Ideenklau unter Spieleherstellern: Zynga und Electronic Arts einigen sich

Zyngas "The Ville" (Screenshot): Vorwurf des Ideenklaus Zur Großansicht
Zynga

Zyngas "The Ville" (Screenshot): Vorwurf des Ideenklaus

Es hätte ein unterhaltsamer Prozess werden können: Im Streit zwischen Zynga und Electronic Arts ging es um Ideenklau und angebliche Chefdrohungen. Doch die Games-Anbieter legten ihre Klagen außergerichtlich bei. Offenbar haben beide genug andere Sorgen.

San Francisco - Die Spieleanbieter Electronic Arts und Zynga haben ihren Streit um Ideenklau und unfairen Wettbewerb nach rund einem halben Jahr beigelegt. Die Einigung wurde ohne weitere Details in Gerichtsunterlagen mitgeteilt.

Electronic Arts hatte Zynga, den Anbieter populärer Online-Spiele wie "Farmville" im vergangenen August verklagt. Der Vorwurf: Zyngas Simulation "The Ville" kopiere urheberrechtlich geschützte Elemente des Spiels "The Sims Social" von Electronic Arts. Es ging unter anderem um das Aussehen von Figuren und Räumen sowie Spielabläufe und Animationen. Zynga erklärte, man habe solche Konzepte noch vor "The Sims Social" entwickelt.

Zudem preschte der Spezialist für Online-Spiele mit eigenen Vorwürfen vor: Electronic-Arts-Chef John Riccitiello habe versucht, mit Drohungen den Wechsel von Managern zum damals aufstrebenden Konkurrenten zu verhindern.

Beide Firmen müssen kämpfen

Bei beiden Unternehmen läuft das Geschäft derzeit nicht glatt. Electronic Arts mit seinen aufwendigen und teuren Spielen wie "Need For Speed" oder der "Fifa"-Serie leidet unter der Konkurrenz der Online-Rivalen und der günstigen Spiele für Smartphones und Tablets. Sie binden die Aufmerksamkeit der Spieler und drücken mit ihren zum Teil kostenlosen Angeboten die Preise. Deshalb versuchen die Großen der Branche immer mehr, auch selbst in dieses Geschäft vorzustoßen.

Auch Zynga hat zu kämpfen. Das Interesse der Spieler scheint nachzulassen, und der Verkauf digitaler Gegenstände wie virtueller Traktoren erweist sich als eine doch nicht so sichere Einnahmequelle. Zuletzt liefen immer wieder Verluste auf, das Wachstumstempo hatte sich schon länger verringert. Im Oktober hat die Firma fünf Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen. Gründer Mark Pincus baut unter anderem auf den Einstieg ins Online-Glücksspiel, um die Geschäfte anzukurbeln.

juh/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Ea
ErkanGecici 16.02.2013
Und Konsorten sind ja selber schuld - ich sage nur Origin und Internetverbindungs Zwang.
2.
loncaros 17.02.2013
Zitat von ErkanGeciciUnd Konsorten sind ja selber schuld - ich sage nur Origin und Internetverbindungs Zwang.
Das hat nichts mit EA zu tun, Zynga klaut überall, das haben Leute die dort raus sind schon gesagt. Das Motto der Chefs dort ist lieber klauen und dann den Gewinn teilen wenn man vor Gericht verliert als teuer selber entwickeln.
3. Hä?
drmedwurst 17.02.2013
1.: ?The Ville? gab es vor ?The Sims Social?, damit hat EA eher was bei Zynga abgekupfert. 2.: Ubisoft produziert auch teure und aufwendige Spiele, macht aber im Gegensatz zu EA hohe Gewinne, da sie sich nicht mit ?Diensten? wie ?Origin? etc. die Kunden verscherzt haben. 3.: EA hat den Einstieg ins Online- und Free-to-play-Geschäft verpasst
4. Electronic Arts verhaut Real Racing 3 (iOS)
Zauberlehrling 17.02.2013
Es gab vor vier Tagen einen Soft-Launch (in Australien und Neuseeland, – der Rest der Welt soll am 28. 2. nachziehen) des mit Spannung erwarteten iOS-Spiels, ein Racer-Simulator. Soweit man das bisher sagen kann, hat die nackte Gier EA verblendet. Der Gratis-Download entpuppt sich zu einer Mogelpackung der Extraklasse. "Top In-App-Käufe" gegen echtes Geld, wo man auch hinschaut, und ohne die man nicht recht weiterkommt. Und das Schlimmste: "Wait or Pay"-Mechaniken. Wird ein Ölwechsel fällig, heißt es zwei Stunden zu warten oder einzuzahlen. Wer lieber Action-Rennen fährt, anstatt sich in Shops und Reparaturwerkstätten aufzuhalten, lädt sich "Asphalt 7: Heat" von Gameloft runter. Alles in allem 0,89 Euro. Es werden zwar auch Echtgeld-Käufe angeboten, nur sind die hier komplett als optional zu betrachten (Cheat-Modus), man kommt auch ohne sie aus. Details dazu im Rossau-Blog: http://wp.me/poZqi-860
5. ubisoft
tsingtao 17.02.2013
...hat auch einen eigenen clienten....den haben inzwischen alle!!! daran sollte sich jeder gewöhnen!
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