Derzeit leben 6,5 Milliarden Menschen auf der Erde und durch aktuelle Kommunikations-Techniken werden sie im rasanten Tempo miteinander verbunden: 80 Prozent aller Menschen haben derzeit potentiell Zugang zu Handynetzen, 40 Prozent verfügen tatsächlich über ein Mobiltelefon, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der GSM Association, einer weltweiten Industrielobbygruppe der GSM-Netzbetreiber.
Demnach ist es nicht das Internet, das die Welt online bringt - wenn man darunter die Teilhabe an zeitgemäßer Kommunikation versteht -, sondern es sind die Mobilfunknetze. Ursache sind die vergleichsweise hohen Hürden, die das Internet mit sich bringt: Gerade in ärmeren Ländern sind Rechner im Vergleich zu Handys immer noch unerschwinglich. Dazu kommt, dass Handy-Netze längst die Festnetzinfrastruktur in puncto Verbreitung abgehängt hat. Daraus resultiert, das nur rund 17 Prozent der Welt das Internet nutzen, aber bereits 40 Prozent mobil telefonieren.
2010 bereits 90 Prozent Netzabdeckung
Laut der Studie, die von Intelecon Research durchgeführt wurde, entspricht die aktuelle Netzabdeckung einer glatten Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2000. Schon rein rechnerisch lässt sich dieses Tempo natürlich nicht halten, und der Rest der Welt, der aktuell noch nicht über Handy-Netze verfügt, besteht naturgemäß aus eher dünn besiedelten und ökonomisch schwachen Gebieten. Trotzdem sollen 2010 bereits 90 Prozent der Weltbevölkerung im Einzugsgebiet der Handy-Netze wohnen.
Nicht ganz zu Unrecht weist die GSM Association darauf hin, dass die mobile Infrastruktur im Gegensatz zum Festnetz fast ausschließlich auf private Investitionen zurückgeht, die positiven Effekte aber ganzen Volkswirtschaften zugute kommen. Dass die Netzbetreiber ohne Aussicht auf Profit keinen einzigen Handy-Mast aufstellen würden, liegt allerdings genauso klar auf der Hand.
Kampf der Infrastrukturen
Aus der GSM-Lobbyperspektive sind auch die Anmerkungen zu den "Telekom-Fonds" zu verstehen, die es in 32 Entwicklungs- und Schwellenländern gibt: In diese müssen die Mobilfunkfirmen zwischen einem und sechs Prozent ihrer Gewinne einzahlen, das gesammelte Kapital soll in weitere Infrastruktur-Maßnahmen fließen.
Die GSM Association kritisiert in diesem Zusammenhang vor allem, dass die Fonds in der Regel zum Ausbau der Festnetze verwendet werden, der unbestritten teurer und langwieriger ist, als für eine weitere Expansion der Mobilnetze - der Mobilfunkboom fördert somit aber auch den klassischen Internet-Zugang per Festnetz.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
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