Hintergrund "Xbox One" .

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Videospiel-Hardware: Die aktuelle Konsolengeneration in der Übersicht

Auf den Spielboxen für die Nintendo-Konsole Switch steht oben links "Nintendo Switch" auf einem rotem Streifen, bei der Wii U steht"Wii U" oben auf Türkis oder beim Nintendo 3DS steht rechts "Nintendo 3DS" auf Weiß. Alle diese Plattformen sind nicht miteinander kompatibel.

Besitzt der Beschenkte eine Playstation 3 oder eine Xbox 360, handelt es sich dabei um ältere Konsolen, hierfür werden Sie kaum aktuelle Games finden. Auf den Spielen für diese Konsole steht "PS3" auf Schwarz beziehungsweise "Xbox 360" auf Weiß.

Schon etwas älter: Xbox-360-Spiele
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Schon etwas älter: Xbox-360-Spiele

Es kann auch sein, dass ein PC-Spiel benötigt wird, weil der Beschenkte auf dem Computer spielt. Hierzu sollten Sie noch Folgendes wissen: Während ein Konsolenspiel auf der passenden Konsole auf jeden Fall läuft, ist das bei Computerspielen nicht unbedingt garantiert - der Rechner muss auch leistungsstark genug sein.

Wollen Sie also jemandem ein topaktuelles Computerspiel mit aufwendiger Grafik schenken, sollten Sie vorher einmal nachfragen, ob derjenige die passende Hardware und das passende Betriebssystem - zum Beispiel Windows 10 - daheim hat. Die Systemanforderungen stehen in der Regel auf der Packung von PC-Spielen, außerdem lassen Sie sich online finden, wenn Sie nach dem Spielnamen in Kombination mit "Systemanforderungen" suchen.

4. Vergleichen Sie unbedingt die Preise

Videospiele sind nicht überall gleich teuer, ein Preisvergleich lohnt sich oft. Für neue Computer- und Konsolenspiele sind in der Regel 60 bis 70 Euro fällig, im Angebot bekommt man aktuelle Titel aber auch mal für 50 Euro. In Elektronikmärkten gibt es manchmal auch Aktionen wie "Drei Games zum Preis von zweien".

Für die meisten Spiele, die älter als ein Jahr sind, wären 60 Euro zu viel verlangt: Sie bekommt man oft schon für 20 bis 40 Euro, je nach Popularität. In diese Preisklasse fallen auch Neuheiten jenseits der Blockbuster, wie diesen Winter zum Beispiel "11-11: Memories Retold" oder "Overcooked! 2".

Oft ergibt es auch Sinn, ein aktuelles Spiel gebraucht zu kaufen, das geht online oder zum Beispiel beim Spielehändler GameStop.

"11-11: Memories Retold" (ab 12 Jahren)
Bandai Namco

"11-11: Memories Retold" (ab 12 Jahren)

5. Es muss meist nicht die Luxusvariante sein.

Viele Spiele erscheinen mittlerweile in verschiedenen Ausführungen. Oft gibt es eine normale und eine etwas teurere Premium-Edition. In beiden Fällen bekommt man dasselbe Spiel: Die Premium-Edition bietet meist nur zusätzlichen Inhalt, der aber nicht dringend für den Spielspaß benötigt wird. Wenn es nicht explizit anders gewünscht ist, sollte die normale Ausführung reichen.

Aufpassen sollten Sie allgemein, wenn es von einem Spiel mehrere Jahrgänge gibt, etwa im Fall des "Landwirtschafts-Simulators" oder des Fußballspiels "Fifa". Hier gilt: "Fifa 19" ist aktueller als "Fifa 18" oder "Fifa 17". Wenn sich jemand von Ihnen "Fifa" wünscht, hofft er vermutlich auf die neueste Version.

6. Sie sollten ungefähr im Bilde sein, was Sie da verschenken

Wer Kinder beschenkt, die nicht die eigenen sind, sollte vor dem Kauf mit den Eltern sprechen. Das gilt insbesondere bei Titeln mit Onlinemodus. Viele Spiele werden vorwiegend übers Internet gespielt - und sie verlocken mitunter ständig dazu, weiteres Geld in das Spiel zu investieren.

"Fifa" beispielsweise hat einen Onlinemodus namens "Ultimate Team" (FUT), in dem es darum geht, aus Spielern verschiedenster Vereine ein "ultimatives Team" zusammenzustellen. Neue Profis dafür kann erspielen, wer will, man kann aber auch echtes Geld investieren, um seinen Kader auszubauen. Zwar ist das Geld-Nachschießen optional und das Spiel auch offline in vielen Varianten spielbar - ansprechen sollte man das Thema aber.

"Ultimate Team"-Modus in "Fifa 19"
SPIEGEL ONLINE

"Ultimate Team"-Modus in "Fifa 19"

Zumal ein Spieler, der im Netz spielen will, auch eine schnelle Verbindung braucht - auch das gilt es gegebenenfalls zu klären.

Mit Konsolen kann übrigens nur online spielen, wer für ein Abo namens Xbox Live Gold, Playstation Plus oder Nintendo Switch Online zwischen vier und acht Euro pro Monat zahlt. Hat jemand so ein Abo nicht, wäre es fies, ihm ein Spiel zu schenken, das ihn unter Druck setzt, regelmäßig zu bezahlen. Für diese Dienste gibt es aber auch Gutscheinkarten, die man eventuell dazu schenken kann.

7. Nicht verzweifeln, wenn Sie ein Spiel im Laden nicht finden

Je nach Spielewunsch könnte es sein, dass Sie im Geschäft vergebens danach suchen: Manche Games erscheinen ausschließlich digital, die findet man dann in Onlinestores wie Steam, dem Playstation Store von Sony, dem Nintendo eShop oder dem Microsoft Store (für die Xbox-Konsolen).

Manche Stores haben dezidierte Geschenkfunktionen (hier wird die von Steam erklärt), sie sind jedoch oft nur nutzbar, wenn man selbst ein Konto auf der Plattform besitzt. Die simplere Lösung ist daher, eine Guthabenkarte für den jeweils passenden Onlinestore zu kaufen. Der Beschenkte kann dann das Spiel auf sein System downloaden. Solche Karten gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt.

Hierzu sollten Sie aber wissen, dass geschenktes Guthaben üblicherweise nicht an einzelne Spiele gebunden ist: Dass die beschenkte Person damit wirklich das angedachte Spiel herunterlädt, ist also eine Vertrauenssache, sofern Sie nicht daneben stehen und das Ganze kontrollieren wollen.

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
Henson 04.12.2018
1. Wenn man das so liest....
Wenn man das so liest, dann merkt man erstmal, wie kompliziert der ganze Spielekauf geworden ist, wenn man nicht seit Jahren im Thema ist. :) Das ist wirklich eine nette Zusammenfassung der ganzen Probleme. Danke, dass ihr so einen Artikel veröffentlicht und nicht etwas in der Art "Fünf Spiele, die man schenken muss" mit den passenden Amazonlinks aber ohne Infos, was man da kauft.
foxpwn 04.12.2018
2. Gefahr
Beim Spiele schenken ist tatsächlich die Gefahr groß ins Fettnäpfchen zu treten. Spielevorlieben sind höchst unterschiedlich und als Laie hat man keine Ahnung welche Spiele gut sind und welche grottenschlecht. Daher ist ein Gutschein für den entsprechenden Shop tatsächlich die beste Idee.
CobCom 04.12.2018
3.
Zitat von HensonWenn man das so liest, dann merkt man erstmal, wie kompliziert der ganze Spielekauf geworden ist, wenn man nicht seit Jahren im Thema ist. :) Das ist wirklich eine nette Zusammenfassung der ganzen Probleme. Danke, dass ihr so einen Artikel veröffentlicht und nicht etwas in der Art "Fünf Spiele, die man schenken muss" mit den passenden Amazonlinks aber ohne Infos, was man da kauft.
Kann mich da nur anschließen... es ist eine eigene Welt. Mittlerweile auch nicht mehr so viel kleiner als Bücher. Aber bei guten Titeln auch mit Potentialen von mehreren hundert Stunden Spielzeit. Wer nicht im Thema ist, sollte dazu stehen und den zu Beschenkenden mitnehmen, gleich im Laden einen Umtausch vereinbaren oder ähnliches. Selbst Insider werden immer wieder mal von Perlen überrascht.
Nonvaio01 04.12.2018
4. Fifa 19
ich hab nie Ultimate team gespielt, seit FIFA 19 aber schon, weil man nun endlich die karten auch ohne Geld bekommt, und das sogar reichlich. Mein Team hat 85 und 100 alles ohne Geld. Mein Sohn 9 will natuerlich Geld haben weil er nicht die geduld hat...;-)
stefan1904 04.12.2018
5.
Zitat von HensonWenn man das so liest, dann merkt man erstmal, wie kompliziert der ganze Spielekauf geworden ist, wenn man nicht seit Jahren im Thema ist. :) Das ist wirklich eine nette Zusammenfassung der ganzen Probleme. Danke, dass ihr so einen Artikel veröffentlicht und nicht etwas in der Art "Fünf Spiele, die man schenken muss" mit den passenden Amazonlinks aber ohne Infos, was man da kauft.
War es denn früher besser? Für PS2, Xbox und Gamecube sind noch viel mehr Spiele erschienen, weil es damals noch nicht die Möglichkeit gab Spiele digital in Online-Stores zu verkaufen. Wer der englischen Sprache mächtig ist und eine gute Übersicht von professionellen Rezensionen haben möchte, sollte die Website www.metacritic.com ansurfen. Da kann man auch nach Systemen filtern. Bei Schnäppchen ist es ratsam vorher zu googlen, ob es das Spiel schon bei PlayStation Plus oder Games With Gold gab. Dann ist die Chance hoch, dass der Beschenkte das Spiel bereits besitzt. Manche Xbox-360-Spiele laufen auch auf der Xbox One, aber da muss man sich vorher schlau machen im Netz. (Fast) alle DS-Spiele laufen auch auf dem 2DS/3DS. Da gibt es manche Perlen von denen junge 2DS/3DS-Besitzer bestimmt noch nie gehört haben. Nur vorher nachschauen, ob es auch deutsche Untertitel gibt. Nicht kompatibel mit ihren Vorgängern sind die PS4 und Switch.
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