Xbox Game Pass Microsoft startet neue Spiele-Flatrate

Zehn Euro im Monat, rund 100 Spiele: So funktioniert Microsofts Xbox Game Pass. Das Angebot für Xbox-One-Besitzer ist ein ambitionierter Versuch, eine Spiele-Flatrate im Stil von Netflix zu etablieren.

Spieleübersicht zum Xbox Game Pass

Spieleübersicht zum Xbox Game Pass


Wer eine Konsole bekommt, stellt sich vor allem eine Frage: Welche Spiele soll ich mir jetzt kaufen? Denn die Titel vom Vorgängermodell laufen oft nicht mehr und das Angebot an Gratis-Spielen ist in der Konsolenwelt überschaubar, anders als auf Smartphones oder auf dem PC. Nach den ersten Wochen hat man daher meist nur eine Handvoll Titel in seiner Spielebibliothek.

Ein Vorstoß von Microsoft könnte das ändern: Das Unternehmen hat exklusiv für die Xbox One einen Service namens Xbox Games Pass vorgestellt, bei dem man für zehn Euro pro Monat unbegrenzten Zugriff auf zunächst rund 100 Spiele bekommt. Darunter sind Blockbuster wie "Halo 5: Guardians" und "BioShock Infinite", aber auch beliebte Indiegames wie "Brothers: A Tale of Two Sons", "Braid" und "Terraria".

Die Masse des Angebots machen aber etwas ältere und unbekanntere Spiele aus. Zudem sind einige Reihen wie "Landwirtschafts-Simulator" und "NBA 2K" im Paket vertreten, jedoch nicht mit den jeweils neuesten Titeln. Starten soll der Xbox Game Pass offiziell am 1. Juni, Xbox-Live-Gold-Kunden können das Angebot schon jetzt ausprobieren. Die ersten 14 Tage sind jeweils kostenlos.

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"Halo 5: Guardians" im Test: Der Master Chief kämpft auf der Xbox One

Phil Spencer machte schon Andeutungen

Die Game-Pass-Akündigung von Microsoft ließ sich zumindest erahnen. In einem Interview mit dem "Guardian", das mit der Überschrift "Xbox-Chef: Wir müssen ein Netflix für Games schaffen" erschien, hatte Xbox-Manager Phil Spencer bereits Ende April angedeutet, dass die Spielebranche ein solches Angebot brauche.

In dem Artikel hatte Spencer unter anderem seine Sorge um die Zukunft von klassischen Einzelspieler-Spielen zum Ausdruck gebracht - um Spiele mit Story, die in Regel nur einmal, beim Kauf, bezahlt werden. Vor allem der Erfolg von "Games as a Service"-Spielen würde dazu führen, dass selbst Vorzeigespiele aus diesem Bereich wie "Zelda: Breath of the Wild" oder "Horizon Zero Dawn" nicht mehr eine so große Relevanz hätten wie früher, hieß es.

Mit dem Schlagwort "Games as a Service" sind vor allem Online-Multiplayer-Spiele wie "The Division", "Destiny" oder auch "League of Legends" gemeint, die über einen langen Zeitraum hinaus regelmäßig ausgebaut werden und für die Spieler im Idealfall immer mal wieder kleine Beträge bezahlt. Es sind Spiele, die praktisch niemals enden, im Unterschied zu Spielen, bei denen eine Geschichte im Mittelpunkt steht.

Nicht die erste Flatrate

Der Xbox Game Pass ist nicht der erste Versuch, eine Spiele-Flatrate zu etablieren, er zählt aber zu ambitionierteren. In Deutschland gab es zum Beispiel für PC-Spieler ein Angebot von Gamesload, nennenswerte Erfolge erzielte es aber nicht. Und auf der Xbox One probiert bereits Electronic Arts mit EA Access sein Glück. Für vier Euro im Monat oder 25 Euro im Jahr bekommen Spieler dort Zugriff auf einige, teils recht aktuelle Spiele wie "Fifa 17" und "Star Wars Battlefront".

Microsoft-Konkurrent Sony hat mit Playstation Now einen Streaming-Dienst im Angebot, über den man zu einem Festpreis eine große Zahl älterer Playstation-Spiele per Streaming spielen kann. In Deutschland ist der Dienst jedoch bislang nicht verfügbar.

Anders als das Sony-Pendant setzt Xbox Game Pass nicht aufs Streaming: Hier lassen sich die Spiele normal herunterladen. Sie können dann - unabhängig von der Qualität der Internetverbindung - offline gespielt werden, natürlich abgesehen von Online-Funktionen. Wer diese nutzen will, braucht, wie bei anderen Xbox-Spielen üblich, auch noch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Xbox Live Gold.

Laut Microsoft sollen jeden Monat neue Game-Pass-Titel dazukommen. Spiele lassen sich 30 Tage offline spielen, heißt es, dann muss man online gehen, damit Microsoft prüfen kann, ob man noch Abonnent ist. Ist das Abo vorbei, lassen sich auch die Game-Pass-Spiele nicht mehr weiterspielen. Ob es für Abonnenten des Dienstes langfristig auch Exklusivtitel geben wird, im Stil exklusiver Netflix-Serien wie "Orange is the new black", ist noch unklar.

mbö



insgesamt 3 Beiträge
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runningstar 26.05.2017
1. PC-Spiele sind anders,
als Filme oder Musik. Wenn das Spiel gut ist, wird man es in der Regel länger spielen. Viele, viele Stunden können daran hängen. Der größte Teil der Spiele ist Schrott. Vielleicht mal kurz angespielt, was ja in der Regel dann auch schon ein paar Stunden ausmacht, und dann weggelegt. Da Spiele teuer sind, sucht man genauer, um das zu finden, was man sucht. Also nein, ich halte nichts von der Idee, bei Spielen eine Flatrate zu nutzen. Lieber ausgesuchte Ware, als viel Ramsch.
Rhonda Fizzleflint 26.05.2017
2. ...
Es ist eben kein Netflix für Games, denn anders als bei Netflix bekomme ich nicht die neuesten und evtl. sogar exclusiv produzierten Spiele, sondern nur die alten... insofern ist es eher die Online-Variante der Software-Pyramide. Und wer ein grosses günstiges Angebot an stets aktuellen Titeln sucht, der spielt soweiso am PC und nicht auf einer Konsole.
TiloC 26.05.2017
3. GeForce Now fehlt im Vergleich
Eines der aktuell in Deutschland attraktivsten Angebot für Spiele-Flatrate wird im Artikel leider nicht erwähnt. GeForce Now bietet für 9,99 im Monat Streaming von nicht taufrischen, aber guten Spielen. Dazu können auf Steam erworbene Spiele gestreamt werden, ohne einen PC besitzen zu müssen. Die Streamingfarm scheint mit recht potenten Maschinen ausgestattet zu sein.
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