Jeder, der einmal sein Telefon verloren hat, kennt das Problem: Nach einer offensichtlich missratenen Synchronisation mit dem Rechner findet man plötzlich nur noch die Hälfte der Kontakte wieder. Oder die Übertragung der Nummern auf ein neues Telefon hat irgendwie nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat.
Der Verlust von Telefonnummern führt im Alltag meist zu einer Krise. Dabei müsste all das längst nicht mehr sein, und man kann neben dem Rechner längst das Netz als Backup für das eigene Adressbuch und den Kalender nutzen: Schon zu Beginn des Jahrhunderts hatten sich die führenden Hersteller von Mobiltelefonen zu einem SyncML-Konsortium zusammengeschlossen, dessen Ziel es war, Datensynchronisation auf dem Handy zu standardisieren.
Mittlerweile ist SyncML auch wirklich als Standard etabliert und nahezu jedes neue Handy entsprechend ausgestattet.
Neue Services
Fast jeder, der Telefonnummern auf seinem Rechner schon einmal mit dem Telefon abgeglichen hat, dürfte SyncML schon einmal (unwissentlich) benutzt haben. Aber den eigenen Rechner hat man nicht immer dabei, und gelegentlich gibt man auch auf einmal so viele neue Telefonnummern ein, dass man sicher gehen möchte, diese nicht zu verlieren.
Erst seit Kurzem wird SyncML über das Internet auch wirklich genutzt. So kündigte der Netzbetreiber O2 für die kommenden Tage ein "Communication Center" an, das die Synchronisation von Kontakten und Terminen über das Netz ermöglicht. Und da der eigene Provider oft mehr über das eigene Telefonverhalten weiß, als man selbst, erschließen sich so auch Möglichkeiten wie eine durch das eigene Adressbuch personalisierte Telefonrechnung oder Erinnerungs-SMS zu Geburtstagen.
Adressbuch-Filesharing
Aber auch die Web 2.0-Mobile-Entwickler haben SyncML jetzt entdeckt: Einer der besten Services zurzeit dürfte dabei Zyb.com sein, die Palette an unterstützten Telefonen und Ländern ist nahezu vollständig. Nach dem Login auf der Webseite bekommt man die passenden Eintellungen auf das Handy geschickt und die Synchronisation ist selbst für wirklich unerfahrene und unbedarfte Nutzer ein Kinderspiel.
Doch erst dann zeigt sich, was man mit der Synchronisation über das Netz gewonnen hat, denn über Zyb lassen sich nicht nur all die Dinge überall tun, die das heimische Synchronisationsprogramm auch kann (Adressen im Netz eingeben, Kontakte exportieren etc.), sondern die Daten lassen sich von dort auch mit anderen Teilen.
Jede Telefonnummer wird so zum Ausgang eines neuen Netzwerks, mit dem man nicht nur weitere Telefonnummern austauschen kann, sondern auch Termine.
Und so könnte die Filesharing-Kultur auch noch die letzte Bastion der bislang eher einsamen Dateneingabe erobern: Das eigene Adressbuch.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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