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18.09.2006
 

Handys und Gesundheit

Stress nachgewiesen, Krebsgefahr möglich

Die alltägliche Erfahrung, dass Mobiltelefone den Stress-Level erhöhen, wurde jetzt auch medizinisch nachgewiesen. Über mögliche Gefahren durch elektromagnetische Wellen wird weiter kontrovers diskutiert.

Seitdem es Handys gibt, wird auch über mögliche gesundheitliche Risiken der Technik gestritten. Eine endgültige Bewertung steht dabei noch aus, vor allem weil die nötigen Langzeitstudien bisher einfach noch nicht durchführbar sind.

Überdosis: Telekommunikation kann kräftig stressen
DPA

Überdosis: Telekommunikation kann kräftig stressen

Aktuell lässt sich die Diskussion so zusammenfassen, dass die immer wieder vermutete Krebsgefahr weder eindeutig nachweisbar, noch völlig von der Hand zu weisen ist. Nahe liegend scheint unterdessen die Feststellung, dass Handys bei vielen Zeitgenossen Stress auslösen, und britische Wissenschaftler haben diesen Zusammenhang jetzt auch mit verschiedenen Studien belegt.

Handys produzieren Stress

Immerhin 16 Prozent der untersuchten Handy-Nutzer zeigen laut David Sheffield von der University of Staffordshire Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit ihrem Mobiltelefon, die einen erhöhten Stress-Level nach sich ziehen, berichtete die BBC.

Am Augenfälligsten wird der Zusammenhang zwischen Handy-Nutzung und Stress durch einen Versuch, für den 20 Nutzer zeitweilig auf ihr Mobiltelefon verzichtet haben: Diese Gruppe hatte beim Sprechen über ihre mobilen Telefongewohnheiten eindeutig einen niedrigeren Blutdruck als zuvor.

Genetisch bedingtes Krebsrisiko?

Die mögliche Krebsgefahr durch Handys ist derweil hochgradig umstritten, viele Mediziner raten aber, vor allem Kinder nicht bedenkenlos mobil telefonieren zu lassen. So sagte Erik Huber, Umweltmedizin-Referent der Wiener Ärztekammer, letzte Woche der österreichischen "Kleinen Zeitung": "Mobiltelefone sind für Kinder in etwa so gefährlich wie ein Sonnenbad."

Dass die Krebsgefahr durch die von Mobiltelefonen abgestrahlten elektromagnetischen Wellen bislang nicht eindeutig nachweisbar ist, könnte laut einer aktuellen finnischen Studie schlicht damit zusammen hängen, dass es genetisch bedingt unterschiedlich starke Empfindlichkeiten gibt: Die Strahlenbiologie-Abteilung der Nuklearsicherheitsbehörde in Helsinki konnte jedenfalls in mehreren Versuchen nachweisen, dass zwei Varianten menschlicher Endothel-Zellen unterschiedlich auf die Strahlung eines GSM-Telefons reagieren - ob sich daraus eine Gesundheitsgefahr in Abhängigkeit der genetischen Disposition ableiten lässt, ist allerdings nach wie vor unklar.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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