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23.09.2006
 

Vermarktung

Handys, frisch aus dem Automaten

Motorola, derzeit nach Nokia weltweit zweitgrößter Handyanbieter, startet in den USA ein Pilotprojekt für den Direkt-Verkauf seiner Produkte. Ähnlich wie Schokoriegel oder Kaltgetränke gibt es jetzt auch Handys aus dem Automaten.

Zoom-Automaten und Motorola-Handys: Bald eine Kombi, die man an vielen Orten in den USA finden wird

Zoom-Automaten und Motorola-Handys: Bald eine Kombi, die man an vielen Orten in den USA finden wird

Diese Woche verkündete Motorola, als angeblich erster Mobiltelefonhersteller im Rahmen eines Pilotprojekts Endkunden seine Produkte in Automaten zum Verkauf anzubieten. Das stimmt zwar nicht, wenn man anerkennt, dass es auch eine Welt außerhalb der USA gibt (siehe unten), ist aber dennoch meldenswert: "Robotic Stores" heißen die Handy-Automaten, die gemäß firmeneigener Pressemitteilung ab sofort landesweit an ungefähr 20 Orten aufgestellt sind, etwa in Shopping Malls oder Flughäfen.

An den Verkaufsstellen werden dem interessierten Konsumenten zunächst 30 Produkte in Gestalt von diversen, direkt aktivierbaren Handymodellen wie beispielsweise dem MOTORAZR - mit und ohne Vertrag - und passende Accessoires offeriert, bezahlt wird per Kreditkarte. Eine künftige Ausweitung des Angebots, sowie auch der Verkaufslösung macht das Unternehmen vom Erfolg des Pilotprojekts abhängig.

Persönliche Übergabe durch Roboterhand

Das Automaten-System, in dem Motorola seine Produkte anbietet, stammt von Zoom Systems, einer amerikanischen Firma, die auf die Entwicklung und den Vertrieb von Selbstbedienungs-Verkaufslösungen spezialisiert ist. Unter anderem hat sie die so genannten "Zoom Shops" entwickelt, in denen man, beispielsweise am Flughafen von San Francisco, diverse iPod-Modelle erwerben kann.

Anders als beim klassischen Snack-Automaten fallen die Produkte beim "Robotic Store" von Motorola, der eher traditionell mit "Instantmoto" gebrandet ist, jedoch nicht von einer Spiralstange, sondern werden dem Käufer vorsichtig durch einen integrierten Roboterarm ausgehändigt.

Verkaufskonzept für mobile Gadgets von Morgen?

Motorolas Pilotprojekt zielt zweifelsohne auf eine Umsatzsteigerung und eine weitere Verbreitung der Marke im Bewusstsein potentieller (Neu-) Kunden ab. Inwieweit die "Instantmotos" dann tatsächlich von diesen angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Die Grundidee dahinter ist allerdings nicht ganz neu: Im Herbst vergangenen Jahres startete der Mobilfunkanbieter Vodafone in England bereits mit einem sehr ähnlichen Konzept, wenn auch wohl eher aus Publicity- als aus Verkaufsgründen. Den dortigen Handy-Automaten betreibt Vodafone in Kooperation mit Fujitsu in Manchester, was den Unternehmen einiges an Presse und im Februar 2006 sogar einen Industrie-Innovationspreis einbrachte.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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