Nachdem britische Sicherheitskräfte letzte Woche eine Anschlagsserie auf Passagierflugzeuge vereiteln konnten, stehen plötzlich Hustensaft, Handys oder MP3-Player im Handgepäck unter Terrorverdacht: Weil die gestoppten Attentäter während des Fluges als harmlose Flüssigkeiten getarnte Komponenten zu Sprengstoff vermischen und diese mittels manipulierten Mobiltelefonen oder iPods zünden wollten.
Und nach den Berichten über entsprechend verschärfte Sicherheitsbestimmungen für Flüge nach Großbritannien, haben wir uns in Gedanken schon einmal darauf eingestellt, künfitg wohl öfter auf unsere Gadgets im Handgepäck zu verzichten - sicher ist sicher.
Handy-Bann in der Bank
Vor diesem Hintergrund wirkt auch eine Sicherheitsmaßnahme der First National Bank in Chicago plötzlich weniger absurd: Laut der "Chicago Tribune" ist die Handy-Nutzung in den lokalen Bankfilalen jetzt genauso untersagt wie etwa das Tragen von Motorradhelmen. Dadurch soll verhindert werden, dass Bankräuber von Komplizen, die vor der Bank Schmiere stehen, rechtzeitig vor der nahenden Polizei gewarnt werden. Aber auch das Ausspähen der Räumlichkeiten mittels Kamera-Handys soll durch den Bann ausgeschlossen werden.
Handy am Räuberohr
Ganz abwegig sind diese Szenarien nicht, wie das Beispiel einer südafrikanischen Bande zeigt: Laut der Zeitung "The Herald" werden Kunden, die sich höhere Bargeldbeträge auszahlen lassen, zunächst unauffällig in der Bank fotografiert und die Bilder dann per MMS an Komplizen auf der Straße gesendet, damit sich die anschließenden Raubüberfälle auch garantiert lohnen.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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